Donnerstag, 28. Februar 2019

Die afrikanische Misere und die Intelligenz

Bild: pxhere.com, CC0 Public Domain
von Peter J. Preusse
Für die gegenwärtige Misere des schwarzen Kontinents und des islamisch geprägten Nahen und Mittleren Ostens, die Europa als Zielregion von Migration mittlerweile arges Kopfweh bereitet, gibt es eine grosse Zahl von kausalen Faktoren. Zu den populärsten gehören Korruption, Staatsversagen, Kolonisierungsfolgen, kapitalistische Ausbeutung, Kultur, verfehlte Entwicklungspolitik und seit neuestem natürlich die vermeintliche Klimakatastrophe. Selbst wenn keines dieser Themenfelder, so oder so, kausal irrelevant und nur Begleitphänomen sein sollte: Warum ausgerechnet Afrika und der Nahe und Mittlere Osten? Warum nicht das vielfach geschundene Südasien und Südamerika? Warum nicht der indische Subkontinent? 

Humankapital . . . 

Es gibt einen springenden Punkt, sozusagen den Nabel des Problems, und das ist, mit einem Wort, das Thema Humankapital. Denken Sie an das Schicksal von Lottogewinnern: Nicht für alle, aber bestimmt für viele, vielleicht die meisten ist nach einer recht überschaubaren Zeit vom Glück des Millionengewinns nicht viel übrig, weder auf dem Konto noch in der unzufriedenen Seele. Wer sein Leben auf sich zukommen lässt statt sich ein Ziel zu stecken, wer schlecht mit Geld umgeht, lernt auch durch einen Gewinn kein wirksam langfristiges Planen, ganz so wie der, der gut gewirtschaftet hat, nach einem Schicksalsschlag oder einer Enteignung meist recht bald wieder von vorne anfängt und sich mit den Jahren wieder nach oben arbeitet. 

Es gibt in der gesamten Soziopsychologie keine Korrelation, die stärker und eindeutiger wäre als die zwischen Intelligenz und sozioökonomischem Erfolg, gemessen an Einkommen, Gesundheit, Langlebigkeit, Bildung, Sicherheit, sozialer Stabilität und geringer Kriminalität. Das gilt auf individueller Ebene, und das gilt für den Vergleich unter Nationen und innerhalb multiethnischer Nationen für die verschiedenen Ethnien mit ihren unterschiedlichen Durchschnittswerten der Intelligenz. Dagegen landen der Demokratisierungsgrad, selbst der Freiheitsgrad der Wirtschaft weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen, und erst recht die Bodenschätze, Vegetationskraft und sonstige geographische und klimatische Bedingungen spielen nur kleinere Nebenrollen. Entscheidend ist dagegen die Fähigkeit, sachgerecht und vorausschauend zu denken und zu handeln, wozu neben einer guten allgemeinen Intelligenz auch die Fähigkeit gehört, auf sofortige Belohnung zugunsten einer späteren und umfassenderen zu verzichten; in der Ökonomie und Psychologie heisst das geringe Zeitpräferenz und Gewissenhaftigkeit, Eigenschaften, die nicht identisch, aber eng verbunden sind mit der individuellen Intelligenz. 

. . . ist auch erblich 

Wenn man, dem Stand der Wissenschaft folgend, davon ausgeht, dass die tatsächlich individuell verfügbare Intelligenz zu mindestens 50 Prozent das Ergebnis des Zusammenwirkens einer Vielzahl von Genen ist und also zu höchstens 50 Prozent, nach vielfacher Forschung eher nur zu 20 bis 30 Prozent, durch Umwelt und insbesondere Erziehung beeinflusst ist, findet man, dass innerhalb einer genetisch durchmischten Grossgruppe die Intelligenzverteilung regelmässig der Gaus’schen Normalverteilung entspricht, was sich graphisch als die sogenannte Glockenkurve darstellt. Bei den wissenschaftlich etablierten Definitionen für die diversen Tests wie IQ, PISA (Programme for International Student Assessment) und TIMMS (Trends in International Mathematics and Science Study) findet man innerhalb einer solchen genetisch durchmischten Gruppe einen Wert, dem gegenüber die Hälfte der Testpersonen besser und die andere Hälfte schlechter abschneidet. Nach gängiger Praxis gilt für ein europäisches Publikum eine Abweichung über zwei Standardabweichungen nach unten als geistige Behinderung, ab zwei Standardabweichungen nach oben fängt die Hochbegabung an. Jeweils etwa zwei Prozent einer solchen Grossgruppe liegen unter respektive über diesen Grenzen. Von Lernbehinderung und besonderer Begabung spricht man, bezogen auf Europa, genau genommen auf Grossbritannien, bei Werten zwischen einer und zwei Standardabweichungen nach unten oder oben, was jeweils etwa 14 Prozent ausmacht. 

Die so gewonnenen Rohdaten werden dann je nach Testsystematik verschieden aufgearbeitet: Beim sogenannten Intelligenzquotienten wird der Medianwert als IQ 100 definiert mit einer Standardabweichung von 15 Punkten, die Werte IQ 70 und IQ 130 bezeichnen die untere und obere Zwei-Prozent-Grenze. Bei PISA mit einem Median von 500 Punkten und einer Standardabweichung von 100 Punkten liegen die mittleren 96 Prozent aller Testergebnisse zwischen 300 und 700 Punkten. Im Bereich von plus/minus einer Standardabweichung, IQ 85 bis 115 respektive PISA 400-600, liegen jeweils etwa 68 Prozent der Kandidaten. Dies gilt, wie gesagt, innerhalb jeder genetisch durchmischten Grossgruppe und sagt zunächst weder etwas über irgendein spezifisches Individuum noch über das Gesamtniveau der Gruppe aus. 

. . . und ethnisch variant 

Allerdings kann man natürlich solche Grossgruppen zueinander in Beziehung setzten, indem man die jeweiligen Mediane miteinander vergleicht – oder gleich die Rohdaten auf die IQ-Skala einer anderen Grossgruppe umrechnet. Als internationales Eichmass dient historisch bedingt Grossbritannien. Generationen von Wissenschaftlern haben sehr viel Sorgfalt darauf verwendet, die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, indem die Aufgaben möglichst kultur- und sprachneutral ausgewählt wurden. Darüberhinaus hat man unter der plausiblen Annahme, dass Intelligenz nicht mit dem Geschlecht zusammenhänge, die Aufgaben so gemischt, dass trotz unterschiedlicher Schwerpunkte von Männern und Frauen bei beiden Geschlechtern der gleiche Median erreicht wird. 

Der irische Psychologe Richard Lynn und der finnische Politologe Tatu Vanhanen haben 2002 in einer grossangelegten Metaanalyse weltweit 147 Studien aus 82 Ländern mit 307.505 untersuchten Personen ausgewertet. Dabei fanden sie, gewichtet nach Probandenzahl, folgende Mittelwerte für die Kontinente, jeweils mit Höchst- und Tiefstwerten für einzelne Landesmittel in Klammern: Europa 98 (102 – 90), Nordamerika und Australasien 98 (100 – 97), Ostasien 105 (107 – 100), Süd- und Südwestasien 87 (103 – 81), Südostasien und Pazifische Inseln 87 (89 – 84), Lateinamerika und Karibik 88 (98 – 79), Afrika 72 (85 -59), davon Subsahara-Afrika 71 (77 – 59). Dazu gibt es zweifellos im Einzelnen viel zu sagen; mit den Jahren wird die Empirie voraussichtlich stabiler und die Daten immer besser vergleichbar werden. Ein zweifellos besonders wichtiger Punkt zur Beurteilung der Befunde ist der sogenannte Flynn-Effekt. Mit diesem Namen wird das Phänomen bezeichnet, dass innerhalb von sechs Generationen von 1830 bis 1990 der durchschnittliche IQ in den Ländern, die die Industrielle Revolution getragen haben, kontinuierlich gestiegen war. Heute verdichtet sich die Ansicht, dass neben positiven Effekten der sozialen Umwelt wie Kultur, Bildung und Technisierung vor allem negative Effekte wie gewisse spezifische Aspekte der embryonalen und frühkindlichen Mangelernährung in der Lage waren, das volle Ausschöpfen der genetisch möglichen Intelligenz zu verhindern. Sofern das zutrifft, kann dieser Effekt bei günstiger Entwicklung auch andere Erdteile betreffen; man spekuliert mit einer möglichen ernährungsbedingten Zunahme bis etwa eine Standardabweichung, also 15 IQ-Punkte für solche Gegenden und Kulturen, in denen frühkindliche Mangelernährung eine Rolle spielt. 

IQ als wichtigster prognostischer Einzelfaktor des Erfolgs 

Hinter dem empirisch feststellbaren phänotypischen IQ steht, begrifflich klar, aber nicht direkt messbar, der genotypische; das ist das unzweideutige Ergebnis jahrzehntelanger Forschungen, insbesondere anhand der Beobachtung an früh getrennten eineiigen Zwillingen und deren nach der Adoleszenz sehr stark konvergierenden kognitiven Entwicklung, sowie in Adoptionsstudien, die klar die sozialen und genetischen Komponenten trennen lassen. Der IQ ist demzufolge nicht nur das bereits ab dem Grundschulalter stabilste psychologische Merkmal überhaupt, so der deutsche Psychologe Detlef Rost, sondern darüberhinaus in jeder Perspektive, vom Einzelwesen über ethnische Gruppen bis zu ganzen Nationen und Erdteilen, der bei weitem wichtigste Einzelfaktor für die Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens und für den in vielen Dimensionen gemessenen sozioökonomischen Erfolg. Anhand einer sehr grossen Datenbasis errechnen Lynn und Vanhanen in der bereits erwähnten Metaanalyse, dass der nationale Durchschnitts-IQ 55 Prozent des Bruttosozialprodukts pro Kopf erklärt; die Berücksichtigung des Index der ökonomischen Freiheit und des Demokratisierungsindex zusammen erklärt weitere acht Prozent, wobei der Beitrag der Demokratisierung bei weitem der geringste zu sein scheint. Das geht so weit, dass niedrige Intelligenz und wohl damit verbundene niedrige Gewissenhaftigkeit den komparativen Arbeitskostenvorteil mehr als zunichte macht, weshalb zum Beispiel indische Baumwollspinnereien in der Frühzeit der Industriellen Revolution nicht gegen die englischen bestehen konnten. 

Evolution: Fortlaufend, massiv und regional 

Wenn man aus der ganz banalen alltäglichen Erfahrung mit den vielen und ständig neu dazukommenden Hunderassen gelernt hat, dass es bei Tieren innerhalb von wenigen Generationen möglich ist, durch konsequente Selektion der gewünschten Eigenschaften ein genetisch halbwegs stabiles neues Körper- und Wesensprofil heranzuzüchten, dann will es einem denn doch völlig abwegig erscheinen, dass innerhalb der mindestens 1.500 bis 2.000 Generation seit dem Auszug des homo sapiens aus Afrika die Evolution ausser ein paar Hautfarben- und Augenform-Varianten und dergleichen Oberflächlichkeiten nichts wichtiges sollte hervorgebracht haben. Dazu waren ganz offensichtlich schon die natürlichen Selektionsbedingungen in der Savanne, im tropischen Urwald, im gemässigten Klima und in den polnahen vegetationsarmen Zonen zu unterschiedlich, ganz zu schweigen von kulturellen Besonderheiten wie der über lange Zeiträume hierarchisch stabilen Gesellschaft des chinesischen Riesenreiches, den nomadisierenden Viehzüchtern und Händlern des Nahen Ostens mit ihrer Unterwerfungsreligion und den Diaspora-Juden mit ihrer Wertschätzung der Schrift und des spitzfindigen Streites mit Gott um seine Gesetze. Es ist Stand der Wissenschaft, dass Evolution fortlaufend, massiv und regional wirkt, und ein linker Kreationismus, dessen atheistischer Ersatzsgott die Evolution mit starker Hand angehalten hätte, ist ebenso hilflos wie die religiöse, vermeintlich rechte Variante des Kreationismus von evangelikalen Grossekten bis zu nennenswerten Teilen des Islam, der die seit 160 Jahren bewährte Evolutionstheorie etwa aus türkischen Schulen und Universitäten verbannt. 

Intelligenz durch Selektionsdruck 

Man sollte sich keinen romantischen Illusionen hingeben: Das Leben war für alle Spezies und ist es noch für alle ausser den Menschen der Moderne ein gnadenloser Kampf um knappe Ressourcen: Jede Art wächst an ihrem Standort so lange, bis die Knappheit der einen oder anderen Lebensbedingung weiteren Nachwuchs nicht gross werden lässt: Mangelfaktoren wie Raum, Licht, Nahrungsangebot, Epidemien und Feinde sorgen dafür, dass zwar gezeugt und geboren respektive gekeimt werden kann, aber eben nicht in beliebiger Zahl über das Stadium der Eichel, des Rehkitzes oder des Kleinkindes hinaus gedeihen kann. Und das bedeutet gegebenenfalls zu sterben, ohne eine hinreichende Zahl selbstreproduzierender Erben zu hinterlassen. Dazu kommt im Fall des Menschen der verlustreiche Krieg um Ressourcen und die bewusste Tötung ungeborener und neugeborener Kinder, bevorzugt Mädchen. Denn jede Art wächst nach diesem 1798 von Thomas Malthus entdeckten Gesetz der Population bis zum Erreichen der jeweiligen Subsistenzgrenze, und danach fängt die Selektion an, die neben dem Zufall darüber bestimmt, wer als der besser angepasste mehr Kinder bis zum Reproduktionsalter durchbringen kann. Wenn man im Herbst 2018 im Wald spaziert ist und die Unmassen von Eicheln überall liegen gesehen hat, hat man einen anschaulichen Begriff von der allgegenwärtigen Grausamkeit und Härte der Selektion, die uns behütete Wohlstandsbürger zutiefst erschreckt, der aber unsere Vorfahren gerade ebenso wie alle anderen Wesen beständig und besonders in Zeiten von klima- oder wetterbedingtem Mangel und durch sonstige Kontingenz ausgesetzt waren, bevor eben durch die Selektion von Intelligenz und Gewissenhaftigkeit eine nicht-magische, eine wissenschaftlich-rationale Weltsicht möglich wurde und bevor in der Industriellen Revolution die angestaute Innovationskraft entfesselt und gebündelt wurde. Diese erst, nicht die Französische, sondern die Industrielle Revolution hat uns ein so umfassendes, schnelles und nachhaltiges Wachstum unserer Subsistenzmittel beschert, dass die Erde seither nicht nur fast zehnmal mehr Menschen trägt und ernährt als zuvor, sondern dass die meisten davon vom unmittelbaren Kampf ums Dasein entbunden sind. 

Sackgasse Umverteilung . . . 

Das hat freilich die unausweichliche Folge, dass zumindest die weitere genetische Höherentwicklung ohne den natürlichen Selektionsdruck ins Stocken gerät, sofern es nicht gelingt, auf kulturelle Weise für einen reproduktiven Vorteil der besseren Angepasstheit durch höhere Intelligenz und friedlich-kooperativen Charakter zu sorgen. Die empirische Wirklichkeit ist gar die, dass im nationalen wie im internationalen Masstab eher die weniger bildungsorientierten, weniger intelligenten und weniger erfolgreichen Schichten überproportional zunehmen respektive in den meisten Industrieländern weniger schnell abnehmen. Und das ist bedrohlich. Denn in dem Mass, wie sich Intelligenz und für den sozioökonomischen Erfolg bedeutende Charaktereigenschaften vererben und in dem Mass, in dem diese für den tatsächlichen Erfolg durchschlagen, wird das wirtschaftliche Wohlergehen, die Sicherheit des Lebens mit seinen komplexen Anforderungen an Nahrung, Schutz und Bildung, Schaden nehmen, wenn und wo das Durchschnittsniveau besagter Eigenschaften abnimmt. 

. . . oder bevorstehender Big Bang . . . 

Für’s grundsätzliche Erfinden neuer Technologien mag es weltweit mit relativ wenigen Hoch- und Höchstbegabten hinreichen, die, wenn man an Einzelne denkt, sicher in allen Nationen und Ethnien vorkommen, wenn auch keineswegs in gleicher Dichte. Aber bis solche Leistungen sich in der Breite wohlstandsmehrend auswirken können, müssen noch zahlreiche Zwischenebenen der Ausarbeitung, Testung, Konstruktion, des Baus, der Verwaltung, Wartung, Vermarktung und Bedienung funktionieren. Und jede hat ihre spezifische, wenn auch empirisch vielleicht nicht scharf zu ziehende Untergrenze des Anforderungsprofils. Ein mittlerer IQ zum Beispiel der Schwarzen Südafrikas von 66 bedeutet, wie Volkmar Weiss, ein deutscher Intelligenzforscher, an der Glockenkurve der Normalverteilung demonstriert, dass nicht mehr als 0,01% von ihnen den kritischen Wert von IQ 105 überschreitet, der für eine erfolgreiche Selbständigkeit im Wirtschaftsleben notwendig ist. Wenn man davon ausgeht, dass wegen der miserablen Lebensbedingungen der Flynn-Effekt bei den Schwarzen Südafrikas sich noch nicht auswirken konnte und ihr genotypischer IQ 80 beträgt, dann überschreiten auch nur 0,6% den IQ-Schwellenwert 105, gegenüber rund 30% bei einer Bevölkerung mit dem Mittelwert IQ 100. Das sind schlicht und einfach zu wenig Schwarze, um in der fortgeschrittenen Industriegesellschaft Südafrikas die zahlreichen Arbeitsstellen hoher und mittlerer Qualifikation zu besetzen und selbständige Gewerbe mit Erfolg zu betreiben, geschweige denn die Weissen von ihren Arbeitsplätzen zu verdrängen, ohne die Wirtschaft zu ruinieren – was im Namen der Antiapartheit und der antirassistischen „Rassengerechtigkeit“ aber auf breiter Front passiert. Selbst für den Erhalt der aus der Kolonialzeit überkommenen Infrastruktur reicht das vorhandene Niveau von Humankapital nicht aus, wie man überall in Afrika etwa an verfallenden Eisenbahnlinien bewundern muss. 

Was tun? Ich muss gestehen, ich weiss es nicht. Ich weiss, dass „das moralische Gesetz in uns“ es nicht tatenlos leiden mag, Leid zu sehen. Ich weiss aber auch, dass die massive Bevölkerungsexplosion zum Beispiel und insbesondere Afrikas nicht ohne Implementierung der Früchte des in Jahrtausenden gewachsenen europäischen Humankapitels, nicht ohne westliche Technik und Verhaltensweisen etwa in Hygiene, Wasserversorgung, Gesundheitswesen, Transport- und Informationswesen sowie viele sonstige Infrastrukturmassnahmen, kurz: nicht ohne Kolonialismus und nicht ohne Entwicklungshilfe passiert wäre. Denn das gnadenlose Naturgesetz der Bevölkerungsentwicklung hätte in Abhängigkeit von mannigfachen Subsistenzgrenzen die meisten Kinder früh sterben lassen, statt sie zu fruchtbaren jungen Eltern heranwachsen zu lassen, und es hätte viele Erwachsene früh durch Krankheiten und Hungersnöten dahingerafft, Menschen, die unter den Bedingungen der Gegenwart oft schlecht und recht, aber eben doch leben können. Und ich weiss, dass sich ohne Selektionsdruck und ohne nachhaltige Verbesserung von allgemeiner Intelligenz und Gewissenhaftigkeit langfristig keine Perspektive vorstellen lässt für eine selbsttragende Entwicklung zum Positiven. 

. . . mit Europa als Kollateralschaden. 

Und ich weiss auch, dass die Migration einiger zehn Millionen Afrikaner nach Europa Afrika nicht nennenswert entlastet, zumal das eher die intelligenteren und vorausschauenderen sein werden, wohl aber die Produktivität Europas nachhaltig gefährden kann: Mit einer Afrikanisierung Europas, mit einem Zurückfallen unter die Schwelle, deren Übersteigen erst die Industrielle Revolution ermöglicht hat, ist keinem geholfen und uns massiv geschadet. 

Vielleicht liegt hier der kritische, der „springende“ Punkt: Könnte es einen kulturellen Selektionsdruck geben, der ohne die Grausamkeiten der Natur die stärkere Vermehrung der doch vorhandenen höheren Intelligenz und niedrigeren Zeitpräferenz zu Lasten der weniger erfolgreichen Eigenschaften befördert, und das möglichst im Schnellgang der Evolution in nicht allzu vielen Generationen, die die verlorenen sein werden? 

Denn das enorme Potential Ostasiens, allmählich gewachsen unter uns sehr fremden Bedingungen, beginnt sich gerade zu entfalten und hat die besten Aussichten, frei von Komplexen historischer Verstrickungen, Europa und Afrika und den Rest der Welt in mehr oder weniger koloniale Abhängigkeit zu versetzen, um selbst ungeahnte Höhen der technologischen Entwicklung zu erobern und unbekannte soziale Strukturen zu entwickeln. Sehr wohl steht es bedenklich um Europa und sein geistiges Erbe, nicht aber um „die Menschheit“.

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