Sonntag, 1. April 2018

Anschlag in Trèbes: Der Gendarm und der Attentäter

Arnaud Beltrame. Bild: Mission numérique de la Gendarmerie
nationale [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
von Frank Jordan
Vor ein paar Tagen würdigte der französische Philosoph und Politiker François-Xavier Bellamy in einer Kolumne in „Le Figaro“ das von Lieutenant-colonel Arnaud Beltrame anlässlich des Attentats von Trèbes gebrachte Opfer, indem er es reinwusch vom sentimentalen Wust verkaufsfördernder medialer Mittelmäßigkeit und die Leserschaft aufforderte, es zum Anlass zu nehmen, sich zusammenzureißen.

Arnaud Beltrames Handlung, schrieb er, sei nicht eine spontane gewesen. Kein Akt unreflektierter Herzensgüte. Nicht der Impuls eines Moments. Seine Tat war vielmehr der Endpunkt einer persönlichen Reise, die endgültige und vollständige Einhaltung von Prinzipien, für die er sich freiwillig und längst entschieden hatte. Oder anders gesagt: Seine gesamte berufliche Laufbahn kann als Vorbereitung auf diesen Moment verstanden werden. Diese Tatsache schmälert das echt Heldenhafte seiner Tat in keiner Weise. Im Gegenteil – sie unterstreicht es.

Was Bellamy nicht schreibt, ist, dass genau dasselbe auch für den Attentäter gilt. Es ist wohl möglich, dass er sich kurzfristig zu der Tat entschieden hat. Aber spontan im Sinn eines „acte gratuit“, einer willkürlichen, sinn- und motivationslosen Handlung, war sie nicht. Auch sie ist das Ende einer Reise und die absolute Einhaltung von Prinzipien. Jenen des Islam.

Die Ausbildung, die Muslime im Moment ihrer Geburt antreten – gemäß Islam antreten müssen –, ist jene des Hasses, der Verachtung Ungläubiger, des eigenen Opferseins. Das sage nicht ich. Das schreiben Journalisten muslimischer Länder wie beispielsweise Ghassan Charbel in der Zeitung „al-Hayat“: „Kinder verlassen unsere Schulen mit kranken Vorstellungen und unbeugsamen Emotionen. Wir sind wirklich gescheitert!“ Und weiter: „Die einzige Lösung für uns ist, unser Versagen zuzugeben, dieses umfassende und eklatante Scheitern, diesen schrecklichen Zusammenbruch.“ Zerstörung und Angst zu verbreiten unter den Menschen, die sie hassen und verachten, sei ein direkter Ausfluss der Prinzipien des Islam. Der Attentäter hat also getan, was jeder gute Muslim dem Koran gehorchend tun darf: Kuffar „umbringen, hassen, bestrafen, vergewaltigen, versklaven, verspotten, enthaupten, foltern, beleidigen, verdammen, täuschen, bestehlen, entführen und erniedrigen“ (Ismail Tipi).

Anstatt also Akte bestialischer Gewalt und Täter gleichermaßen zu psychologisieren, wie das heute der Fall ist, sollte man sich wirklich zusammenreißen und darauf beschränken, die Dinge zu benennen als das, was sie sind.

Beltrame ist ein Held, ohne Zweifel. Aber er hat seinen Job gemacht. Genauso wie der Attentäter. Darüber sollte diskutiert werden.

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