Samstag, 10. März 2018

ZDF-Chefredakteur Peter Frey über öffentlich-rechtliche Medien und die Politik: Journalistisches Anschmiegen an die Herrschenden

Bild: Mysid (SVG), Ricnun (original JPEG)
[Public domain], via Wikimedia Commons
von Spoeken Kieker
„Ich glaube, dass die Distanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur Politik nie größer war als heute“, belügt ZDF-Chefredakteur Peter Frey seine Gebührenzahler in aller Öffentlichkeit. Sein frappierender „Beleg“: „Ich habe in meinem ersten Jahr als Chefredakteur zwei Anrufe und drei SMS gekriegt von der Ebene eines Parteivorsitzenden oder Fraktionsvorsitzenden“, so Frey am Mittwoch, 28. Februar 2018, im Münchner Presseclub. „Ich habe darauf geantwortet und bekomme keine solchen Anrufe mehr.“

Was die Zuschauer längst gemerkt haben: Natürlich sind Anrufe und SMS gar nicht mehr nötig. Denn in den letzten Jahren der „Großen Koalition“ hat der Kleber-Slomka-Sender sich so nahtlos an die herrschende schwarzrotgrüne Politik-Kaste angeschmiegt, dass jede SMS nur als liebestötende Störung empfunden werden konnte.

Nein, ZDF und ARD haben längst den Idealstatus von Systemmedien erreicht: Es gibt intern nicht einmal Spurenelemente differierenden Denkens, das Programm ist glatt und auf Linie – und insofern können die Seiberts, Kauders und Schulz-Gabriels dieses Landes entspannt und dankbar anschauen, was ihr „Demokratiefernsehen“ sendet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *