Sonntag, 18. März 2018

Kevin Kühnert: Bigotter Seminarsozialist

Kevin Kühnert. Foto: Michael Lucan, Lizenz:
CC-BY-SA 3.0 de [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
von Ralf Özkara
Nachwuchs-Sozi Kevin Kühnert ist in letzter Zeit in aller Munde. Der Bundesvorsitzende der Jungen Sozialisten organisierte eine innerparteiliche Kampagne gegen die Große Koalition, was seiner eigenen politischen Karriere sicherlich zuträglich war. Es folgten mehrere Fernsehauftritte, so auch in dieser Woche am Mittwoch bei Sandra Maischberger.

An dieser Gesprächsrunde nahm auch der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Dr. Bernd Baumann, teil und legte dort einen soliden Auftritt hin.

Weniger als über die Gesprächsrunde an sich wurde anschließend über einen Tweet von Kevin Kühnert diskutiert, den er während des Abends twitterte:

,,DIE @AfD WILL DIE ZWANGSGEBÜHREN ABSCHAFFEN!!!1eins**aber bis dahin essen wir bei @maischberger das Buffet leer und gönnen uns drei Flaschen Wein. So heute passiert. Mit sechs AfDlern. Bigotterie hat einen Namen: #AfD".

Das typisch infantil-kleinbürgerliche Gebaren des Vertreters einer Organisation, die mit der linksradikalen Antifa verwoben ist. Ein Gebaren, das etwa von Bento - das ist so eine Art ,,Bild" für Hipster - auch noch gefeiert wurde.

Ich denke mir: Irgendwas muss man ja von den Zwangsgebühren, die man zahlen muss, aber nicht zahlen will, doch haben. Und seien es nur drei Flaschen Wein.

Aber da habe ich wohl die Rechnung ohne Kevin gemacht, dem Büfettaufseher von der SPD. Und was sind schließlich die von seiner SPD mitverschuldeten billionenteuren Eurorettungen, Target-Salden und Migrationskrisen gegen drei Flaschen zwangsfinanzierten Rotwein? Peanuts.

Was an Kevins Denke das eigentlich Bedenkliche ist, hat indes kaum jemand thematisiert: Als Vertreter einer Partei, die vorgibt die Interessen der ,,kleinen Leute" zu bedienen, müsste sich Kevin doch eigentlich darüber echauffieren, dass hohe, für weniger wohlhabende Menschen spürbare Zwangsgelder in einen komplett überdimensionierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkkomplex fließen, obwohl im Zeitalter der Digitalisierung und damit einhergehender niedriger Markteintrittsbarrieren gar kein Marktversagen mehr besteht, das der Staat durch einen derartig umfassenden Eingriff korrigieren müsste.

Die GEZ-Zwangsgebühr verunmöglicht vielen ,,kleinen Leuten", dass sie ab und an mal auswärts essen gehen oder sich die eine oder andere Flasche Wein gönnen. Zudem zeigen Medienanalysen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk von wohlhabenderen Gesellschaftsschichten überproportional konsumiert wird, die für alle gleiche GEZ-Zwangsgebühr also eine Umverteilung von unten nach oben darstellt.

Jedenfalls: Seminarsozialist Kevin müsste sich nicht darüber echauffieren, dass sich jemand am Büfett bedient, sondern dass es dieses Büfett überhaupt gibt.

Doch so weit denkt er gar nicht. So weit denkt die in sämtlichen Rundfunkräten bequem vor sich hinvegetierende SPD gar nicht, die vorgibt Arbeiterpartei zu sein - die sie mal war -, in Wirklichkeit aber Lehrer- und Beamtenpartei ist. Bigotterie hat einen Namen: SPD. ,,Die Arbeit tun die anderen" schrieb der große Soziologe Helmut Schelsky über eine sich schon damals von ihrer klassischen Klientel und ihrem ursprünglichen Milieu entfernenden und entkernenden Partei, die ein veritables Identitätsproblem hat. Kevin Kühnert, 28 Jahre alt, Seminarsozialist und Politologie- und Soziologie-Student, wird es nicht lösen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *