Samstag, 9. September 2017

Selbsternannte Nazijäger: Besser mal die eigenen Reihen durchsuchen!

Bild: Pixabay / Clker-Free-Vector-Images /
CC0 Public Domain
Simon Kromer
Jetzt ist es also schon Usus, AfD-Anhänger als „Nazis“ zu betiteln. Natürlich würden sich Böhmermann und Co. einfach darauf berufen, dass das Satire sei, wenn man genauer nachhakt. Bevor man angreifbar wird, war „alles nur Spaß“! Denn jeder weiß ja, dass es Blödsinn wäre, die Deutsche Arbeiterpartei, die bereits vor Hitler in der Völkischen Bewegung organisiert war, mit der jetzigen AfD gleichzusetzen. Jedem müsste genauso klar sein, dass Hitler, noch bevor die DAP zu irgendeiner Bedeutung gelangte, bereits sehr konkrete aggressiv-rassistische und antisemitische politische Forderungen stellte. Und jedem müsste auch klar sein, dass die zweideutigen Äußerungen mancher AfD-Politiker, von denen keiner auch nur annähernd Hitlers beherrschende Stellung in seiner Partei vorweisen kann, damit nicht vergleichbar sind.

Besser wäre es, die selbsternannten Nazijäger schauen einmal die eigenen Reihen durch. Hier gibt es akkreditierte, für große Tageszeitungen arbeitende Journalisten, die vermeintlich „feindliche“ Journalisten während brutaler Krawalle durch Hamburg jagen lassen, Spitzenpolitiker, die sich per Unterschrift Aufrufen vom Verfassungsschutz beobachteter Organisationen anschließen, eine Journalistenklasse, die so gut wie gar nicht öffentlich Stellung zu systematisch stattfindenden politischen Gewalttaten gegenüber Mitgliedern einer bestimmten Partei bezieht, Kommunen, die linksextreme Organisationen finanzieren, weil diese so wertvolle Jugendarbeit leisten (!) und Städte, die kurz vor der Wahl Auftritte eines Spitzenkandidaten einer Partei verhindern.
 

Selbst wenn man die groß angelegte Unterwanderung von Internetseiten einer Partei durch eine andere als Satire abhaken möchte, stimmt hier etwas ganz und gar nicht. Und um das festzustellen, muss ich mich nicht einmal dazu herablassen, leichtfertig das Wort „Nazi“ auf alles anzuwenden, was so aussieht.

1 Kommentar:

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *