Montag, 18. September 2017

Der Euro - eine Gefahr für den langfristigen Wohlstand in Deutschland

Bild: Pixabay / stux / CC0 Public Domain
von Prof. Dr. Jörg Meuthen
Das Entsetzen über die selbstherrlichen Rechtsbrüche der Merkel-Regierung beim Thema Euro-"Rettung" gehört zur Gründungs-DNA der Alternative für Deutschland.

Nur zu gut werden sich viele von Ihnen, liebe Leser, an frühere Wahlwerbung der Unionsparteien erinnern, in der den Bürgern versprochen wurde, sie würden nie und nimmer für andere Euro-Länder haften müssen - und im Übrigen sei die Pleite eines Euro-Staates durch die Kriterien des Maastricht-Vertrages sowieso ausgeschlossen.

Alle damaligen Zweifler wurden von der eurobesoffenen Einheitsmeinung des politisch-medialen Komplexes mundtot gemacht.

Heute wissen wir: Alle damaligen Zweifler hatten recht. Es ist genauso gekommen, wie kluge Köpfe dies damals befürchtet haben! Willkürliche "Rettungsaktionen" zugunsten von Staaten und auch von Banken, finanziert mit deutschem Steuergeld - das war und ist die völlig unverantwortliche Politik von Frau Merkel.

Die Basis dieser Fehlentwicklungen wurde im Vertrag von Maastricht gelegt, der sich aufgrund fehlender Zwänge als zahnloser Tiger entpuppte - welch Wunder, da doch die gleichen schuldensüchtigen Politiker (vor allem der Südstaaten Europas) seine Einhaltung überwachen sollten, die zugleich ein ausgeprägtes Interesse am Bruch seiner Regeln hatten.

Das Kalkül dieser Politiker ist bisher aufgegangen: Wenn es eng wird, zahlt am Ende Deutschland.

Das Kalkül der deutschen Kartellparteien, allen voran von CDU und SPD, droht dagegen in einer Weise zu platzen, die verheerende Ausmaße für den noch verbliebenen Wohlstand in Deutschland haben wird.

Wer sich mit dem tatsächlichen Ausmaß des absehbaren Desasters, das sich auf mehr als 2 Billionen Euro taxieren lässt, näher beschäftigen möchte, dem empfehle ich folgenden hervorragenden Artikel.

Im Ergebnis würde dies auf eine Vermögensvernichtung von 25.000 Euro für jeden Bürger in Deutschland hinauslaufen - vom Baby bis zum Greis. Unvorstellbar - und zugleich mit jedem Tag wahrscheinlicher werdend, da man sich an die Ursachen der Probleme nicht herantraut.

Der Euro ist also ein unverantwortliches Experiment mit unser aller Wohlstand.

Die Geschäftsgrundlage des Euro war: Keine Haftung für die Schulden anderer Länder und keine Staatsschulden über 60 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts. Diese Regeln sind zerstört worden.Deshalb muss Deutschland die Transferunion aufkündigen und den Euroraum verlassen.

Der Euro ist für ein Wirtschaftsgebiet mit völlig unterschiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften eine Fehlkonstruktion. Nach achtzehn Jahren Spannungsaufbau kann die Gemeinschaftswährung nur noch über permanente und weitgehend deutsche Haftungsübernahmen aufrechterhalten werden.

Dies ist keine Basis für die gedeihliche Entwicklung der Volkswirtschaften der Euroländer. Die Folge ist eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit im Süden Europas. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Spanien und Griechenland bei über 40 Prozent, in Italien bei über 35 Prozent und in Frankreich bei über 25 Prozent.

Es entwickeln sich „verlorene Generationen“. Die Völker Europas werden diese Entwicklung nicht klaglos hinnehmen und sich zu Recht gegen die politischen Eliten auflehnen.

Ich bin mir dessen bewusst, dass die Rückabwicklung einer fast 20 Jahre zurückliegenden Fehlentscheidung finanziell schwierig sein wird. Solche Kosten werden jedoch niedriger sein als die eines weiteren Verbleibs im Eurosystem, da dessen weitere Entwicklung bezüglich der Fremdhaftung und der Zinseinbußen unabsehbar und daher nicht zu begrenzen ist.

Bis zum Ausstieg aus dem Euro sind die gefährdeten Target-2-Forderungen der Bundesbank abzuschmelzen, jährlich an Stichtagen glattzustellen oder mit Sicherheiten zu unterlegen. Alternativ wird die Bundesbank beauftragt, diese Forderungen abzuschmelzen, indem sie Sachwerte in den Schuldnerstaaten ankauft.

Kommentare:

  1. Zitat:"Der Euro ist für ein Wirtschaftsgebiet mit völlig unterschiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften eine Fehlkonstruktion."

    Das ist und bleibt der Knoten, der sich nicht lösen lassen wird. Europa wird durch den Euro de facto "italienisiert". Wie in Italien innerhalb eines einzigen Landes zu beobachten, ist auch im Gesamteuropa der Norden stark industrialisiert, während der Süden zumeist vom saisonabhängigen Tourismus lebt.
    Dies führt bei einem vereinigten Wirtschafts- und Währungsraum zwangsläufig zu Finanztransfers vom Norden in den Süden, zu Wanderungsbewegungen vom Süden in den Norden, oder zu einem massiven Anstieg der Kriminalität im Süden, denn das Wohlstandsgefälle von Nord nach Süd versucht sich naturgemäß irgendwie auszugleichen. Die Unterschiedlichen Wirtschaftsräume auf den gleichen Nenner zu bringen, um diese Effekte abzumildern oder sogar zu verhindern, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Lokale Kultur, lokales Klima und die menschliche Physis bestimmen die unterschiedliche Wirtschaftsleistung. Da, wo es oftmals sehr heiß ist, schuftet verständlicherweise kein Mensch den ganzen Tag in der Fabrik. Und das Klima im Süden dem Klima im Norden anzupassen, dürfte auch mittels "regenerativer" Energien und Reduktion des CO2 Ausstoßes nicht zu erreichen sein, denn schließlich ist die Erde eine Kugel und keine Scheibe. ;-)
    Mit sinkender Distanz zum Äquator wird es physikalisch bedingt deutlich heißer und trockener. Und je heißer und trockener das Klima, desto weniger arbeits- und energieintensive Industrie wird man dort ansiedeln können. Dass man mit der ganzjährlichen Produktion von hochwertigen Industriegütern, wie etwa Autos, potentiell mehr Geld erwirtschaftet, als mit dem saisonalen Verkauf von Nahrungsmitteln oder der Vermietung von Hotelzimmern, versteht sich von selbst.
    Beides einfach in einen Topf zu werfen, führt somit unweigerlich zu sozialen Verwerfungen. Noch schlimmer wird es, wenn man die EU-Außengrenzen auch noch fallen lässt und Afrika quasi eingemeindet. Die derzeitigen Wanderungsbewegungen von Afrika nach Europa sprechen eine deutliche Sprache.
    Grenzen machen Sinn. Wo der ungezügelte Wasserfall das Erdreich massiv aufwühlt, führt eine Schleuse zu deutlich weniger Erosion.

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  2. Der EUR ist insgesamt ein kleineres Problem als der Fakt, daß es Zentralbanken gibt. Trotzdem hat der EUR gegen über anderen ehemaligen schwachen Währungen einen klaren Vorteil. Er kann nur von der EZB inflationiert werden. Gerade in den schwachen Ländern schützt der EUR mit einer geringeren Inflation immer noch die höhere eigene Inflation durch die eigene Notenbank

    Das Argument über "Abwertung" ist keins. Wenn all immer versuchen abzuwerten ist das Ergebnis ein Abwertungswettlauf und der endet nun mal in einer wertlosen Währung:

    Richtig war/ist und bleibt: Die Zentralbanken gehören abgeschafft. Nur das schützt jeden Sparer.

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