Montag, 21. August 2017

Das EU-hörige Kartell der Blockparteien kämpft gegen Windmühlenflügel: Stickoxide und Feinstaub gegen den Dieselmotor

Bild: Pixabay / Zauberin / CC0 Public Domain
von Thomas Rettig
Es ist wie in der DDR, wo selbst die Nomenklatura an das Lügengebäude glaubte, das sie in die Köpfe der Menschen hämmern ließ. So betrachten die durchweg staatsgläubigen etablierten Parteien den EU-Grenzwert für Stickstoffdioxide, den der Deutsche Bundestag 2016 gegen den Widerstand von Experten endgültig eingeführt hatte, als über alle Kritik erhaben. Motto: Alles Gute kommt von oben. Erlaubt sind jetzt 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft im Jahresdurchschnitt an den Messpunkten stark befahrener Straßen. Das kann kaum eine Stadt einhalten, wie die FAZ bereits am 11.05.2009 konstatierte. Für diesen Grenzwert, der auf eine Richtlinie der Europäischen Union von 1999 zurückgeht, gibt es allerdings keine stichhaltige Begründung, wie Focus-Redakteur Olaf Opitz im Juli 2017 festhielt. Er machte als einer der ersten darauf aufmerksam, dass "am deutschen Arbeitsplatz für Beschäftigte laut Bundesgesundheitsblatt 950 Mikrogramm pro Kubikmeter Innenraumluft als 'Maximale Arbeitsplatz-Konzentration' (MAK)" erlaubt ist, also mehr als das 23-Fache! Außerdem zitierte er eine groß angelegte US-Studie, bei der man Ratten die Abgabe von Euro-5-Dieselmotoren schnüffeln ließ: "Leichte Reizungen der Atemwege traten erst bei einer NO2-Konzentration von etwa 8000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft auf. Sogar Stickstoffdioxidkonzentrationen von 2000 µg, die den Emissionen eines EURO 5 Dieselmotors entsprechen, hätten keine nachteiligen Wirkungen in den Lungen der Versuchstiere ausgelöst" (Focus vom 20.07.2017: Absurde Dieselpanik! Im Büro ist 20 Mal mehr Stickstoffdioxid erlaubt als auf der Straße).

Weil nun aber selbst die neueste Generation der Dieselmotoren (Euro 6) den von der UNO und der EU vorgegebenen Grenzwert von 40 Mikrogramm nicht einhalten kann, will die Sponti-Bundeskanzlerin dem Diesel den Garaus machen! Es ist offensichtlich, dass hinter der Diesel-Grenzwert-Hysterie die neomarxistischen Gleichheitsfanatiker der EU-Bürokratie stecken, die seit vielen Jahren den Leistungsbilanzüberschuss Deutschland kritisieren und damit nach Ansicht des Ökonomen Hans-Werner Sinn nur ihre wirtschaftliche Inkompetenz dokumentieren (Die Basarökonomie, Berlin 2005, Seite 185 ff). Die Europäische Union will mit der 'Grenzwertlüge' (Focus) gezielt die deutsche Automobilindustrie ausbremsen, und zwar mit dem Hintergedanken, den der früheren Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) einmal laut aussprach: "In Brüssel wird’s erdacht, in Deutschland wird’s gemacht, in Italien wird gelacht!" Will heißen: Nur die Deutschen sind so blöd, sich an die Vorgaben der EU zu halten. 

Der Focus informierte in dem Artikel auch darüber, dass die Stickstoffoxid-Belastung in den vergangenen Jahrzehnten trotz steigendem Verkehrsaufkommen auf weniger als die Hälfte reduziert werden konnte, was der Sozialismus nie und nimmer geschafft hätte: "Laut Umweltbundesamt sei die NO2-Gesamtbelastung zwischen 1990 und 2014 von 3 Millionen Tonnen auf ungefähr 1,3 Millionen Tonnen um nahezu 60 Prozent zurückgegangen, betont Greim in seiner Stellungnahme für den Bundestag. Insgesamt sei also die Stickstoffdioxid-Belastung deutscher Städte in den letzten 25 Jahren deutlich gesunken. Nur an einzelnen Messstellen direkt an Straßen würden sie gelegentlich überschritten. Für Passanten entstehe anders als am Arbeitsplatz mit erlaubten 950 Mikrogramm nur eine Kurzeitbelastung." 

AfD-Sprecher Jörg Meuthen kommentierte am 02.08.17 den Grenzwert-Skandal in Facebook wie folgt: "Diese Ideologen wollen also mit aller Macht – koste es die Bürger, was es auch wolle – das Autofahren in seiner bisherigen Form unmöglich machen. Einige von ihnen schrecken dabei anscheinend auch vor Lügen nicht zurück: Professor Greim höchstpersönlich legte dem Deutschen Bundestag im Zuge einer Expertenanhörung am 8. September 2016 die beschriebenen Sachverhalte deutlich dar – eine schallende Ohrfeige für das gesamte Parlament mit seinen unkritischen Grenzwert-Abnickern. Und was steht nun in der Kurzfassung des Bundestages zu dieser Anhörung: Professor Greim zweifele nicht an den festgelegten Grenzwerten! Das exakte Gegenteil der getroffenen Expertenaussage".

Aber die Vertreter des Establishments vertrauen den Angaben und Zahlen unbesehen, die andere Vertreter des Establishments manipuliert haben. Das ist nur allzu menschlich, denn bei solch dröger Thematik ist es mühsam, in dem Dschungel von verschwurbelten Behörden-Websites und oberflächlichen Zeitungsartikeln die relevanten Informationen bzw. Zahlen zu finden. Auch kann man sich bei der Recherche des Eindrucks nicht verwehren, dass die Beamten-Statistiker in erster Linie damit beschäftigt sind brisante Zahlen zu verstecken oder zu frisieren. With a little help from my facebook friends bin ich allerdings auf einen Artikel gestoßen, der Sprengstoff birgt: 

Der irrwitzig strenge EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm, den auch die UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahre 2005 auf Empfehlung von Epidemiologen für Stickstoffoxide absegnete, beruht auf Missverständnissen, schreibt Martin Prem im Oberbayerischen Volksblatt. Denn die Stickoxide dienten diesen Fachleuten für die Volksgesundheit nur als Indikator für verkehrsbedingte Gesundheitsbelastungen allgemein, schrieb der Redakteur beim Münchner Merkur in einem Gastbeitrag für die Lokalzeitung aus Rosenheim: "Es ging bei den epidemiologischen Untersuchungen gar nicht nur um Stickoxide. Deren Vorhandensein sei nur ein 'starker Hinweis auf Fahrzeugemissionen', heißt es in dem Bericht an die WHO. Alles, was sonst noch an Gift in der Luft war, wurde so dem Sündenbock Stickoxid in die Schuhe geschoben. Im Klartext: Wenn in der Münchner Oettingenstraße 60 Mikrogramm Stickstoffdioxid im Jahresmittel gemessen werden, heißt das nicht, dass dieser Stoff es ist, der krank macht. Es heißt nur, dass die Summe der verkehrsbedingten Emissionen schädlich ist. Ob Stickoxid aus Dieselabgasen der Bösewicht ist – oder Feinstaub aus Benzinmotoren, wurde gar nicht untersucht. Schon allein das führt die Forderung nach einem isolierten Diesel-Fahrverbot komplett ad absurdum." 

Merkur-Redakteur Prem bemängelt ferner, dass die epidemiologischen Untersuchungen bereits viele Jahrzehnte alt sind und schreibt: "Der WHO-Bericht basiert nahezu durchgängig auf Messungen, die in Zeiträumen oder Regionen vorgenommen wurden, in denen es noch keine wirksame Abgasreinigung gab oder in denen sie noch in den Kinderschuhen steckte. Viele der statistisch erfassten vermeintlichen NOX-Gesundheitsschäden können gar nicht mehr entstehen. Die Schadstoffe, die sie in Wirklichkeit ausgelöst haben, sind inzwischen aus der Luft weitgehend verschwunden." Er nennt die Beispiele Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe, die seit der Einführung des Katalysators kein Problem mehr darstellten. Das Gleiche gelte für Schwefeldioxid seit der Einführung schwefelfreier Kraftstoffe und für Asbest seit dem Verbot asbesthaltiger Bremsbeläge. 

"Bleibt der Feinstaub", schreibt Prem und fährt fort: "Ein Großteil der schädlichen Partikel kam früher aus dem Auspuff von Dieselautos. Das ist mit der Einführung von Rußfiltern kein Thema mehr. Heute sind Benzinabgase eine wichtige Feinstaub-Quelle – weshalb auch Benziner künftig Filter brauchen. Dazu kommen Feinstäube durch Reifenabrieb oder dem Abrieb von Bremsbelägen. Sie bleiben ein Problem – das sich aber auch nicht einseitig Diesel oder Benzinmotoren zuordnen lässt." Der Redakteur beendet seinen Artikel mit einem Appell an die wissenschaftliche Redlichkeit: "Bevor man über Fahrverbote auch nur nachdenkt, sollten Toxikologen und Epidemiologen unter heutigen Bedingungen gemeinsam erforschen, welche Wirkungen welcher Schadstoff in welcher Konzentration hat – und ob deren Mix darüber hinausgehende Schäden verursacht. Alles andere wäre Scharlatanerie (Oberbayerisches Volksblatt vom 31.07.17: Wie Stickoxide zum Sündenbock wurden). 

In einem Telepolis-Artikel erfahren wir übrigens, dass "mehr als die Hälfte des jährlich in Deutschland gemessenen Feinstaubs aus Holzheizungen stammt, deren Behaglichkeit gerade das Milieu zu schätzen weiß, in dem der Diesel am schärfsten verdammt wird" (heise.de vom 24.07.17: Diesel-Debatte: Ist der Stickstoffdioxid-Grenzwert sinnvoll?).

Die Linken und Wohlmeinenden erinnern an den sinnreichen Junker Don Quichote von der Mancha. Mit den Stickstoffoxiden und dem Motorenfeinstaub kämpfen sie gegen Windmühlenflügel, ganz ähnlich wie Miguel de Cervantes' Ritter von der traurigen Gestalt (Madrid 1605). Zur Tragikomödie wird uns das Schauspiel deswegen, weil diese verwirrten Kämpfer für das Gute und Schöne heute keine Einzelerscheinungen sind, sondern den ganzen Staatsapparat, ja fast den ganzen Westen unterwandert haben!

Bereits im Januar 2017 hatte der Motoren-Entwickler Friedrich Indra schweres Geschütz gegen die Elektromobilität aufgefahren: "Das Elektroauto löst kein einziges Umweltproblem und leistet keinen Beitrag zum Umweltschutz" sagte Indra, der einst bei Audi und General Motors unter Vertrag stand. Bei ganzheitlicher Betrachtungsweise (und unter Berücksichtigung der Energieverluste zum Beispiel beim Laden der Batterie) weise das E-Auto eine wesentlich geringere Effizienz und Umweltfreundlichkeit auf, je nachdem wie viele fossile Treibstoffe wie Kohle oder Gas zum jeweiligen Energiemix eines Landes beitragen: "Es gibt eine sehr gute Untersuchung von Professor Spicher, derzufolge bei einer CO2-Well-to-Wheel-Betrachtung das Elektroauto in Deutschland um den Faktor 1,6 schlechter ist als ein Verbrenner. In Österreich ist es immerhin nur um den Faktor 1,3 schlechter, weil wir viel Wasserkraft nutzen. In China hingegen ist es 4 bis 5 mal schlechter. Und wir reden hier über den Verbrauch und noch nicht einmal über die riesigen Energiemengen, die bei der Herstellung der Batterien benötigt werden und mit denen ein normales Auto etwa 30.000 Kilometer weit käme. Und dazu kommt noch das Thema Recycling; niemand kann diese wertvollen Stoffe ausreichend recyceln." (Focus vom 19.01.2017: Es gibt einen Hass gegen Verbrenner).

Die deutsche Industrie solle sich Toyota zum Vorbild nehmen, wo man von der reinen Elektromobilität Abstand nimmt (Spiegel vom 04.10.2016). "Dort sagt man klipp und klar: Wir machen nicht mit, weil man damit kein Geld verdienen kann, die Energiebilanz schlecht ist und baldige Lösung nicht in Sicht ist", meint Friedrich Indra und äußert einen Verdacht: "Aber die deutsche Bundesregierung hat eben zur Förderung dieser Technik 13 Milliarden Euro unter die Auto- und Batteriehersteller gestreut, und ich habe oft den Eindruck, dass das eine Art Schweigegeld ist." 

Motorenentwickler Indra ist fassungslos über die Kampagne, die gegen den Verbrennungsmotor gefahren wird. Er sagte in dem Interview: "Es gibt in Politik und Medien einen Hass gegen den Verbrenner, und der wird unheimlich geschürt durch das Volkswagen-Abgasthema. Dieser hochgespielte Skandal unterbindet jede sachliche Diskussion, und die Politik stellt sich gegenüber der Autoindustrie inzwischen auf den Standpunkt: Wir beschließen einfach, ihr setzt um. Die Industrie hat ein schlechtes Gewissen, auch wenn das völliger Unsinn ist, und so kommt es zu Zielvorgaben wie den 25 Prozent Elektro-Anteil in wenigen Jahren, in absehbarer Zukunft sogar 100 Prozent. Dieses Wunschdenken geht Hand in Hand mit Ablenkungsmanövern. Noch nie haben Industrie und Politik so irrational gehandelt. Wie das überhaupt wirtschaftlich funktionieren soll, wenn man keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr hat, mit denen man ja Geld verdienen kann, hat sich wohl noch kein Politiker überlegt." (Focus vom 19.01.2017: Es gibt einen Hass gegen Verbrenner). 

Als Folge der einseitigen Berichterstattung des Gutmenschen-Journalismus geht der Politik offensichtlich nicht nur die Rechtsstaatlichkeit, sondern auch der Realitätssinn abhanden. Das Ifo-Institut München errechnete kürzlich, dass bei einem Verbot des Verbrennungsmotors ab 2030 (wie die Grünen fordern) mindestens 600.000 Jobs in Deutschland auf dem Spiel stehen würden (Welt vom 18.07.2017: Verbot von Verbrennungsmotoren gefährdet 620.000 Jobs).

1 Kommentar:

  1. Danke für das Zitat des Bundesverkehrsministers Manfred Stolpe (SPD): "In Brüssel wird’s erdacht, in Deutschland wird’s gemacht, in Italien wird gelacht!". Es sagt sehr viel aus.

    Das eigentliche Problem nicht die Sachfragen sind. Sondern eher das "deutsche Wesen" bzw. Obrigkeitshörigkeit, Hysterie, Unfähigkeit andere Meinungen stehen zu lassen etc.

    Es ist außerhalb der Vorstellungswelt des normalen Deutschen bei Anweisungen von Oben den Sinn oder die Motive zu hinterfragen. Die Grenzwerte und Brüssel befehlen, wir setzen um.

    Bei der typischen deutschen konsequenten Interpretation gibt es dann kein Pro und Contra, keine anderen Standpunkte, Rücksicht auf Verluste oder Grenzen.

    Nicht mal die Grenzen der Physik und fundamentale Werte der Justiz wie Energiedichte oder Bestandsschutz.

    AntwortenLöschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *