Samstag, 22. Juli 2017

Vorsorge: Präzisionsgewehre mit Zielfernrohr statt Gold

Bild: Pixabay / hamiltonleen / CC0 Public Domain
von Kurt Kowalsky
Ich habe mal bei mir im Keller nachgesehen, da liegt kein Gold. Was ich an Gold besitze, besteht aus ein paar Ringen und den Goldanteilen meiner Armbanduhr.

Die Bundesbank möchte mir von dem bei ihr gelagerten Gold nichts abgeben.

Jetzt zu den Fragen: 

1. Was nutzt es mir, hat die Regierung irgendwelches Gold gebunkert, auf das ich keinen Zugriff habe?

2. Die Regierung lagert einen großen Teil des Goldes irgendwo bei unseren "Freunden" in den USA. Ich persönlich, würde meine Wertsachen dann doch lieber bei der Cosa Nostra deponieren - hätte ich keinen Keller.

Das Gold ist also bei einer Krise so sicher weg, wie man einen Hundert-Euro-Schein nicht mehr zurück bekommt, welchen man aus Versehen das Klo hinabgespült hat.

Was nutzt es also dem Staat, hat er im Ausland Gold, wenn ein Krisenszenario eintritt, in dem er das Metall benötigt? Glaubt man wirklich, dass sich eine derartige Krise lediglich auf einen Nationalstaat beschränkt? Und wie sieht eine derartige Krise konkret aus?

3. Wenn Gold seit Tausenden Jahren wertbeständig ist, habe ich davon persönlich in etwa soviel, wie von der Tatsache, dass flüssiges Wasser seit ewigen Zeiten bei Kältegraden gefriert. Und hätte zu Zeiten des biblischen Herodes meine Vorfahren so eine kleine Goldmünze besessen, und hätte die keiner meiner Großväter verloren oder versoffen, dann besäße ich heute keinen riesigen Berg Vermögen, sondern immer noch so eine kleine Goldmünze im Wert von etwa 160 Euro.

4. Ich bin froh, dass es mir verhältnismäßig gut geht. Doch 160 Euro würde mir noch meine Putzfrau schenken, ginge es mir plötzlich schlecht. Kommt aber nun diese imaginäre Krise und das gesamte Fiatgeld wird wertlos, was mache ich dann mit dieser Goldmünze? Kaufe ich dafür bei Lidl ein Vollkornbrot und eine Staude Knoblauch, um die bösen Geister zu vertreiben?

Man stelle sich vor: Alle Leute um mich herum, meine Freunde, meine Mieter, meine Kunden - niemand hat mehr Geld. Da ist doch ein Brot und der Knoblauch viel sinnvoller als das goldene Erbstück meiner Vorfahren. Und wo tausche ich es um? Bei diesem Araber, bei mir um die Ecke? Oder beim Finanzamt (ebenfalls bei mir um die Ecke)? Sagen mir doch die Letzteren: "Oh, sie wollen Ihre Steuerschulden bezahlen? Eigentlich hätten uns ein paar lappige Scheine von diesem wertlosen Geld genügt, denn so steht es im Gesetz. Aber wir nehmen auch die Goldmünze."

Also doch der Araber. Nur bei dem waren dann schon ein paar Tausend Figuren und haben ihre Eheringe versilbert. (Wir haben ja eine Krise!) Was will dieser Goldhändler mir also dafür geben? Knoblauch und Brot? Oder dieses lappige und wertlose Papiergeld?

Es ergibt alles keinen Sinn. Historisch betrachtet hatten die Menschen trotz Armut und Hunger und Elend und Krankheit immer Mittel dafür übrig, sich irgendwelche Waffen zu beschaffen, um sich gegenseitig umzubringen. Das ist der gemeinsame Nenner einer Spezies, welche sich die Krone der Schöpfung nennt. Und sie hatten in Krisenzeiten immer große Mäuler, mit denen sie irgend einen Führer anhimmelten. Gold oder nicht Gold war historisch nie die Frage. Das Schicksal der Menschen entschied sich stets an der Frage: friedliche Kooperation oder Gewalt.

Und da bin ich mit meiner irrelevanten Meinung und meinem Scheiß Goldstück dann wie ein Schilfrohr im Wind mitten drin.

Wenn also Vorsorge, dann in Präzisionsgewehre mit Zielfernrohr, damit man die stinkenden Fressen, welche die Massen bejubeln, rechtzeitig abknallen kann.

Eine andere Art der Vorsorge ist eben die erwähnte friedliche Kooperation. Den Arschlöchern, welche mich in guten Zeiten bereits zu bescheißen versuchten, könnte man in Krisenzeiten vielleicht noch die Goldzähne ausschlagen (wenn sie denn welche haben). Die anderen Mitmenschen, mit denen man heute bereits friedlich und fair kooperiert, sind sicher auch in einer Krise dazu bereit.

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