Montag, 31. Juli 2017

Angst vor Bank Run? EU bereitet Verhinderung von Kontoabhebungen vor - warum jetzt?

Bild: Pixabay / mohamed82eg / CC0 Public Domain
von Prof. Dr. Jörg Meuthen
Eine Reuters-Meldung vom 28.7., 16:08 Uhr, lässt aufhorchen: Die EU diskutiert nun die Möglichkeit, Abhebungen von jeglichen Bankkonten zeitweise vollständig zu untersagen oder betragsmäßig auf ein Minimum zu beschränken.

Der Hintergrund ist, dass man für den Fall eines sogenannten "Bank Runs" - zu viele Kunden wollen gleichzeitig ihr Geld vom Konto abheben - ein gesetzliches Instrument parat haben möchte, um die Kunden hochoffiziell von ihrem Vorhaben abbringen zu können.

Haben Sie, liebe Leser, etwas davon mitbekommen? Sehen Sie: Ich auch nicht. Der Grund ist einfach: Die versammelten Leitmedien schweigen dieses Thema komplett tot. Nur der Akribie eines meiner Teammitglieder ist es zu verdanken, dass diese englischsprachige Reuters-Meldung nicht unterging.

Und ich finde, diese Meldung ist nicht ganz unwichtig. Insbesondere der Zeitpunkt darf neugierig hinterfragt werden: Warum ausgerechnet jetzt? Seit dem Ausbruch der großen Finanzkrise sind zehn lange Jahre ins Land gegangen - war da nicht genug Zeit? Waren die Mechanismen eines Bank Runs nicht längst bekannt?

Warum also jetzt? Könnte es sein, dass die EU mehr weiß als der normale Bürger zum Zustand des Bankensystems, insbesondere in Südeuropa? Vor knapp zwei Monaten ging bekanntlich die spanische "Banco Popular" in die Knie, als Kunden in Panik ihre Einlagen abzogen.

Einige Wochen später dann die nächste Hiobsbotschaft: Die EZB teilte (übrigens zu einem sehr ungewöhnlichen Zeitpunkt, nämlich an einem Freitagabend um 21:35 Uhr!) mit, dass die venezianischen Institute Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca, gemessen an sämtlichen Einlagen zusammen immerhin das siebtgrößte Institut des Landes, nach italienischem Konkursrecht abgewickelt werden sollen.

Da fragt man sich doch als Otto Normalverbraucher: Was kommt da auf die Südstaaten der Euro-Zone zu? Und welche Auswirkungen hat dies auf den Rest dieser fehlkonstruierten Währungsunion, also auch und gerade auf das wirtschaftlich potente Deutschland und seine Bürger?

Fragen, zu denen die Menschen gerne Antworten hätten. Und zwar von den Regierenden wie zum Beispiel Frau Merkel, die mit ihrer völlig verkorksten Euro-"Rettungspolitik" seit Jahren eine echte Problemlösung verhindert und damit den aktuellen Zustand maßgeblich mitverantwortet.

Diese ganze, absehbare Problematik gehört bekanntlich zur Gründungs-DNA der AfD. Schon im Jahr 2013 haben wir vehement gefordert, diese fehlkonstruierte Währungsunion mit ihren sich für Deutschland abzeichnenden Haftungsrisiken aufzulösen.

Und was machten CDU und SPD? Das Gegenteil. Sie ersonnen monströse Haftungsgebilde wie den EFSF und dann den ESM, deren kryptische Kürzel und sperrige Namen über das hinwegtäuschen sollen, was sie sind: Nämlich Haftungsgebilde zu Lasten der wirtschaftlich potenten Länder der Euro-Zone.

Es ist also zu befürchten, dass uns allen die Rechnung dieser ständigen Fehlentscheidungen früher oder später präsentiert wird. Auch hierüber kann der Bürger am 24.9. abstimmen: Ein "Weiter so!" in einem hochfragilen Haftungsgebilde, das für Deutschland unkontrollierbar ist - oder eine geordnete Abwicklung des Euro.

Kommentare:

  1. Ich kann mir denken wer der Mitarbeiter war. Ich weiß aber, wer es auf FB zumindest mal mit verbreitet hat ;)

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