Montag, 1. Mai 2017

EU-Ideologie zum 1. Mai: Ahnungslosigkeit oder Schizophrenie?

Bild: HajjiBaba (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
von Hannes Bierl
Am 1. Mai wird immer wieder deutlich, wie die Altparteien und die meisten Gewerkschaften die einfachen Leute und die Arbeiter verachten. Die SPD-Leute, die uns den Euro, die Rentenprobleme und die hohen Steuern für Arbeitnehmer und Mittelstand eingebrockt haben, halten Sonntagsreden und geben vor, für die Interessen der Arbeiter einzutreten. Es sind die gleichen SPD- und DGB-Vertreter, die die Brexit-Wähler, die vor allem aus Arbeiterbezirken kamen, als Idioten beschimpfen und die EU loben, die vor allem den Interessen großer Konzerne und Bürokraten dient und Länder wie Griechenland deindustrialisiert und verarmt hat. Es sind die gleichen Leute aus den Altparteien, die die Mehrwertsteuer entgegen ihrer Wahlversprechen erhöht und das Rentensystem vor die Wand gefahren haben, die den einfachen Menschen jetzt eine Besserung ihrer Lebenssituation versprechen. Bedenken ihrer Mitglieder, z. B. der EU- und Euro-Gegnerschaft, werden bei Gewerkschaften wie Verdi unterdrückt und AfD-Mitglieder an den Pranger gestellt.
 

Das korporatistische Bündnis aus Altparteien, Gewerkschaften und Unternehmerverbänden betreibt einen schamlosen Lobbyismus für die Europäische Union und den Euro, beides Institutionen, die halb Europa verarmt haben, nur multinationalen Großkonzernen nutzen und die nationalstaatlich verankerten Rechte von Beschäftigten zunehmend aushebeln. Mit dem griechischen Premier Tsipras, der die Löhne und Renten der Arbeiter senkt und den Bauern und dem Mittelstand horrende Steuererhöhungen aufbrummt, sind die gleichen Personen solidarisch, die jetzt über die bösen nationalistischen Briten schimpfen, die sich vom EU-Entdemokratisierungsprojekt abgewandt haben und ihre demokratischen Rechte schützen wollen - für viele SPD- und DGB-Funktionäre, sind das rückwärtsgewandte Nationalisten, die nicht über die Intelligenz verfügen, die Segnungen der bürokratisch-lobbyistischen EU zu verstehen. 

Daß es den Arbeitern unter Beata Szydlo und Theresa May besser geht als unter dem Brüssel-Linken Tsipras, nehmen diese verbrüsselten Ideologen gar nicht wahr. Leute, die am Sonntag bei "Pulse of Europe" auf einer Kundgebung, die von einem Konzern-Anwalt organisiert wird, demonstrieren, gehen am am Montag mit der SPD für Arbeiterrechte auf die Straße - ist das noch Ahnungslosigkeit oder schon Schizophrenie?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *