Freitag, 26. Mai 2017

Das Crash-Jahr 1929 lässt grüßen

Bild: Dorothea Lange, Farm Security Administration / Office of War
Information / Office of Emergency Management / Resettlement
Administration [Public domain], via Wikimedia Commons
Marktkommentar von Claus Vogt
Ähnliche Signale wie vor Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 

Vorige Woche habe ich Sie bereits darauf aufmerksam gemacht, wie sehr sich die Lage an den Aktienmärkten zugespitzt hat. Nun hat sich eine besonders strenge Version eines Indikators der quantitativen Analyse zu Wort gemeldet, der seit dem Jahr 1900 zuvor nur ein einziges Verkaufssignal gegeben hatte. Das war im August 1929.

Am 3. September jenes schicksalhaften Jahres erreichte der Dow Jones Industrial Average mit 386 Punkten das Hoch seiner damaligen Hausse. Es folgte der berühmte Oktober-Crash, in dessen Verlauf der Index um 50% abstürzte. Doch das war nur der Anfang. Nach einer mehrmonatigen Zwischenerholung ging es bis Mitte 1932 noch viel weiter nach unten. Am Ende dieser verheerenden Baisse war der Dow um 89% gefallen und die Weltwirtschaftskrise nahm ihren Lauf. 

Dow Jones Industrial Average, 1921 bis 1932 

Nach dem Signal von 1929 folgte zunächst ein spektakulärer Aktien-Crash. 
Insgesamt fiel der Index in knapp drei Jahren um 89%. Quelle: St. Louis Fed

Stellen Sie sich mindestens auf eine Kurshalbierung ein 

Ganz so schlimm wird es dieses Mal hoffentlich nicht kommen. Allerdings sind die US-Aktienmärkte ähnlich stark überbewertet wie damals. Deshalb rechne ich mindestens mit einer Kurshalbierung und wäre auch nicht überrascht, wenn die Verluste deutlich höher ausfallen sollten. Die unseriöse Geld- und Staatsschuldenpolitik der vergangenen Jahre haben die Welt in ein Pulverfass verwandelt, indem sie die der Marktwirtschaft innewohnenden Korrektive und Selbstheilungsprozesse außer Kraft gesetzt haben. Es sieht so aus, als würde uns die Rechnung für diesen kurzsichtigen Irrsinn demnächst präsentiert werden.

Ausführliche Details zu den Indikatoren, die mich dazu bringen, jetzt das Platzen der riesigen Spekulationsblase zu prognostizieren, lesen Sie in der am Dienstag erscheinenden Juni-Ausgabe meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren

Die Antwort der Zentralbanker: noch mehr Geld drucken 

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre rechne ich fest damit, dass unsere Zentralbankbürokraten, die unter Hyperaktivität und maßloser Selbstüberschätzung leiden, einer Baisse an den Aktienmärkten nicht tatenlos zusehen werden. Wie schon in den Baisse-Jahren 2001/02 und 2007 bis 2009 werden sie alle Register ziehen, um die Märkte zu stützen. Geholfen hat es damals allerdings nicht allzu viel. In beiden Fällen konnten sie eine Kurshalbierung nicht verhindern. Dass es ihnen dieses Mal gelingen wird, bezweifele ich sehr.

Aber ich rechne fest damit, dass die extremistischen geldpolitischen Maßnahmen, die Alan Greenspan und Ben Bernanke salonfähig gemacht haben, nicht nur wiederholt, sondern sogar noch ausgebaut werden. Mit anderen Worten: Die Marktmanipulationen werden zunehmen und die Gelddruckmaschinen heiß laufen. Denn bei Licht besehen, verfügen Zentralbanken nur über ein einziges geldpolitisches Instrument, auch wenn sie sich noch so sehr bemühen, diese Tatsache hinter einem Schwall hochgestochener „Fachbegriffe“ zu verbergen, und dieses Instrument ist eine Gelddruckmaschine. 

Für Goldanleger ist das eine gute Nachricht 

Für Sie als Goldanleger sind das natürlich gute Nachrichten. Denn Gold ist im Unterschied zu Aktien und Anleihen kein schnödes Zahlungsversprechen, kein Wechsel auf die Zukunft, sondern ein knappes Gut, das nicht beliebig vermehrt werden kann. Deshalb war und ist es der beste Schutz vor den Gefahren, die von wildgewordenen Zentralbankbürokraten ausgehen. 

Gold: Mehr als 15% p.a. in den nächsten 10 Jahren? 

Die Ökonomie ist zwar keine exakte Wissenschaft. Aber es gibt ein paar sehr verlässliche langfristige statistische Korrelationen, deren Existenz ökonomisch eindeutig Sinn macht. Eine dieser Korrelationen ist die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte in Abhängigkeit von der fundamentalen Bewertung. Je höher die fundamentale Bewertung ist, desto niedriger ist die anschließende langfristige Performance. Am deutlichsten ausgeprägt ist dieser Zusammenhang bei einem Zeitraum von 10 bis 12 Jahren.

Für den S&P 500 Index ergibt sich daraus aufgrund der aktuellen Überbewertung für die nächsten 10 Jahre eine durchschnittliche Kursentwicklung von minus 1,3% per annum. Ja, das haben Sie richtig gelesen: Die hohe Überbewertung wird dafür sorgen, dass die Aktienmärkte in 10 bis 12 Jahren tiefer stehen werden als heute – genauso, wie es auch nach dem Platzen der Blase im Jahr 2000 der Fall gewesen ist.

Nun gibt es auch eine statistisch signifikante Korrelation zwischen dem Goldpreis und der durchschnittlichen jährlichen Performance des S&P 500. Diese Korrelation besagt, dass Sie in den kommenden 10 Jahren mit einem durchschnittlichen Anstieg des Goldpreises von mehr als 15% per annum rechnen dürfen.

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