Mittwoch, 12. April 2017

Steilmeldung: Buntes Regierung e.V. verabschiedet Gesetz zur Absicherung der Brot-und-Spiele-Agenda

Bild: Pixabay / Compi-Service /
CC0 Public Domain
von Philipp A. Mende
Berlin (12.04.17). Nach der versehentlichen Bombendetonation in der Nähe des Mannschaftsbusses von Borussia Dortbunt reagierte die Buntes Regierung gleichermaßen bestürzt wie professionell. Dr. gend. Rosa Einhorn-Sorgenlos (Bündnis 15 / Die Bunten) erklärte: „Konkrete Hinweise auf ein mögliches Attentat werden nicht vorliegen.“

Renommierte Rückendeckung erhielt die junge Politikerin, welche ursprünglich nach nur 18 Semestern in Gender- und Sozialwissenschaften promovierte, von Prof. Dr. Leninia Steuerknecht sowie dem Klomann der Karl-Marx-Universität Dortbunt, wonach die einzig richtige und von Toleranz geprägte Antwort auf einen mutmaßlichen „Terroranschlag“ in der gesamten Stadt nur aus einem „unbeirrten Bekenntnis zu mehr Offenheit besteh[en]“ könne und würde.

Der Einwurf eines 87-jährigen werktätigen Maschinenschlossers Hans-Jürgen Zahltschon*, wonach womöglich der Anschlag selbst ein etwaiges Indiz auf einen Anschlag darstellen könnte, wurde vom Stinisterium für Maatssicherheit gemäß „§666 Nürnberger Anti-Rechts-Kunstbuntheitsbestimmungen, Absatz 16a Jetzt-erst-recht” umgehend als Hasspropaganda identifiziert und mit sechs Monaten progressiven Zuchthausaufenthaltes sowie einer präventiven, einmonatigen Facebooksperre geahndet. Ebenso wurde Zahltschons Schlossereibetrieb in Kenntnis gesetzt.

Unbestätigten Quellen zufolge besitze der ältere Herr aufgrund einer 75-Stunden-Woche über keinen Facebook-Account, was bedeuten würde, dass die Sperre im Falle des greifenden Absatzes „16b Erbschuldsgerechtigkeit durch Falschgesinnung” automatisch auf den alterstechnisch am nähesten kommenden Verwandten übertragen werden würde.

Einhorn-Sorgenlos: „Es kann nicht angehen, dass besorgte Wutbürger, die nur aufgrund ihrer Produktivität meinen, etwas meinen zu müssen oder gar glauben, Teil unserer bunten Demokratie zu sein, rechtspopulistisches Gedankengut kundtun. Hier müssen wir als Demokraten entschieden und wehrhaft bleiben.“ Frau Ministerialministerin unterstrich ihre grunzgesetzlich gedeckte Aussage mit dem Verweis auf Bombendetonationen während Musikfestivals, an Bahnhöfen, in Mehrfamilienhäusern sowie neben Buntes-Liga-Bussen zwischen 1949 und 2015. Nicht.

Ferner leitete das Bunt noch am selben Tag neben dem einhunderteinundvierzigsten Gesetzgebungsverfahren, wonach Gesetzgebungsverfahren aus Respekt künftig nicht mehr während des wichtigen Opferfestes (Īd al-Adhā) in Gang gesetzt werden sollen, das im laufenden Quartal einhundertzweiundvierzigste Gesetzgebungsverfahren in die Wege, wonach Buntes-Ligisten fortan in nicht weniger als vier Panzerkampfwägen des vom Porsche-Unternehmen konzipierten Typus VIII „Maus“ zu Heim- und Auswärtsspielen gebracht sowie zusätzlich eskortiert werden müssen. Die Ratifizierung ist für die Kaffeepause am morgigen Tag einberaumt.

Damit will die Buntes Regierung e.V. einserseits die Sicherheit auch fürderhin auf qualitativ höchstem Niveau bewahren sowie, insbesondere, keine Risse innerhalb der buntvolkstümlichen Passion zum kollektiv abgesegneten und unbeirrbar verfolgenden Brot-und-Spiele-Programm riskieren. Einhorn-Sorgenlos: „Im Endeffekt ist es egal, auf welche Art und Weise Spiele zustande kommen. Solange sie zustande kommen. Das sind wir den Wählern und Steuerzahlern einfach schuldig.“

*Name von der Redaktion geändert

1 Kommentar:

  1. 1949 - 2015 R.I.P.13. April 2017 um 03:26

    Sehr schöne Satire.
    Mit kunstvollen Wortspielereien.
    ;-))

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