Donnerstag, 27. April 2017

Sigmar Gabriels blamabler Israelbesuch: Deutschlands Judenproblem

Bild: Ginniwunni (Own work)
[CC0], via Wikimedia Commons
von Thorben Schwarz
Pünktlich zum Israelbesuch des deutschen Außenministers übt sich dessen Heimat in ihrer Lieblingsdisziplin neben Frühjahrsputz und Bratwürsten: Der Verbreitung von blankem Antisemitismus. Gabriel, der sich bereits in der Vergangenheit nicht zu schade war, den Führer der „palästinensischen“ Oppositionsgruppierungen Abbas als Freund zu bezeichnen, einen Holocaustleugner freilich, dessen bevorzugte Ein-Staaten-Lösung eine Auslöschung Israels mit einem großen, palästinensischen Staat kombiniert.

Palästinensisch? Nicht nur Außenstehende fragen sich, was das bedeuten soll, besteht doch keine Ethnie, die man im entferntesten als „Palästinenser“ bezeichnen könnte. Wenn man also einmal wieder einen Israelkritiker gegenüber hat, und ich vermute diese Personengruppe nach wie vor in der Mehrheit in Deutschland, sollte man ihn mit ein paar Fragen konfrontieren – beispielsweise mit der Frage, wann der Staat Palästina gegründet wurde, oder wie die Grenzen verliefen. Auch auf die Frage, wie die Hauptstadt oder gar die fünf größten Städte hießen erntet man maximal ein „das ist doch alles zionistische Hetze“. Oder ein berühmtes Staatsoberhaupt vor Arafat, gar eine Sprache des Landes „Palästina“? Ganz zu schweigen nach der vorherrschenden Religion im antiken Palästina oder dem Grund für das Verschwinden des Landes, wenn es doch bestünde, beziehungsweise existiert haben soll. Fakt ist: Palästina existiert nicht, Palästina hat es nie gegeben und die völkerrechtliche Legitimation Palästinas gleicht der des Islamischen Staates.

Es ist also völlig unerklärlich, warum Sigmar Gabriel Unterstützer eines religiösen Extremismus als seine „Freunde“ bezeichnet. Ist er womöglich Antisemit? Das traurige: Er liegt mit seiner Einstellung im Trend der Zeit. War es nicht der jetzige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der zu seiner Zeit als Außenminister erklärte, Deutschland stünde zur „Zwei-Staaten-Lösung“, war es nicht der damalige Außenminister der Vereinigten Staaten, John Kerry, der verkündete, Israel könne „entweder jüdisch oder demokratisch“ sein? Ist es nicht die Europäische Union, die importierte Waren aus dem israelisch besiedelten Gebiet, also der West Bank, mit einer besonderen Deklarierung kennzeichnet, und das, siebzig Jahre nachdem jüdische Geschäfte mit dem Satz „Kauft nicht bei Juden“ deklariert wurden? War es nicht Kanzlerkandidat Martin Schulz, der in einer Rede vor dem Knesset antisemitische Ressentiments aufgriff?

Deutschland hat ein Problem mit dem Antisemitismus, denn weite Teile des Establishments scheinen große Vorbehalte, Vorurteile und Vorwürfe gegen Israel und seine jüdische Bevölkerung zu hegen, daher stürzt man sich, auch in der Presse, nur all zu oft in billige antisemitische Verschwörungstheorien und findet beim Griff in die Schmutzkiste häufig die alte, vergilbte Palästinenserkarte.

Nun hat Benjamin Netanjahu dem deutschen Außenminister die Grenzen aufgezeigt und ein Treffen mit ihm abgesagt – jener wollte sich mit einer Gruppierung treffen, die Palästinenser mit Videokameras ausstattet, um israelische Polizisten zu filmen und die Antisemitismus salonfähig machen möchte. Netanjahu distanziert sich von extremen Antisemiten, wir sollten es ihm gleichtun. Sigmar Gabriel ist gescheitert, seinen Bemühungen, Israel zu schaden, wurde angemessen begegnet – er sollte nun das einzig richtige tun: Zurücktreten.

Kommentare:

  1. Was Sie da schreiben ist von A bis Z grober Unfug. Es gab vor der Masseneinwanderung von Juden ein britisches Mandatsgebiet Palästina, das ohne Zweifel irgendwann als souveräner Staat in die Unabhängigkeit entlassen worden wäre, wäre es nicht anders gekommen. Wenn Sie bestreiten, dass es Palästinenser gibt, so müssen Sie auch Syrer, Iraker oder Libanesen als Völker ablehnen. Ethnisch gesehen hätten Sie wohl recht, weil alle Araber sind, aber dennoch sind sie Staatsvölker, so wie es die Palästinenser heute wären wenn nicht... siehe oben.
    Ebenso müssten Sie mit Ihrer Argumentation die Israelis als Volk negieren. Sie haben mit den vor 2000 Jahren aus diesem Gebiet Ausgezogenen gewiss nicht mehr viel zu tun, sind über die inzwischen vergangenen 2 Millennien in ihren verschiedenen Aufnahmeländern völlig unterschiedlich sozialisiert worden und mussten sogar das moderne Hebräisch erst lernen.

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    1. Sie übersehen bei Ihrem hübschen Aufsatz, dass aus dem britischen Mandatsgebiet "Palästina" sogar zwei souveräne Staaten entstanden sind. Ein großes Jordanien und ein kleines Israel.

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  2. Ja,da haben Sie Recht. Aber was ändert das an meiner grundsätzlichen Aussage?

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    1. Nun ja, dann wissen Sie doch dass es Palästina nie als Staat existiert hat. Es gab auch kaum jemanden vor der Staatsgründung Israels, der sich anstatt als Araber "Palästinenser" nennen würde. Aus diesem Grund ist es zumindest sehr fragwürdig, ob man Palästinenser als Ethnie betrachten sollte.

      Was ist dann mit den Jordaniern? Sind das Palästinenser? Wenn Ja, dann haben die Palästinenser bereits ihren eigenen Staat. Wenn Nein, warum sind plötzlich die Araber zu Palästinenser geworden, die nach 1923 auf dem britischen Rest-Mandatsgebiet wohnten, aber nicht die Araber die östlich des Jordans lebten?

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  3. Also Wirklich.......
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    Für die Osmanen gab es keine Palästinenser, sondern nur Stämme die alle ihren eigenen Namen hatten.
    Sogar nach 1949 fand man den begriff nicht, er wurde erst erschaffen, nachdem die Araber ihren Krieg verloren und man anfing Propaganda zu betreiben.
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    Palästinenser, als so etwas hatten sich die Stämme vorher nie selber bezeichnet, nein sie definierten sich nach Stammeszugehörigkeit.
    Für mich wäre es also absolut angebracht diese "Palästinenser" als Jordanier, Syrer und Libanesen zu klassieren, denn diese Staaten waren die Länder welche diesen Arabern den Pass ausstellten, so die denn damals einen benötigten.
    Zu Staatenlosen haben s8ich die Araber aus Propagandazwecken selber gemacht, ja und auch weil die verschi3endenen Stämme auch als Staaten noch agierten wie früher als Stammespolitik ihr Tun bestimmte.
    Als es ein Jordanien gab, wollten die Stämme die mehrheitlich dort lebten, die anderen Stämme am Rande ihres Staates umherzogen, am liebsten vertreiben.
    Araber unter sich sind die Gnadenlosesten überhaupt.
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  4. Noch was.
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    Latenter Antisemitismus ist in Europa gerade in den Linksparteien stark verbreitet, auch hier in der Schweiz.
    Natürlich würde das niemand zugeben, die kaschieren es mit "Anti-Zionismus" und anderen Kunstgriffen.
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    Ich selber heisse Walter Roth und wurde gerade erst wieder mal in einem Blog gesperrt. ( N8twächter heisst der ) Mangelndes Geschichtsbewusstsein und Beleidigung waren die Argumente.
    Es dürfte sich aber mehr um den Umstand gehandelt haben, dass ich immer gern eingreife wenns wieder mal die Juden gewesen sind.
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    Naja, der Blog bedeutet mir nichts, er ist stark Verschwörungstheoretisch. Nur die Berichterstattung über die Wahl in den USA war gut.
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    Geht es um Fragen im Zusammenhang mit Weltpolitik und Finanzen, sind die Rothschilds sofort präsent und natürlich ...... die Juden waren es.
    Dann sinds die Illuminaten, dann die Freimaurer....... stc.& pp.
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    Wenn ich solchen Leuten dann klar mache, dass wir auch nicht bei jeder Missetat unserer Politiker von den Reformierten, Katholiken oder Orthodoxen sprechen, also der Bezug zum Judentum einem dummen Vorurteil entspricht.......
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    Also ich werde dann gerne gefragt ob ich Jude sei.
    Eine Farbe im Nachnamen deuten die wohl so, dabei kommt Roth ursprünglich von "Rotha" mit Bezug zum Wagenrad, nicht von der Farbe Rot.
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    Erst glauben sie mir nicht das es mein Geschlecht seit 700 Jahren und am selben Ort gibt und ich Protestant sei, dann werde ich gesperrt.
    Denn kein Jude gibt ja zu das er Jude ist.
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    Das ist mir nun mehrmals passiert. Es ist egal, denn in solchen Blogs will ich nicht mittun, aber es ist eben doch nicht unüblich.
    In allen Kreisen sind diese Vorurteile eben weit verbreitet.
    -
    Sigmar Gabriel, warum sollte der nicht auch einer von denen sein ???

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  5. Ich bin wirklich nicht bewandert auf dem Gebiet des Nahostkonflikts, deshalb die ganz wertfreie Frage: Ist das Bevorzugen der Zwei-Staaten-Lösung wirklich antisemitisch?

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