Samstag, 1. April 2017

Martin Schulz: Ein Betrugsfall

Bild: Foto-AG Gymnasium Melle [CC BY-SA 3.0],
via Wikimedia Commons
von Philipp Rosipal
Martin Schulz ist der neue Gerechtigkeitsbringer! Zumindest im Wunschtraum vieler kleiner SPD-Lakaien. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus. Eine Welle persönlichen Amüsements überkam mich, als ich las, er sei „unsozial“ weil er Karriere mache und 300 Euro Tagegeld kassierte. Es scheint, als wären Alkohol-Vergangenheit, die Bürgermeisterschaft in seinem Kaff Würselen und das Tagegeld alles, was seinen Gegnern einfällt, um ihn populistisch zu paralysieren. Man denkt nicht an weitere Argumentationsmethoden, weil man zu faul ist, um über den Tellerrand zu schauen. Aber genau das könnte Martin Schulz ein für alle Mal vernichten.

Abgesehen von dem üblichen Wort- und Bildmüll, welchen rechte Meme-Seiten über ihn verbreiten, um ihre in der Echokammer gefangenen Konsumenten in ihrer Wut anzuregen, gibt es nämlich auch noch eine andere Möglichkeit Herrn Schulz den Kragen platzen zu lassen: Seine eigene Rhetorik. Diese Vorgehensweise muss nicht zwingend deduktiv durchgeführt werden. Reine Wortschnipsel Schulz reichen aus, ihn politisch zu terminieren. Das Zauberwort heißt hierbei Inversion: Die Umkehr eigener Argumentationstechniken. Es ist also notwendig, sich für den nächsten Absatz in einen überzeugten Sozialdemokraten zu verwandeln.

Was Schulz häufig anspricht, sind die Agenda 2010, ihr angebliches Versagen und die sozialen Differenzen, welche sie mit sich brachte. Die erste Frage sollte also lauten: Hat Martin Schulz überhaupt in seiner Brüssel-Zeit irgendetwas gegen den invasiven, neoliberalen Angriff auf sozial Schwache getan? Hat der heilige Sankt Martin in seiner Vergangenheit den Maßanzug gespalten, um sich für die Rückgängigmachung dieser Reformen einzusetzen? Die Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Darauf kann man erst dann mit dem schlussfolgernden Populismus einsetzen: Er saß also faul in Brüssel, stopfte sich die Taschen voll und hat nichts für die deutsche, arbeitende Bevölkerung getan.

Auf diese Weise lässt sich die gesamte Führungsebene der SPD auseinandernehmen. Karrierismus steht in dieser Partei weit über politischen Idealen. Eine Kombination aus Karriere und politischem Verbesserungswahn muss nicht schlecht sein, aber Schulz ist eindeutig ein klar opportunistischer Karrierist. Politische Ideale sind bei ihm Fehl am Platz, es geht ihm nicht einmal um scheinbare „soziale Gerechtigkeit“, es geht ihm einzig und allein um die Macht zu regieren und seinen persönlichen Reichtum zu erhöhen.

Abschließend lässt sich feststellen, dass der schillernde Martin Schulz bloß ein weiterer SPD-Betrugsfall ist. Ein trotz Sonnenkönig-Gehabe (oder genau deshalb) charismatischer Kandidat, völlig austauschbar, welcher die absolut von der Agenda 2010 dominierte Partei befreien soll. Ob dieses Trugbild von Kandidat aufgehen wird, sehen wir im September.

Kommentare:

  1. Wenn man ihn von dieser Seite kritisiert, beraubt man sich sämtlicher Würde. Wir sind doch keine sozialdemokratischen Heulsusen, die ihre Erbärmlichkeit als Anspruch auf einen Lebensunterhalt interpretieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Philipp Rosipal2. April 2017 um 16:28

      Wir müssen keine Heulsusen sein, wir müssen uns einfach in Menschen hineinversetzen können, damit wir so den Spieß umdrehen können.

      Löschen
    2. Anbiederung an den neidgetriebenen Pöbel. Sie gäben einen guten Politiker ab.

      Löschen
    3. Philipp Rosipal2. April 2017 um 23:46

      Und Sie geben einen eloquent gewitzten Diskussionspartner ab.

      Löschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *