Freitag, 7. April 2017

Donald Trump: Reformen nein, Raketen ja

Bild: Pixabay / OpenClipart-Vectors / CC0 Public Domain
von Philipp A. Mende
Eine Woche nach der Wahl Trumps zum neuen POTUS schrieb ich den Kommentar „Donald Trump - man wird sehen“.

Knapp vier Monate sind vergangen. Sehen wir also mal.

Wofür wurde er von Amerikanern gewählt? Für mehr Jobs, für mehr Handel, für Steuersenkungen, für eine vernünftige Einwanderungspolitik, für das Ersetzen von „Obamacare“ durch etwas Besseres etc. Und? Versagen, Verzögerung, Aufschub. Versagen, Verzögerung, Aufschub.

Innenpolitisch - wofür er von einer Mehrzahl amerikanischer Bürger gewählt worden ist - wurde nichts umgesetzt, nicht zuletzt, da er sich schier endlosen, internen Hindernissen gegenübersieht: Richter stellen sich quer, es fehlen genügend Leute im Senat, was auch immer. Er kann keine Gesetze zurücknehmen, ändern oder verabschieden.

Surprise, surprise! Nicht.

„Naja“, so der Einwand, „so schnell geht das eben nicht. Ihr wollt das amerikanische Gesundheitswesen restaurieren? Tja, so etwas braucht Monate oder gar Jahre! Ihr wollt zumindest ein paar konkrete und dauerhafte Gesetze hinsichtlich einer vernünftigen Migration? Tja, solche müssen durch so viele Instanzen, Beanstandungen und Widerwillen durchgesetzt werden, dass das quasi niemals möglich sein wird. Aber hey! Ihr wollt, dass über 50 Raketen in ein fremdes Land gepfeffert werden? Kein Problem, machen wir. Gebt uns zwölf, 24, 36 Stunden und die Sache ist geritzt!“

Geht letztere Aktion eigentlich durch den Kongress? Hmmm. Schließlich unterliegen Militäraktionen doch verfassungsmäßiger Vorgaben, Bedingungen, Absegnungen, wie auch immer ihr es nennen wollt. Inwiefern wurde Amerika eigentlich direkt angegriffen? Tja. Republikanische Prinzipien? Well.

Übrigens: Wollte sich Trump nicht mit ISIS anlegen? Nun, ratet, wer ISIS ebenfalls bekämpft? Richtig! Assad. Nun wurde Assad bombardiert und wer begrüßt dies? Das Clinton-Lager auf jeden Fall. Darüber hinaus höchstwahrscheinlich, da folgelogisch, auch Al-Qaida und - richtig - ISIS!

Ist Assad ein guter Mann? Nein. Genauso wenig wie andere Diktatoren des Mittleren Ostens. Doch einst wurde er umjubelt und unterstützt, heute wird er bombardiert. Klingt das irgendwie vertraut? Sollte es. Und wie gesagt, ging es ursprünglich nicht darum, ISIS zu vernichten? Einst koalierte Kriegsverbrecher Churchill mit Kriegsverbrecher Stalin, um Kriegsverbrecher Hitler zu stürzen. Vielleicht geht es heute wieder um einen Regimewechsel. Aber: Wer soll Assad ersetzen? Wer? Und wie soll das dann ablaufen und aussehen? Es wäre nicht das erste Mal, dass Amerika in der Rolle des vermeintlichen Befreiers versuchen würde, am besten eine Demokratie jefferson‘scher Prägung (die sie selbst nicht einmal mehr besitzen) aus der Asche eines weiteren zerstörten Landes im Mittleren Osten aus den Angeln heben zu wollen. Mit welchem Erfolg? Wie einst im Irak? Oder Libyen? Das Regierungsprogramm „Frieden und Stabilität für den Mittleren Osten“ ist ein ebenso erfolgreiches Unterfangen wie der „war on drugs“, das den Handel und Gebrauch von Drogen vollständig beseitigte; oder wie der „war on poverty“, welcher die Armut beseitigte; wie der „war on ignorance and illiteracy“, welcher jährlich fantastische Schüler hervorbringt, die die Staatsschule verlassen. Richtig?

Der syrische Durchschnitts-IQ liegt bei 83. Es bestehen berechtigte Zweifel, wonach es hinsichtlich des Wiederaufbaus nach einem Regimewechsel u.U. nicht wie in Deutschland oder Japan nach dem 2.Weltkrieg ablaufen wird. Zwei Drittel der syrischen Migranten, welche nach Europa strömen, sind Analphabeten bzgl. ihrer eigenen Sprache. Womöglich nicht optimale Bedingungen. Erst recht nicht innerhalb eines religiös umkämpften geographischen Dauerbrennpunkts.

Mir bleibt nur erneut zu sagen: Man wird sehen. Unnötig zu erwähnen, dass ich den ganzen Affenzirkus nur noch leid bin.

Kommentare:

  1. Sie Herr Mende waren einer der glühenden Propagandisten für Donald Trump. Reden Sie sich nicht heraus, Sie wollten diesen Mann als Präsident. Stehen Sie nun auch hinter dessen Entscheidungen !

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    1. @Anonym: #notanargument
      Stattdessen eine weitere hochnotpeinliche Verleumdung aus der frustrierten, im Stolz verletzten und praktisch rundum gescheiterten Gagagrande-Gummizelle.

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