Mittwoch, 15. März 2017

Rezension: Geburtendefizit und wirtschaftliches Langzeitrisiko

Das Buch kann hier bestellt werden.
Tomasz M. Froelich rezensiert
Gunnar Heinsohn: Geburtendefizit und wirtschaftliches Langzeitrisiko, 100 Seiten, 12,90 Euro, Frankfurter Allgemeine Buch
Gunnar Heinsohn widmet sich in diesem Büchlein dem deutschen Geburtendefizit und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Langzeitrisiken. Die Aussichten für den deutschen Sozialstaat sind düster: Die ungünstige demographische Entwicklung, ein großes Bildungsdefizit der einheimischen und vor allem der zugewanderten Bevölkerung, zu wenige MINT-Fächer-Studierende, eine zunehmend einsetzende Abwanderung einheimischer Eliten und die aufgrund massiver Umverteilung fehlende Attraktivität, um Könner aus dem Ausland anzulocken, verheißen nichts Gutes. 

Während es Länder mit unterdurchschnittlich vielen Hilfsbedürftigen gibt, gehört Deutschland zu den Ländern, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Hilfsbedürftigen beherbergen. Im Kampf um Könner aus dem Ausland, die die Wirtschaft am Leben erhalten sollen, hat Deutschland mit seinem Sozialstaat schlechte Karten. Wer qualifiziert ist und auswandern möchte, wählt ein Land, in dem Leistung und nicht Müßiggang belohnt wird. Wer unqualifiziert ist, liebäugelt mit einer Auswanderung nach Deutschland, das zudem fast jeden dieser Menschen aufnimmt.
 

Die Annahme, dass sich diese Menschen im Zuge staatlicher Förderprogramme zu Leistungsträgern entwickeln könnten, erscheint naiv. Besser machen es Länder wie Australien oder Kanada, die auf restriktivere Grenzpolitiken setzen und – im Gegensatz zu Deutschland – zu wahren Kompetenzfestungen gewachsen sind: Freiheit von Hypersteuern, Mega-Sozialindustrien und Terror sind entscheidende Standortvorteile im Kampf um die Könner. 

Heinsohns Appell ist daher völlig richtig: Um die wirtschaftlichen Langzeitrisiken im Zuge des Geburtendefizits zu bekämpfen, reicht ein neurotischer Humanitarismus, der in erster Linie auf das Wohl der Hilfsbedürftigen abzielt, nicht aus. Man muss auch an die Versorger denken, von denen es im eigenen Land zu wenige gibt, weshalb qualifizierte Zuwanderer notwendig sind. Diese werden jedoch nur dann kommen, wenn Deutschland seine Standortnachteile abbaut.

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