Mittwoch, 8. März 2017

Identitäre: Keine Freunde der Freiheit

Bild: Leedti0r (Own work) [CC BY-SA 4.0],
via Wikimedia Commons
von Philipp Rosipal
Stärker und stärker wachsen in letzter Zeit die Identitären. Sie verschreiben sich der Hochhaltung einer starken kulturellen, sozialen und ethnischen „Identität“. Der laienhafte Beobachter würde sicherlich auf den ersten Blick glauben, es seien Patrioten, die ihr Heimatland liebten. Der Schein trübt jedoch: Identitäre sind nicht bloß Patrioten, sie propagieren eine gesamtheitliche Einteilung ethnischer und kultureller Entitäten im Staate und der Gesellschaft. Eine einfache Vaterlandsliebe ist das dann nicht mehr – vielmehr noch: Es ist sogar eine Bedrohung für unsere Freiheit!

Schaut man sich nämlich die politischen Forderungen von Repräsentanten jener Gruppen an, erkennt man auch ohne gelerntes Auge schnell, dass zwischen NPD-Programm und Aussagen dieser Gurkentruppen keine große Differenz besteht. Beide fordern „starke Staaten“, welche Finanzmärkte und Gesamtwirtschaft stark regulieren. Außerdem beklagen sie auch die „Umverteilung von Arm nach Reich“ durch „zu niedrige Steuern“ und angebliche kapitalistische Ausbeutung. Der ökonomischen Globalisierung sind sie kritisch gegenüber ausgerichtet. Kurzum: Identitäre sind in ökonomischer Hinsicht mit nationalen Sozialisten bereits auf einer Schwelle.

Neben ökonomischen Zwängen sollte ihrer Meinung nach auch ein erhöhter Zwang auf die Gesellschaft ausgeübt werden. Anstatt das Konstrukt des Sozialstaats anzugehen, begeben sie sich auf die klassisch rechte Linie: Sie sind gegen offene Grenzen. Das heißt vorerst nichts schlechtes, wenn man diesen Sachverhalt aber mit den obig erwähnten Forderungen in Bezug auf die Sozial- und Wirtschaftspolitik abgleicht, festigt das die politische Einordnung ins braun-sozialistische Spektrum.

Die Diktion des Terminus „Identität“ erfolgt in dieser Bewegung nicht aus individualistischer, persönlich-heimatlicher Perspektive. Selber erklärt die Identitäre Bewegung Deutschland den Begriff der Identität auf der eigenen Homepage mit klar kollektivistischem Anstrich. Es ist nicht von der persönlichen Identität einzelner Personen, kurz: der alten Terminologie, sondern von einer „Volks- bzw. Staatsidentität“ die Rede.

Identitarismus ist purer Kollektivismus und hat neben gesamtübergreifender Stereotypeneinordnung einzelner Kulturen auch noch einen sozialistischen Unterton. Liberale und Libertäre sollten sich deshalb von Bewegungen wie dieser fernhalten. Ein Einstehen für westliche Werte und die zivilisierte Kultur dahinter ist wichtig, keine Frage. Sich deshalb aber mit Sozialisten abzugeben wäre ein fataler Selbstbruch und Rückschritt.

Kommentare:

  1. Wenn man die "alte Terminologie" (z.B. "Volksidentität") als überholt, ewig gestrig und rechts-nazistisch einstuft, dann ist das (vorgegebene/gewünschte) Ergebnis natürlich klar. Schön, wenn bei einer "Beweisführung" vom Ergebnis ausgegangen wird.

    Ist hier halt anders als in der Mathematik.

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    1. Philipp Rosipal8. März 2017 um 14:29

      Der Schrei nach "Volksidentität" ist eine die Forderung nach Hochhalten einer kollektivistischen Entität und hat deshalb nichts in den Forderungen freiheitlicher Menschen zu suchen.

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    2. Die "Volksidentität" wird man niemals ganz los, denn sie ist Teil der Sozialisation eines jeden Individuums. Daraus einen kollektivistischen Zwang abzuleiten, ist aus freiheitlicher Sicht sicherlich falsch. Den "völkischen" Teil der Identität deswegen jedoch vollends zu verdammen, widerspricht der liberalen Vorstellung von freier Entfaltung der Persönlichkeit. Letztlich ist der Umgang mit kultureller Identität eine Frage der Balance. So lange man niemandem schadet, sollte alles erlaubt sein. Lokales Brauchtum mit eingeschlossen. Sollte sich dieses lokale Brauchtum aber plötzlich über seine natürlichen Grenzen hinweg als allgemeingültig definieren, wird es problematisch, denn genau da liegt die Grenze zwischen Patriotismus und Faschismus.

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  2. Zitat: "Der Schein trübt... " Nein, er trügt höchstens. Aber nicht mal das. Woran macht man bei den Identitären eine "gesamtübergreifende Stereotypeneinordnung einzelner Kulturen" fest?
    Mir scheint, dem Autor mangelt es an Verständnis, aber er wollte halt als "Liberaler oder Freiheitlicher" schnell mal einen Verriss über die Identitären schreiben. Es ist nicht anrüchig, verbindende Elemente unserer Gemeinschaft (eines Volkes) auf friedliche, kreative Weise bewahren zu wollen. Dies als "Forderung nach Hochhalten einer kollektivistischen Entität" auszulegen, zeugt von einer scheuklappenartig verengten Sicht. Identitäre Ziele sind m. E. nicht kollektivistisch (Kollektivismus: das Wohlergehen des Kollektivs hat höchste Priorität; alle Einzelinteressen werden denen des Kollektivs untergeordnet) - aber natürlich ist eine "Bewegung" als loses Bündnis von Gleichgesinnten per se auch als Kollektiv zu betrachten, vielleicht rührt daher die zirkelschlussartige Annahme, dieses Kollektiv verfolge zwangsläufig kollektivistische Ziele, da es sich nicht wie vielleicht Libertäre in immer kleine Fraktionen/Grüppchen aufspalte?
    Identität kann nie allein "die persönliche Identität" sein. Das hat nichts mit "alter" oder neuer "Terminologie" zu tun, wie der Autor irrigerweise meint, sondern damit, dass eine nationale bzw. ethnokulturelle Identität etwas anderes ist als das Ich-bin-nur-ich-Bewusstsein eines Individuums.
    Aber: No Man is an Island. Identität hat selbstverständlich immer auch kollektive Merkmale, und ein verbindendes Element unserer Identität ist unstrittigerweise der ethnokulturelle Aspekt. Da muss man nicht vorschnell sozialistisch-kollektivistische Gedankenmuster unterstellen, ohne Kenntnis von den Motiven der Akteure haben zu können. Selbstverständlich ist der Begriff der Identität ganzheitlich zu sehen; die persönliche Identität wird auch durch die ethnokulturelle Identitätsebene geformt und geprägt.
    Die Identitären als zahlenmäßig kleine, aber patriotische und parteipolitsch unabhängige Jugendbewegung in NPD-Nähe zu rücken, grenzt für meinen Geschmack schon an böswillige Verleumdung. Wo hat die IB überhaupt wirtschaftspolitsche/kollektivistische Programme formuliert? Es gibt doch gar keine. Da sind ein paar hundert aktive Jugendliche, die parteipolitisch ungebunden sind und sich kreativ und aktionistisch, aber friedich gegen die unkontrollierte Einwanderungspolitik engagieren; vielleicht äußert sich der eine oder andere mal punktuell metapolitisch? Sorry, aber wie der Autor zu seinem Schluss kommt, ist mir einfach rätselhaft. Im FAQ-Bereich der Website liest sich das ganz anders: https://www.identitaere-bewegung.de/ (Ich bin kein aktiver Supporter der Identitären, aber so viel Fairness sollte sein).

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    1. Philipp Rosipal9. März 2017 um 13:11

      Die halbe Identitäre Bewegung ist von NPD-Leuten unterwandert. Außerdem bezog ich mich im ökonomischen Aspekt auf die persönlichen Aussagen hochrangiger Mitglieder wie Martin Sellner, welche klar auf nationalen Sozialismus andeuten. Man lese sich beispielsweise das Interview mit ihm auf Freitum durch.

      Verwendung des Wortes Identität ist, wie ich bereits im Artikel ansprach, eine Verwendung als pauschalisierendes Wieselwort für "Volks- bzw Nationalidentität.

      Eine private Heimat-Identität oder das Hochhalten von kulturellen Prinzipien ist eine gute Sache. Aber das tut man als Liberaler nicht mit Front National-Argumenten und man umgibt sich auch nicht mit solchen Leuten.

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  3. Wenn Ideologen über Ideologen schreiben, dann klingt das vielleicht seriös. Die Lektüre ist allerdings so ergiebig, für halbwegs intelligente Menschen, wie das Lesen des "Klassikers" - Mein Kampf -. Man könnte auch zwei Serienmörder zuhören, die eine Pseudo-philosophische Debatte darüber führen, wer am Ende das Recht hat zu töten. Es bleibt wirre Hetze und endet immer in Diktatur und Massenmord. Nur das Ideologen zu dumm sind, selbst diese simple Wahrheit zu verstehen.

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  4. @ Max.............
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    Ich bin froh, haben Sie für mich geantwortet, sonst hätte ich das nun ebenso getan.

    Trotzdem noch etwas von mir.
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    Der Artikel ist Unsinn hoch 3.
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    Es gibt immer noch viele Libertäre und Liberale die glauben das man das Prinzip wie einen Glauben leben müsse.
    Schon da stinkt der Fisch vom Kopfe her.
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    Das ist falsch, so eine Gesellschaft funktioniert nur innerhalb von Grenzen mit einen Volk welches sich kennt und einer Gesellschaft die einen gewissen Konsens gefunden hat.
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    Alles andere kommt vielleicht in 500 Jahren w3enn alle sich entsprechend entwickelt haben. Oder wollen gewisse Libertäre die anderen mit ihrem Geld entwickeln ?
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    Aktuell wandern ja Massenhaft illegale Migranten aus aller Herren Länder ein, zumeist Muslime.
    Glaubt hier wirklich einer, dass man mit denen ein Libertäres Staatswesen haben kann....?
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    Nun ja, so einer müsste auch glauben das Christen zusammen mit Muslimen leben können. Wie sich das verhält sehen wir aktuell im Irak oder im Nord-Sinai wo gerade die letzten Christengemeinden ausgerottet werden.
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    Zitat :
    Schaut man sich nämlich die politischen Forderungen von Repräsentanten jener Gruppen an, erkennt man auch ohne gelerntes Auge schnell, dass zwischen NPD-Programm und Aussagen dieser Gurkentruppen keine große Differenz besteht.
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    Das ist dann allerdings der Gipfel des Unsinns.
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    In einem Libertären Forum wird der Auflösung der Nationalstaatlichkeit das Wort geredet.
    Nur wo bleiben dann die Rechte jener die das nicht wollen ?
    Haben die nicht die viel älteren Rechte wie zugezogene und warum kann man eine Libertäre Gesellschaft ......die ich mir wünschte, nicht innerhalb der eigenen Staatsgrenzen leben ?

    Der Artikelschreiber ist den "Glauben" verfallen.

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    1. @Anonym direkt oben drüber

      Bei Libertären spielt das Eigentum eine sehr wichtige Rolle. Wem gehört nun dieses Land? Denen, "die schon länger hier leben" und die ihre Erlaubnis zur Enteignung und zur Verdrängung niemals gegeben haben. Insofern muss ich dem Lager rechts-außen zur Zeit klar zustimmen.
      Aber: Wenn das politisch-mediale Auftreten zu weit nach rechts rückt, wird es (mit staatlichen Mitteln) angreifbar und verliert seine Mehrheitsfähigkeit in der Bevölkerung. So erreicht man letztlich gar nichts.
      Natürlich sollte man dabei genauso aufpassen, dass man den Kulturmarxisten auf der linken Seite des Spektrums nicht auf den Leim geht. Ein zu hohes Maß an Toleranz gegenüber fremden Kulturen, zerstört am Ende die eigene. Und das hat dann mit Freiheit auch nichts mehr zu tun.
      Die Positionierung im freiheitlichen Sektor gleicht einem Balanceakt auf dem Drahtseil. Es gibt zu viele, die die Freiheit nur für sich selbst, aber nicht für andere gewährleistet sehen wollen. Im Falle der momentanen Masseneinwanderung und Kulturvernichtung durch das linke Establishment, muss ich mich aber zweifellos rechts positionieren, um die Balance zu erhalten.

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    2. Philipp Rosipal9. März 2017 um 13:56

      Auf den ersten Kommentar von Anonym:

      Ihre Grundannahme, ich wolle ein libertäres Staatswesen haben, ist eine Fehlallokation. Ich bin ein Liberaler und kein Anarchist.

      Ja, ich teile ihre Einschätzung dass der politische Islam ein Problem für Deutschland darstellt. Eine Grenzschließung ist deshalb vorrübergehend auch erforderlich. Aber deshalb Gruppen mit personell klar sozialistischen Tendenzen zu unterstützen, ist eine absolute Fehlentscheidung.

      _____


      Hallo Herr Pöhling,

      erstens stimme ich Ihnen zu, dass vor allem linke Strömungen schuld an Debakeln der letzten Jahre sind.

      Aber wenn Sie sich so weit rechts positionieren wollen, werden sie gewissermaßen so rechts, dass Sie irgendwann bei links ankommen. Genau das sieht man in dem sozialistischen Duktus, den Mitläufer der Identitären Bewegung anschlagen. "Schützt unseren Sozialstaat, macht die Grenzen dicht, um die Kultur zu schützen" kommt aus Mündern vieler dieser Leute. Häufig ist das nicht mehr bürgerlich konservativ, das grenzt an Nazi-Aussagen. Wenn sie sich die Historie der Mitläufer dort anschauen, ist eine national-sozialistische Veranlagung häufig stark zu erkennen. Mit solchen Leuten kann man kein Bündnis eingehen.

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    3. PS: Mir ist auch nicht klar, auf welchem Wege man aus der derzeitigen Lage zu einer libertären Gesellschaftsform finden will.
      Alle libertären Strömungen, Spielarten und Positionen berufen sich auf die Willensfreiheit des Individuums. So wie ich es verstehe, ist Freiwilligkeit des Individuums ein Grundpfeiler des Libertarismus.
      Aber im Falle der Masseneinwanderung zählt der freie Wille der angestammten Bevölkerung gar nichts, denn er wird aufs Gröbste missachtet. Kaschiert wird dies durch einen hypermoralischen Schleier, gewürzt mit einigen finanziellen Anreizen für Profiteure und der Dämonisierung vereinzelter, engagierter Kritiker und Aktivisten (z.B. Identitäre). Gute Frage: Wem gehört dieses Land? Deutschland ist das Land der Deutschen. Klingt das schon irgendwie seltsam für euch? Ja? Es wagt sich daher kaum jemand noch aus der Deckung - gegen Sachverstand, gegen den (mutmaßlichen) Willen der Mehrheit der hier lebenden Individuuen, z.T. unter Missachtung ihrer Eigentumsrechte wurden quasi sämtliche Schleusen geöffnet. Zählt nur die Willensfreiheit der einwandernden Individuen, obwohl diese Einwanderung auf willkürlich getroffene Entscheidungen, auf unfreiheitliche Zustände zurückgeht? Die "schon länger hier lebenden Menschen" sollen dies erdulden und für alle Folgekosten aufkommen. Sie hatten und haben nicht die Freiheit, sich diesem Ansturm zu verweigern? Was ist mit den Abwehrrechten gegenüber Eingriffen Anderer?
      Zeugte es nicht eher von einer freiheitlichen/libertären Grundhaltung, jedem Menschen die Entscheidung selbst zu überlassen, ob er Migranten/Flüchtlinge/Einwanderer auf eigene Kosten in seinem eigenen Heim aufnehmen und für sie sorgen möchte? Ach nein, dafür ist doch die Allgemeinheit zuständig, das Kollektiv soll das zahlen, in feinster (international)sozialistischer Manier. So weit geht dann die libertäre Haltung nicht.
      Es reicht ja, wenn man ein freundliches Gesicht zeigt und seine moralische Überlegenheit zur Schau stellt.
      Für die hiesigen Individuen gern Zwang, Repression und gnädigerweise Reservate für "Völkische" - der Einstieg in einen totalitären (Pseudo)-Libertarismus.

      Soll das wirklich die Grundlage sein, aus der eine libertäre Gesellschaftsform erwachsen kann?

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  5. Sehr geehrter Herr Rosipal,

    Ein wunderbarer Text !

    In einem Staat alias Gewaltmonopol vorzugeben, welche Rasse, Kultur, Hautfarbe, Religion, Gruppenzugehörigkeit geduldet werden soll, ist schlicht und einfach Faschismus.

    Die Identität eines Staates ist sein Wesen, nämlich die Gewalt. Eine andere Identität gibt es nicht.

    Jeder Versuch, dieser Gewalt einen scheinbar legitimen Anstrich zu verpassen, in dem man auf subjektive, willkürliche Werturteile ausweicht, welchen Idealen die Gewalt des Staates Folge zu leisten habe, ändert nichts an der gewalttätigen Identität eines Staates sondern unterstreicht diese nur.

    Die Identitären betreiben eine Ideologie, die verschleiern soll, dass sie gedenken, mit Hilfe des Staates, auf Kosten anderer, finanziell profitieren zu wollen. Ein identitärer Staat privilegiert jene, die am meisten an ihn Glauben im Gegensatz zu jenen, die ihm gegenüber skeptisch oder abweisend sind.

    Die völkische Sichtweise der Identitären mündet zwingend in einer Feindschaft zum Liberalismus, zur Freiheit des Individuums und damit auch allen Schriften der österreichischen Schule der Nationalökonomie und der Überzeugung, dass ein entfesselter Kapitalismus, abgebaute Hürden und Markteintrittsbarrieren, ein freies Marktgeld, weltweiter Freihandel, echte und gesunde Globalisierung das beste Rezept für ein materiell segensreiches Leben darstellen.

    Sollte es Menschen geben, die sich von der Welt zurückziehen möchten, so haben diese kein Recht, ihren Rückzug allen anderen aufzuzwingen oder ihnen ihre Kontakte zur Welt zu untersagen. Sie sollten, ebenso wie ihre kommunistischen Geschwister, die Möglichkeit haben, sich freiwillig in Kommunen als Selbstversorger zurückziehen und dort ein Leben zu leben, wie sie es sich wünschen. Rückständig, kärglich, ärmlich aber wenn sie damit zufrieden sind, frei. Das ist ihr Recht.

    Doch haben sie kein Recht anderen Menschen deren Lebensvorstellungen vorzuschreiben.

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  6. @ Philipp Rosipal

    Ich kann ihre Bedenken voll und ganz verstehen. Sie haben Recht, das politische Spektrum ist ein Kreis und ab einem gewissen Punkt wird rechts zu links. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass rechts-national gehört werden muss. Und zwar genau aus diesem Grund! Im Moment verhält sich das rechte Spektrum absolut zivil und ist gesprächsbereit. Auf der linken Seite sehe ich dies hingegen so gut wie gar nicht. Wenn das linke Spektrum weiterhin alles in einen Topf schmeißt, wird rechts-national fleißig Zulauf bekommen, aufgrund der irgendwann eintretenden Mehrheit die Gesprächsbereitschaft versiegen und die Linken werden sofort die Seiten wechseln, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Damit haben wir den Kreis zum Nationalsozialismus dann geschlossen. Und genau das muss mit allen Mitteln verhindert werden. Meiner Ansicht nach geht dies nur auf demokratischem Wege. Also lassen wir rechts-national doch ein wenig Luft und ermöglichen so wieder die Beteiligung am demokratischen Diskurs. Auch dann, wenn zum Teil Töne zu hören sind, die geschichtlich ein wenig unangenehm gefärbt sind.

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  7. Meinen Sie das ernst, Herr Pöhling?

    Zitat: "Sie haben Recht, das politische Spektrum ist ein Kreis und ab einem gewissen Punkt wird rechts zu links"

    Wirklich? Können Sie das bitte einmal beschreiben, damit auch ich das verstehe? Also an den Enden ihrer Extreme sollen sich das von Ihnen nicht definierte Rechts mit dem von Ihnen auch nicht definierten Links treffen? Dort stünden sie sich folglich nicht mehr gegenüber, sondern zerflößen in einer Art rot-braunen-freiheitlichen Soße?

    Setzen Sie doch einmal an die Stelle von Links Kollektivismus, Interventionismus, Planwirtschaft und an die Stelle von Rechts persönliche Freiheit und Marktwirtschaft.Und stellen Sie sich das einmal an den Endpunkten einer Geraden an den voneinander entfernten Positionen A und B vor. Links (Position A) den Interventionismus, Kollektivismus und rechts (Position B) die persönlich Freiheit und die Marktwirtschaft. Haben Sie dann immer noch einen Kreis oder die Möglichkeit eines Aufeinandertreffens vor Augen? Falls ja, müssen Sie ein Ideologe sein.

    Was den Artikel anbelangt, halte ich ihn für mehr als schwach. Eine Meinungsäußerung ohne Fundierung und Argumente.

    Was mir nicht erst hier auffiel, ist allerdings: es gibt in der libertären Szene nicht wenige, die zum Dogmatismus neigen und die Gedanken des Freiheitlichen damit ins gerade Gegenteil verkehren. So der Verfasser des kommentierten Artikels. Er deutet die Realität nämlich aus seiner Eutopie heraus. Das ging in die Hose und konnte gar nicht anders sein.

    Dann gibt es aber auch diejenigen sich libertär Nennenden, welche Merkels Rechtsbrüche als solche gänzlich ausblenden und jede "Fachkraft" der Zuwanderung für berechtigt halten, weil ihnen ihre ideologische Sicht Grenzen verhaßt macht. Dort meine ich verkappte International-Sozialisten zu entdecken, welche die sozialistischen Transformationsstrategien verinnerlicht habend, unter der Maske eines Liberatismus argumentieren.

    Die Welt ist grau. Obacht!

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    1. @Anonym

      Haben Sie den Anfang meines Kommentars direkt als Anlass für ihre Antwort genommen und den Rest gar nicht mehr gelesen? Die Antwort, wie es zum Kreis kommt, ist dort bereits gegeben. Bedenken sie außerdem, was ich weiter oben ausgeführt habe: Die nationale Zugehörigkeit ist essentieller Teil fast jeder individuellen Identität. Dem das Bürgertum ausbeutenden sozialistischen Kollektiv können Sie als bürgerliches Individuum nur dann etwas entgegen setzen, wenn sie ebenfalls ein Kollektiv bilden. Und daraus entsteht dann der kollektive Nationalismus. Der finanzstarke und global tätige "Weltbürger", der in jedem Land zuhause ist, ist von diesem Phänomen naturgemäß weit weniger betroffen und versteht die Zusammenhänge nicht.

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    2. Der Kreis, durch den Links auf Rechtsstößt, ist hier ja falsch beschrieben. Im Artikel steht ja deutlich, daß Rechts eben NICHT durch Marktwirtschaft und damit eben auch nicht durch Freiheit charakterisiert ist. Wenn man rechte Parteien und eben auch die Identitären besieht, findet man Regulierungswut, Geschimpfe auf Kapitalismus und sogenannten "Neoliberalismus" - das ist nichts anderes als der Versuch Marktwirtschaft zu diskreditieren. Darauf macht der Artikel aufmerksam, und er tut es zu Recht. Daß das mit linken Ideologien (ungewollt) zusammenfällt, ist ebenfalls kein Wunder; denn es gibt eben rechten und linken Sozialismus. Der Fehler liegt in der bipolaren Ausrichtung politischer Positionen nach der Formel "tertium non datur". Das ist falsch. Die liberale Position ist eben nicht rechts und auch nicht links, und zwar eben deswegen nicht, weil sie freiheitlich d.h. marktwirtschaftlich ist. Wer eine kluge Argumentation dazu lesen will, der schaue in Hayeks "Verfassung der Freiheit". Der Autor führt darin aus, warum er kein Konservativer ist und warum seine (liberale) Position eine dritte ist, die von Links und Rechts so verschieden ist, wie der dritte Eckpunkt eines Dreiecks. Ron Paul sagte es kürzer: "The Right is wrong, the Left is stupid."
      Linke und Rechte sind Etatisten, und Etatisten sind immer Sozialisten. Der Front National z.B. ist eine sozialistische Partei. Identitäre loben aber Le Pen stets über den grünen Klee. Zufall? Nein, eben nicht. Beatrix von Storch und Martin Renner (beide AfD) haben den Sozialismus des FN übrigens mehrmals öffentlich festgestellt. Der deutsche Le Pen ist dagegen unser Sportskamerad Höcke, der gerade der AfD wieder mal zehntausende Stimmen kostet. Auch er ein Sozialist, ein nationaler, ja, aber ein Sozialist, ein Identitärer also, wenn man so will. Die AfD hat hier ganz offenbar ein Identitätsproblem. ;-)
      Und was die deutsche Kultur anbetrifft: was soll darin das Indentitätsstiftende denn sein? Die Sprache. Mehr nicht. Wer einmal von Hamburg nach München fährt, der wird Kultur- und Mentalitätsunterschiede feststellen, die weit größer sind als diejenigen, die er auf dem Wege von Düsseldorf nach Utrecht auszumachen in der Lage ist. Deutschland ist ein Kostrukt aus vielen kleinen Einzelstaaten, die miteinander mal mehr, mal weniger zu tun haben und vor allem durch die gemeinsame Sprache zusammengehalten werden. Natürlich gibt es auch kulturelle Gemeinsamkeiten, diese sind aber gesamteuropäisch. Ein Kulturraum und damit kulturelle Identität ist immer größer und umfassender als es Nationalstaaten sind.

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  8. @Anonym

    Dann sind wir durchaus einer Meinung. Wenn man nochmals den Kreis bemüht, liegt der Liberalismus auf der einen Seite und der Rechts- wie auch Linksextremismus nah beieinander auf der anderen. Ich tendiere zu der klassischen Einschätzung (mit einer Geraden als Spektrum), dass der Liberalismus politisch in der Mitte zu verorten ist und damit das Zünglein an der Waage im gesamten Spektrum spielt. Genau das meinte ich oben mit "Balance". Zu Zeiten als in der West-BRD nur drei Parteien im Bundestag zugegen waren, hat der Liberalismus diese Funktion perfekt ausgefüllt. Er war stets irgendwie beteiligt und konnte starke Tendenzen nach links oder rechts durch entsprechende Positionierung ausbremsen. Zur Zeit steht der Wind stark auf links mit Gefahr (wenn Sie nun wieder an den Kreis denken) zum überspringen auf das nebenan liegende rechts. Es ist aus meiner Sicht angebracht, sich so zu positionieren, dass rechts wieder eher zur liberalen Seite findet, um den Übersprung zu verhindern.

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    1. Addendum bzgl. nationaler Identität, weil mir das bei obiger Antwort leider flitzen gegangen ist.
      Es gibt mehrere Dinge innerhalb einer Nation, die als Identifikationsmerkmal dienen. Die von ihnen genannte Sprache und damit insbesondere die eigene Literatur, die oftmals massiv einend und damit identitätsstiftend wirkt, das Arbeitsethos und die daraus folgende Wirtschafstleistung, sowie das nationale Recht. Europa taugt insbesondere aufgrund seiner Unterschiede in Wirtschaftsleistung/Finanz zur Zeit nicht als Identifikationsstifter. Die Flutung Europas mit Menschen aus einem völlig fremden Kulturkreis, führt zudem mitnichten zu einer Auflockerung des Nationalgefühls, sondern genau zum Gegenteil: Dem Rückzug auf die eigene Nation als Orientierungspunkt.

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  9. Unglaublich Wirrköpfig..............
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    Zitat :
    Philipp Rosipal9. März 2017 um 13:56

    Auf den ersten Kommentar von Anonym:

    Ihre Grundannahme, ich wolle ein libertäres Staatswesen haben, ist eine Fehlallokation. Ich bin ein Liberaler und kein Anarchist.

    Ja, ich teile ihre Einschätzung dass der politische Islam ein Problem für Deutschland darstellt. Eine Grenzschließung ist deshalb vorrübergehend auch erforderlich. Aber deshalb Gruppen mit personell klar sozialistischen Tendenzen zu unterstützen, ist eine absolute Fehlentscheidung.
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    Die Libertären haben also sozialistische Tendenzen.
    Also mich wundert es nicht das Liberale im poltischen Leben keine Rolle mehr spielen. Wollen wir hoffen das sie die Ausnahme in dem Verein sind, denn sonst arbeiten Sie Typen wie Sorros zu und merken es nicht einmal.
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    Generell dürfen bei den Libertären sicher auch Sozialisten mitarbeiten, wenn sie das gemeinsame Ziel einer Nation für ihre Bürger teilen. Bürger sind ALLE nicht nur die einen, nur eben in einem definierten Kreis gemäss der Gesetze des Landes.
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    Aber in der Praxis dürfte es kaum stattfinden, das Sozis bei der IB mitmische......
    Ich jedenfalls kenne keinen Sozi der bei den Identitären dabei ist.
    Ja die fühlen sich anderen Gruppen wie 1%, Götz Kubitschek oder "Bayern ist Frei" weit mehr verbunden und werden vielleicht einst nahtlos zusammen agieren.
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    ))) Libertär mit Anarchistisch ((( gleichzusetzen ist ein weiterer Unsinn.
    Libertär heisst für mich vor allen einmal weniger Staat, mehr Eigenverantwortlichkeit, hat aber nichts mit Anarchie zu tun, ganz im Gegenteil. Aber wir haben eine andere Vorstellung von gesunder Gesellschaft, ....die wir ja im Moment nicht mehr haben.
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    Wie kommen sie bloss auf solche Ideen.
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    Ich bin Libertärer und auch Konservativ,wähle hier in der Schweiz SVP weil ich damit einen tragbaren Kompromiss eingehen kann, was sich keineswegs beisst ....obwohl auch Libertäre diese Verknüpfung durchaus diskutieren.
    Nein das passt wunderbar zusammen.
    Ausser halt für jene die diese Denkrichtung perfektionieren wollen, sie also zu einer Ideologie machen. Aber genau das ist ja das Übel unserer Zeit, ...das Ideologisieren.
    Und "Links" ist heute eine Glaubensrichtig mit allen Zügen einer Religion wesswegen sie auch den Islam als Kampfgefährten benutzen wollen........ naja, bevor der Islam sie dann ausrottet. Aber zu der Erkenntnis fehlt es unseren Linken an Intelligenz.
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    Das Ideologisieren lehnen die meisten Libertären mit Sinn für die Realität, ab.
    Für mich wäre ein Ron-Paul in den USA "der" Kandidat gewesen, aber Trump finde ich auch sehr gut, das beste was wir haben konnten.
    Realisten verlangen nicht nach Ideologie oder Religion, sie nehmen was Sinnvoll ist und Richtung Ziel zeigt.
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    Die Identitären zeigen ebenso Richtung Ziel, was auch für Sie als sogenanntem Liberalen gälte, würden sie das nur erkennen.

    Walter Roth

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  10. Ops................

    Das ( Generell dürfen bei den Libertären sicher auch Sozialisten mitarbeiten, ) sollte Identitäre heissen.

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