Donnerstag, 23. März 2017

Dunja Hayali in der ''Jungen Freiheit'': Unberechtigte Vorwürfe von rechts und links

Bild: Screenshot Junge Freiheit - Facebook.
von Lion Edler
Beachtlich: Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali gibt der "Jungen Freiheit" ein Interview und spricht sich darin für das Aushalten von gegensätzlichen Meinungen aus. Außerdem erklärt sie in dem Gespräch, dass zu einer Demokratie nicht nur die "Mitte", sondern auch "links" und "rechts" gehören. 

Nun erntet sie wegen des Interviews einen doppelten "Shitstorm" mit Beschimpfungen von links und rechts: Die "Rechten" werfen ihr vor, sie sei im ZDF bislang auch nicht tolerant gegenüber Asyl-Kritikern gewesen, daher sei ihr Interview nur ein "Wendehals-Manöver" wegen des drehenden Windes. Die "Linken" werfen ihr wiederum vor, dass sie überhaupt mit der "Jungen Freiheit" gesprochen habe: Hayali lasse sich "instrumentalisieren", denn die "Junge Freiheit" sei in Wirklichkeit nur darauf aus, arglose Interviewpartner zu gewinnen, um sich mit dieser "neurechten Medienstrategie" harmlos zu "geben". Das Bemühen der "Jungen Freiheit" um eine "Debatte" sei nur vorgeschoben, um die finsteren Absichten der teuflischen "Neuen Rechten" zu verschleiern (komisch, dass dennoch ihre gegenüber der "Jungen Freiheit" abweichende Meinung abgedruckt wurde, obwohl das Bemühen um Debatte ja nur vorgetäuscht sein soll).

Beide Vorwürfe von links (Junge Freiheit und "neurechte Medienstrategie") sowie von rechts ("Wendehals-Manöver") scheinen mir genau das Verdächtigungs-Denken zu zeigen, das von Hayali selbst in dem Interview kritisiert worden war. Bei der Gesamt-Betrachtung des Interviews finde ich ihre Worte jedoch sehr wohl glaubwürdig, und sie verdienen große Anerkennung!

Der Vorwurf "Wendehals" scheint mir schon deshalb nicht überzeugend, weil sie durch das Interview in keiner Weise profitiert. Im Gegenteil: Sie bekommt lediglich zwei gewaltige "Shitstorms", von denen der eine nach ein paar Tagen vergehen wird, während der andere ihr schlimmstenfalls sogar beruflich gefährlich werden kann. Es macht keinen Sinn, sich so einem Risiko auszusetzen, wenn man es nicht ernst meint. Ein Dazulernen sollte man ihr auch zugestehen.
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Zuerst erschienen auf der Facebook-Seite des Autors.

1 Kommentar:

  1. Es fordert Rückgrat, im Alleingang aus den verhärteten Fronten auszubrechen und Dinge so sehen zu wollen, wie sie wirklich sind.
    Respekt, Frau Hayali!
    Von ihrem Schlag braucht es mehr. Und zwar auf allen Seiten.

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