Montag, 6. Februar 2017

Warum es ein Unsinn ist, gegen die Ungerechtigkeit in der Welt, aber gleichzeitig links zu sein

Bereitschaft für das eigene Land zu kämpfen:
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von Walter Schüle
Wer will, dass sein Land das Unrecht in der Welt bekämpft, diverse Tyrannen zähmt oder gegen das Unrecht in den entlegendsten Ecken der Welt kämpfen will, kommt nicht am Patriotismus vorbei. Deutschland kann sich nicht mit Tyrannen und Konzernen anlegen, die Armen der Erde versorgen, sichere Stätten bieten (alles schon für sich genommen Herkulesaufgaben) - und dann zeitgleich verrecken, wie aus dem gleichen Lager gefordert.

Die Fähigkeit eines Landes, für irgendeine Gerechtigkeit einzutreten, steht und fällt mit der Bereitschaft seiner Bürger, für dieses Land dann auch einzustehen. Denn das Land ist eine handlungsfähige Plattform, die Utopie ist es nicht.

Nun sind in Deutschland gemäß der Gallup-Umfrage von 2015 weniger als 20% der Bevölkerung bereit, für ihr Land zu kämpfen. Unsere Gesellschaft ist postheroisch und dadurch konfliktscheu. Die Wehrlosigkeit von Staat und Gesellschaft gegen Terrorismus, Konzernen und Diktaturen ist die faktische Staatsdoktrin. Und mit einer so schwachen, durchaus auch selbst verschuldeten Unterstützung, die im Wesentlichen auf die Saat des Ostblocks im 1. Kalten Krieg zurück geht, will Merkel nun Erdogan und Putin, China und den USA gleichzeitig die Stirn bieten, die italienischen Banken retten und Millionen Menschen (die man nicht weiter kontrolliert) einen sicheren Ort geben?

Nein, das funktioniert einfach nicht (was Linke übrigens auch wissen, aber Ideale sollte man da vielleicht nicht zu wörtlich nehmen). Jede Aufgabe auf dem Wunschzettel an ein Land steht und fällt mit dem Patriotismus seiner Mitglieder. Wenn diejenigen mit dem längsten Wunschzettel an das Land die schlechtesten Patrioten sind, dann handelt es sich einfach nur um brunzhaferlblöde Geschöpfe. Und ein unpatriotisches, wehrloses Deutschland ist für die Schröpfkonzerne und Tyrannen dieses Planeten das reinste Paradies. Deswegen ergibt es keinen Sinn, heutzutage noch links zu sein. Auch Merkels Politik des Linksschwenks ergibt keinen Sinn. Jedes Ideal steht und fällt mit einer patriotischen Renaissance unserer Gesellschaft, die den Wunschzettel ja abarbeiten soll.

Kommentare:

  1. "Nun sind in Deutschland gemäß der Gallup-Umfrage von 2015 weniger als 20% der Bevölkerung bereit, für ihr Land zu kämpfen. "

    Ist das denn etwas negatives ? Wer fordert, dass ein Mensch für den Staat sterben soll, mit dem erübrigt sich jede Diskussion.
    Man kann sich glücklich schätzen, dass die meisten Menschen (hoffentlich) wie gemäß dieser Umfrage dargelegt, nicht bereit sind, für den Staat zu sterben. Vorrausgesetzt, die Umfrage lügt nicht.

    Wenn man der Meinung ist, dass man für einen Staat sterben sollte, kann man nicht gleichzeitig die Meinung vertreten, dass es Freiheit sich gegen den Staat definiert. Da Freiheit das Leben miteinschließt, ist ein jeder Tod für den Staat, ein zugleich sinnloser der sich in der Unfreiheit ausdrückt.
    Für sich selbst zu entscheiden, wann man sich und nicht den Staat verteidigt, das ist Freiheit.
    Zu glauben, man müsse für den Staat kämpfen und gegebenenfalls sterben, ist nationaler Kollektivismus und nichts mit Freiheit sondern mit rechtem Gedankengut zu tun. Es ist die alte Anmaßung der Rechten, dass sie der Meinung sind, am Staat habe das Individuum sich zu orientieren. In Wirklichkeit soll sich das Individuum an seinen eigenen Bedürfnissen orientieren, zu denen der Staat als kollektivistisches Gewaltmittel im Gegensatz steht.

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  2. Der Text ist ohnehin stumpfer Populismus. Menschen sind eher bereit für die Freiheit zu kämpfen, weil sie diese persönlich betrifft oder sie diese nachempfinden können, wenn sie jemandem genommen wird als für ein staatliches Gebilde der Macht zu kämpfen. Das ist somit eine Falschaussage die im Text artikuliert wurde.

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  3. Es werden im Text meist drei Ebenen vermischt.

    1. Nationalismus (oder: Patriotismus) als Heimatliebe, die immer legitim ist (aber natürlich nicht verpflichtend). Sie bezieht sich allerdings meist auf Regionen, die kleiner sind als die (National-) Staaten. Dabei hat Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit), wie Christian Sigrist herausarbeitet, auch eine anti-herrschaftliche Funktion, denn »Fremde« sind diejenigen, die nicht Teil der »verwandtschaftlichen Solidarität« sind und als solche zu Herrschern werden können.

    2. Ein militaristischer Anspruch eines Staats nach außen und nach innen, der die Heimatliebe instrumentalisiert. Oft beziehen sich Nationalismus und Patriotismus dabei auf Staaten, die völlig willkürliche Grenzen haben und somit die Heimatliebe sich gar nicht auf das Gebiet des Staats als Ganzes beziehen kann.

    3. Regionaler Widerstand gegen einen Zentralstaat, der das nationale (oder ethnische) Element benutzt, um ein Gefühl der Solidarität zu stärken. Das ist ein gefährliches Spiel für den Separatismus, denn oft geht es nicht um die Durchsetzung von Sezessionsrecht schlechthin, sondern um die Konstitution eines neuen, kleineren Zentralstaats, der die eingeschlossenen Minderheiten unterdrückt. (Mario Vargas Llosa hat dabei das wunderbare Buch geschrieben »Nationalismus als Gefahr«).

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  4. Ich finde es problematisch, eine behauptete mangelnde Kampfwilligkeit der Bevölkerung mit mangelndem Patriotismus gleichzusetzen. Welche Frage wurde denn da genau gestellt? Geht es um Kampf für Öl, gegen Terror oder Verteidigung der heimatlichen Region, des eigenen Hauses, mit dem Rücken zu Wand? Kämpft z.B. der Schotte für Schottland oder Großbritannien; und der Flame, sagt der, dass er für Belgien kämpft? Und der Baske ...?
    Ich verstehe mich nicht als links und habe ja auch mal gedient, dennoch wäre ich nicht bereit, nach offizieller Lesart mein Land, so wie es sich unter Merkel derzeit darbietet, z.B. am Hindukusch "zu verteidigen".
    Damit gehörte ich lt. Gallup wohl auch zu den "Kampfunwilligen", und wenn mir UvdL morgen erklärte, Deutschland bzw. dessen Interessen müssten am Donbass verteidigt werden, was dann?


    Patriotismus darf m. E. nicht bedeuten, sich für die Interessen der herrschenden Globalisten vereinnahmen und unter Vorhaltung der Möhre des Patriotismus als Kanonenfutter verheizen zu lassen.
    Kann man daher diesen geringen Prozentsatz nicht auch als Ausdruck der Entfremdung der Bevölkerung von bzw. des Misstrauens gegenüber den Herrschenden deuten, denen es ja stets obliegt, anstelle anderer zu entscheiden, wofür es sich angeblich lohnen soll, zu kämpfen und zu sterben?

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