Mittwoch, 15. Februar 2017

Mein persönlicher Weg von der FDP zur AfD

Thorben Schwarz. Bild: Thorben Schwarz.
von Thorben Schwarz
An einem Herbstabend stand es fest: Ich werde die Freien Demokraten verlassen. Nach einer Kandidatenaufstellung die an Scheinheiligkeit und Verfilzung durch unzählige Vorabsprachen kaum zu überbieten war, und Hass und Missgunst die Atmosphäre des Abends dominierten – auch untereinander, mit mir sprach man ja schon nicht mehr – war mir klar, daß es sich nur noch um die Farce einer Partei handelte, einer Totengräberin des Liberalismus. Aber der Reihe nach.

Als ich mich entschied, ab sofort politisch zu denken, war ich sehr jung. Zu jung vermutlich. Ich sah, als ich zur Schule ging, eine Verelendung des einst so stolzen schwäbischen Bildungssektors; öffnete fassungslos Briefe von Gleichstellungsbeauftragten; staatlich verordneten Wahnsinn; Expertinnen gegen Rechtsextremismus, die an meine Schule kamen und erzählten, gewisse Ansichten seien „rechtspopulistisch, oder zumindest sehr, sehr konservativ“; von den ideologisch verblendeten Abgründen eines Politikunterrichts ganz zu schweigen. Ich sah, wie der Staat in das Leben der Menschen eingriff und erlebte auf dem Land, wo ich aufwuchs, die praktische Umsetzung von völlig schwachsinnigen Mindestlohnverordnungen und EU-Zentralismen.

Also schloß ich mich in jungen Jahren den selbsternannten Liberalen an, und mutmaßte, daß man dort die Freiheit großschriebe. Flammend stand ich samstagmorgens auf dem Marktplatz, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen und diskutierte lebhaft, doch schnell wurde ich von der Realität eingeholt. Zum Beispiel, als ich mich weigerte, die AfD pauschal als Nazi-Dumpfbacken zu behandeln und Freundschaft zu Politikern der Alternative für Deutschland pflegte – wie das in der Kommunalpolitik üblich ist.

„AfD-nah“ ist bei der FDP so eine Art moderner Aussätziger. Wer sich, zum Beispiel durch klassisch liberal-konservative Standpunkte in den Verdacht der programmatischen Nähe zu AfD begibt, läuft Gefahr vom Ansehen bis zu den Ämtern alles zu riskieren. Junge „Liberale“ scheuen sich hingegen nicht, mit Jungsozialisten und Grüner Jugend gemeinsame Sache zu tun, auf Bahnhofsklatscher-Demonstrationen aufzutreten und allerlei neosozialistische Programmatik zu vertreten – eine verlorene Organisation, die dem klassischen Liberalismus gewiß keinen Dienst erweist.

Anfang September war es mir zu viel und ich verließ still und leise die Partei – und weinte ihr keine Träne nach. Die Frage der politischen Zukunft, auch wenn ich meine Zukunft freilich nicht in der Politik sehe, stellte sich dennoch. Aus Gründen der guten Sitten, der Überlegung und des Stils legte ich erstmal eine politikfreie Zeit ein. Ich überlegte, ob ich mich wieder einer Partei anschließen wollte, war ich doch frustriert und verärgert von den selbsternannten Liberalen.

Gut, gesellschaftspolitisch war ich noch nie sonderlich liberal, mehr klassisch konservativ, im marktwirtschaftlichen Spektrum jedoch stets libertär. Ein Freund diagnostizierte mir daher einmal Paläolibertarismus, was mir gut gefiel.

Als die Kriminalität durch Asylbewerber weiter anstieg, und wöchentlich von neuen Morden und islamistischen Anschlägen durch Asylbewerber zu lesen war – und dennoch die Täter als Opfer und die Opfer als Täter stilisiert wurden, reichte es mir endgültig. Als man erklärte, das alles habe nichts mit dem Islam zu tun – der politische Islam durch Verbände immer größeren Zuspruch in Deutschland erhielt und tausende Erdogan-Anhänger auf unseren Straßen ihr Land und ihre Kultur feierten, und die desaströse Flüchtlingspoltik, die sich als der größte politische Fehler seit dem zweiten Weltkrieg entpuppte, durch unsere Regierung weiter vorangetrieben wurde. wurde mir klar, dass es so nicht weitergehen kann. Und dann stellte man die liberal-konservativen Kritiker in die rechte Ecke. Da faßte ich den Entschluß: Ich stelle mich zu denen in die Ecke – und kämpfe mit.“

Ich stellte persönlich bei meinem Freund, dem Kreisvorsitzenden der AfD Stuttgart, einen Aufnahmeantrag.

Das erste große Motiv ist mein klares Nein zur Europäischen Union. Der EU ist zu einem zentralsozialistischen System verkommen, in dem Bürokraten bis auf die unterste Ebene den europäischen Geist erwürgen. Bankenrettungen, Elend in den Südländern parallel zu einem beispiellosen Kampf gegen die deutschen Kleinsparer – desolat.

Ein zweites Motiv ist das klare Bekenntnis zu einem gesunden Patriotismus – selbstverständlich in klarer Abgrenzung zu den dunklen Kapiteln der deutschen Geschichte. Die Selbstverneinung durch die Grünen, eine geradezu allergische Reaktion auf Deutschlandfahnen, eine regelrechte Manie, alles was deutsch ist als schlecht zu erklären, alles aufgrund der grausamen zwölf Jahre des Nationalsozialismus? Hier bedarf es einer klar konservativ-patriotischen Gegenbewegung.

Ganz besonders liegt mir als drittes Motiv die Bildungspolitik am Herzen. Die grün-rote Landesregierung und ihre grün-schwarzen Nachfolgeideologen haben seit 2011 Schindluder an der schulischen Ausbildung der jungen Bevölkerung in Baden-Württembergbetrieben. Mit der Einführung von G8, der Abschaffung der Empfehlung der weiterführenden Schule, die Einführung von Werkreal- und Gemeinschaftsschulen, dem Einzug des Genderwahnsinns im Lehrplan und der regelmäßigen Verballhornung des ursprünglichen Respektverhältnisses zwischen Schüler und Lehrer. Diese Problematiken habe ich kürzlich erst ausführlich in einem Beitrag auf „eigentümlich frei“ dargelegt.

Ein wichtiger fünfter Aspekt ist für mich, daß es einer dringenden Rückkehr zu konservativen Werten bedarf. Diese beinhalten ein klares Nein zur Homoehe, ein striktes Abtreibungsverbot, eine Ablehnung von Gender Mainstreaming und die Befürwortung der preußischen Tugenden. Nur so können wir unser Land vor dem politisch korrekten Untergang bewahren.

Wenn ich an die AfD denke, denke ich nicht an den Aluhutträger, der an Chemtrails glaubt. Ich denke an den deutschen Rentner am Existenzminimum, der sieht, daß Flüchtlinge zu uns kommen, und mehr im Monat erhalten als er nach jahrzehntelanger Arbeit. Ich denke an den bibeltreuen Christen, der seine Religion ausleben und nach den Werten seiner Religion leben möchte. Ich denke an die Frau, die sich aus Angst vor Vergewaltigung nicht mehr alleine auf die Straße traut, und ich denke an einen Volkswirtschaftsprofessor, der sieht, wie die EZB die kleinen und mittleren Vermögen schmilzt.

Und ich sehe Politiker der etablierten Parteien, die Menschen wie mich als „Nazis“ bezeichnen.

Heutzutage werden Überzeugungen, die in CDU, FDP und selbst der SPD noch vor 20 Jahren problemlos vertreten werden konnten, als „Rechtspopulismus“ geschmäht. Zeit zu sagen: Jawohl, ich bin einer von ihnen.

Kommentare:

  1. Der AFD muss man teilweise Recht geben. Denn Gender Mainstreaming beachtet zu wenig gegebene Fakten und bedenkt nicht mögliche negative Folgen ihrer fraglichen Behauptungen und zwanghaften Implementierungen . So begeht z. B. die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie den fundamentalen Irrtum, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden neuro-physiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. zu negieren.
    Hinsichtlich von Gender Mainstreaming z. B. geforderter durchgehender Berufstätigkeit von Frauen weisen sorgfältige Recherchen überdies deutlich auf die beachtlichen Probleme der scheinbar alternativlos propagierten Krippe (Stresshormonausschüttung: Cortisol, Wachstumshormonreduktion infolge Schlafmangel, Zerstörung der für die frühkindliche Sprachentwicklung wichtigen Dyadenbindung an die Mutter, auf deren Stimme der Foet bereits ab der 20. Entwicklungswoche massiv fixiert ist) hin, wodurch z. B. mangelnde Stressresistenz und Angstbewältigung, Sprachentwicklungsstörungen (Lese- Rechtschreibstörungen) und auch ADHS teilweise zurückführbar sind. [Beleg: „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-945818-01-5

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  2. Anonym................
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    Mannnnnn, sie schreiben derart weit vom Thema weg.
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    Der Autor sprach von Gesellschaft, Sie von Stresshormonausshüttung, kein Wunder das die Politik in DE so schlecht läuft.

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