Sonntag, 26. Februar 2017

Hass auf die AfD: Kriegserklärung statt Karneval!

Bild: Pixabay / Succo / CC0 Public Domain
von Prof. Dr. Jörg Meuthen
Die Mainzer Fernsehfastnacht hat eine lange Tradition darin, die politischen Verhältnisse im Land mit meist feingeistigem, mitunter auch derbem Humor zu beleuchten. Wohlgemerkt: Mit Humor.

Über die Jahrzehnte haben sich grandiose Büttenredner in dieser hohen Kunst bewiesen. Erinnert sei beispielsweise an den "Boten vom Bundestag", verkörpert vom leider zu früh verstorbenen Jürgen Dietz.

Es war stets ein Scherz mit Herz. Politiker, die hier durch den Kakao gezogen wurden und "ihr Fett weg bekamen", konnten immer noch mitlachen. Und es war immer klar: Die Angesprochenen sind letztlich - und ganz selbstverständlich - Teil der Gesellschaft. Was auch sonst?

Und nun vergleichen Sie dies, liebe Leser, mit den folgenden wörtlichen Äußerungen vom vorgestrigen Abend. Da ist kein Herz mehr zu spüren, nur noch der blanke Hass auf unsere Bürgerpartei, weil sie als einzige gegen die Irrsinnspolitik der Kartellparteien aufbegehrt. Diese Sendung glich teilweise einer Kriegserklärung gegenüber der AfD.

Doch lesen und urteilen Sie selbst. Es geht los mit Hans-Peter Betz, der seit Jahren in der Rolle des berühmtesten Sohnes der Stadt Mainz auftritt, nämlich als Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks:

"Meine Damen und Herren, ich kann Ihnen dieses unappetitliche Thema leider nicht ersparen - die AfD. Die AfD ist die Bremsspur in der Unterhose Deutschlands. […]

Eine Partei, in der ein Adolf Höcke mit dem scheußlichsten Vermächtnis unserer Geschichte Politik machen darf. Trotz dieses Widerlings Höcke hat die AfD im letzten Jahr aber große Zuwächse erfahren […]

In Meck-Pomm, in dem am DÜMMSTEN besiedelten Bundesland, kam die AfD sogar auf 21,4 % der Stimmen. Dunkeldeutschland wird immer dunkler."

In der Folge bezeichnete er aufgrund der letztjährigen Demonstrationen in Dresden den deutschen Nationalfeiertag als "Tag des deutschen Pöbels" und sagt mit Blick auf diese Demonstranten: "Demokratie ist eine tolle Sache. Schade ist nur, dass auch die Deppen mitmachen dürfen."

Skandalöseste Diffamierungen, übelste Hetze und zugleich ein entlarvendes Demokratieverständnis - für all das erntete er von der anwesenden selbsternannten "Elite" donnernden Applaus statt des wohlverdienten gellenden Pfeifkonzerts.

Zur absoluten Krönung warnte er schließlich noch vor "braunen populistischen Kanalratten", die er in einem Atemzug mit durchgeknallten Islamisten nannte. Man wähnte sich im falschen Film - und fand sich doch im GEZ-zwangsfinanzierten, von CDUSPDGRÜNENFDP kontrollierten Staatsfernsehen wieder.

Herr Betz, lassen Sie sich gesagt sein: Johannes Gutenberg würde im Grabe rotieren, hätte er mitbekommen, wie Sie auf zutiefst verachtenswerte Art und Weise seinen großen Namen für Ihre widerwärtige und demokratiefeindliche Propaganda missbraucht haben. Mit einem einzigen Auftritt haben Sie das Denkmal, das Sie über so viele Jahre eindrucksvoll verkörpert haben, ebenso eindrucksvoll und endgültig demontiert.

Als nächster Büttenredner sei Herr Andreas Schmitt erwähnt, ich zitiere:

"Wenn Pegida und AfD zum Aufmarsch gehen - so viel Dummheit auf einem Haufen hat noch keiner gesehen … vom Gauland zum Gauleiter ist es gar nicht so weit … lieber Wasser im Keller wie Nazis im Haus."

Dieser bekennende katholische Christ versündigt sich damit auf schlimme Art an einem Teil seiner Nächsten, nämlich an uns, der Alternative für Deutschland. Hätte er unser Parteiprogramm gelesen, wüsste er, wie weit seine unsägliche Nazi-Lüge von der Realität entfernt ist.

Als ob das des Schlechten nicht genug war, zog schließlich noch Lars Reichow in die Saalschlacht gegen unsere Bürgerpartei:

"An alle Petrys, Le Pens und Wilders: WIR brauchen Euch nicht! In dem Europa, was WIR uns wünschen, habt IHR keinen Platz. Packt Eure Koffer, Ihr GESCHICHTSFÄLSCHER, Ihr KLEINGARTENFASCHISTEN, nehmt Eure Zäune und Euren Hass gegen alles Fremde und macht Euch auf die Reise."

Was erlaubt sich dieser arrogante, vom SWR gepamperte Fatzke eigentlich? Bestimmt er nun, wer zu unserer Gesellschaft gehört - und wer nicht? Millionen Wähler der AfD für ihn offenbar nicht - sie sollen als "Geschichtsfälscher" und "Kleingartenfaschisten" am besten das Land verlassen, damit selbstherrliche Moralisten wie er ungestört weiter die Grundfesten Deutschlands schleifen können.

All diese Redner erreichen mit derlei Hasstiraden nur eines: Die weitere Spaltung der Gesellschaft. Sie grenzen Millionen Menschen aus und diffamieren sie auf das Übelste. Und sie verfehlen damit das Ziel des fröhlichen Fastnachtstreibens um Längen, nämlich die Menschen in Freude zu vereinen und nicht zu spalten!

Um es aber auch ganz klar zu sagen: Die zwischenzeitlich erfolgten anonymen Gewaltandrohungen gegen diese drei Spalter verurteilt unsere Partei auf das Schärfste. Jede Form der Auseinandersetzung hat in einer Demokratie mit Argumenten zu erfolgen und mit nichts anderem.

Kommentare:

  1. An Karneval fließt der Alkohol in Strömen und die Deutschen zeigen ihr wahres Gesicht. Zu Zeiten des Nationalsozialismus konnte man ähnlich platte und volksverhetzende Diffamierungen gegenüber den Juden beobachten. Nun hat sich seit 1945 der politische Wind zwar gedreht, nicht aber die Methodik. Was sollte uns dies über den Stand der deutschen Gesellschaft sagen?
    Immer noch nichts gelernt?

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  2. Eine grundsätzliche Anmerkung: Ich habe kein Problem mit der AfD, aber es wäre mir eine Freude, wenn Freitum zu seiner ursprünglichen rein libertären Ausrichtung zurückkehrte.

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    1. Libertär ist doch das sich-Einsetzen für Freiheit. Dazu gehört auch das Anprangern dort, wo die Freiheit der abweichenden Meinung verletzt wird. Genau das geschieht doch heute leider nicht nur im Mainzer Karneval. Wenn es der AfD nicht mehr möglich ist, Tagungsräume zu mieten, Hotelbetten zu buchen oder irgendwo einen info-Stand hinzustellen, dann ist dies das Ende einer freien Demokratie. Eben gerade von einer libertären Plattform erwarte ich das eintreten für Freiheit dort, wo es notwendig ist. DAzu muss man die AfD gar nicht mögen, sondern nur Freiheit und Demokratie.

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    2. Ob wir Libertäre nun die Demokratie lieben sollten, sei mal dahingestellt.

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  3. Mi mi mi mi mi. Die anderen mögen nicht mit mir spielen. Woran liegt das nur? Wer will sich schon mit entmenschlichten Subjekten abgeben? Frage damit beantwortet.

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