Mittwoch, 18. Januar 2017

Medien führen Krieg gegen Donald Trump

Bild: Pixabay / Maialisa / CC0 Public Domain
von Petr Bystron
Die Süddeutsche Zeitung widmet sich in einem ausführlichen Artikel dem Verhältnis des designierten amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu den Mainstream-Medien. Der Autor Reymer Klüver weist zu Recht darauf hin, dass bereits Barack Obama ein sehr angespanntes Verhältnis zu den Medien hatte. Doch der Tenor des Artikels lautet, bei Trump sei es viel schlimmer. Leider versäumt es die SZ, dem Leser die Gründe für diese Entwicklung aufzuzeigen.

Die Pflöcke werden gleich in den beiden Überschriften eingerammt: "Das Verhältnis Donald Trumps zu den US-Medien" sei "zerrüttet". Schuld daran sei natürlich "Trumps Krieg mit der vierten Gewalt". Trump der Aggressor, die armen Medien die Opfer. Von Obama noch kein Wort.

Im Artikel selbst kommt dann doch eine differenzierte Sicht der Dinge zu Tage. So schreibt Klüver: "Spannungsfrei war das Verhältnis der amerikanischen Präsidenten zur Presse indes nie. Selbst der eigentlich so mediengewandte Barack Obama hatte seine Probleme. Gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft hatten Obamas Presseleute dem Kabelkanal Fox News die Berechtigung abzusprechen versucht, bei Pressekonferenzen überhaupt Fragen zu stellen."

Nur war es für Klüver und die Süddeutsche bei Obama wohl kein Grund, Obama einen "Krieg" gegen die Medien zu unterstellen. Stattdessen schickt sich der Autor an den Leser darüber aufzuklären, dass es von Obama quasi eine erzwungene Notwehr war.

Denn seine Handlung "war ebenfalls Ausdruck einer Riesenwut über eine als ungerecht empfundene Berichterstattung. Damals empörte sich das Weiße Haus über die rechte Propaganda von Fox News, dessen kommerzieller Erfolg darauf gründet, dass der Sender eben nicht ausgewogen berichtet."

Obama gab 2014 nur fünf Pressekonferenzen. Zum Vergleich: bei Kennedy waren es im Schnitt 23 pro Jahr

Ein ähnlicher Hinweis darauf, dass Trump wohl nicht einfach so auf CNN eindrischt, sondern dass es vermutlich "ebenfalls Ausdruck einer Riesenwut über eine als ungerecht empfundene Berichterstattung" ist, fehlt gänzlich. Und vor allem, dass diese Wut im Fall von Trump gerechtfertigt ist.

Noch nie wurde ein Politiker während seiner Wahlkampagne derart diffamiert, persönlich angegriffen und medial benachteiligt, wie Donald Trump. Gerade CNN verbreitete noch bis zuletzt selbst erstellte Umfrageergebnisse, laut derer Hillary Clinton weit vorne lag - auch ein bekanntes Mittel, die Öffentlichkeit für den vermeintlichen "Sieger" zu gewinnen.

Immerhin, es wird darauf hingewiesen, dass Barack Obama im Jahr 2014 ganze fünf Pressekonferenzen gab, was wohl selbst Nordkoreanische Diktatoren toppen können. (Nur zum Vergleich: Kennedy gab als Präsident im Schnitt 23 Pressekonferenzen pro Jahr.) Bei diesen ohnehin spärlichen Konferenzen nutzte Obama den bekannten Trick und gab „stets lange, dozierende Antworten, mit dem Ergebnis, dass weniger Zeit für Fragen blieb".

Auch das ist ein übliches Szenario von Pressekonferenzen diktatorischer Regime, die nicht das Ziel haben, den Journalisten wirklich eine Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen, sondern die vielmehr lediglich eine Vortäuschung einer Pressekonferenz sind. Man antwortet zuerst auf die Fragen genehmer Journalisten - und das so ausschweifend und so lange, bis die für die Pressekonferenz anberaumte Zeit um ist.
Ein Hinweis darauf, dass Obama lieber mit einer enormen Propaganda-Maschinerie an seinem Image feilte, statt mit der Presse zu reden, fehlt indes komplett

Ein Hinweis darauf, dass Obama viel lieber mit einer enormen Propaganda-Maschinerie an seinem Image feilte, als sich der Presse zu stellen, fehlt indes komplett. Obama nutze wie kein andere Politiker die Onlinemedien, um ein "Bild" von sich zu erzeugen. Er produzierte einen "Schein", keine Fakten.

Für die Herstellung dieses Scheins nutzte er alle zugänglichen Online-Medien, vor allem Instagram und Facebook, den bei diesen beiden wiegt das Foto mehr als das Wort. Um diese Kanäle mit entsprechenden Bildern auch anfüttern zu können, wurde er auf Schritt und Tritt von seinem Leibfotografen begleitet, der täglich bis zu 600 Bilder von ihm erstellte.

Trumps bevorzugter Kommunikationskanal ist hingegen Twitter. Der Dienst, der kurze, prägnante Texte liefert. Botschaften statt Bildchen, Aussagen statt Image.
______________________ 
Dieser Artikel erschien zuerst auf www.journalistenwatch.com, dem führenden Portal für Medienkritik.

Kommentare:

  1. Ein besonders perfides Beispiel wurde im Deutschlandradio gesendet:

    http://www.deutschlandradiokultur.de/donald-trump-aufstieg-eines-abschreckenden-fotos-zu-einer.1270.de.html?dram:article_id=376580

    Das volle Interview kann als MP3 nachgehört werden.

    Wenn DAS keine Hetze ist! Und daß einer wie Leggewie einen solchen Müll, der an unselige Zeiten erinnet, bei einem GEZ-Sender verbreiten darf, der zwangsfinanziert ist - unglaublich.

    AntwortenLöschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *