Sonntag, 29. Januar 2017

Die Katzensteuer: Wie Tierbesitzer zu Zynikern werden

Künftiges Steueropfer? Katze Heidi.
von Philipp Rosipal
Seit mehreren Wochen tobt im Netz eine Debatte über die „Katzensteuer“. Katzenbesitzer, so die Sellerie-Querfront bestehend aus Grünen, Zeit- und FAZ-Kolumnisten, sollten aufgrund des „ökologischen Fußabdrucks der Katze“ eine Abgabe auf den Besitz ihrer Tiere, ähnlich der Hundesteuer, zahlen. 

Ökologischer Fußabdruck? Ist damit das durch Katzen induzierte Aussterben der häuslichen Mäuseplage gemeint? Werden die bedrohten Mausbestände aufgrund der massenmordenden Killer-Miezen bald nicht mehr vorhanden sein? Oder ist es die exzessive Umwelt- und Grundstückszerstörung durch ihre kleinen Köttelchen? Abgesehen davon, dass Katzen die einzigen Tiere sind, die ihre „Veräußerungen“ vergraben, der Hygiene wegen, ist es eine extreme Frechheit, dass sie das auf meinem Garagenvorplatz tun! Die Katzensteuer wird die Katzen vom Nachbarn bestimmt dazu bringen, nicht mehr auf meine Rampe zu scheißen!

Und die armen Hundebesitzer! Sie allein mussten jahrelang die Hundesteuer abdrücken -endlich wird es bald auch den egoistischen Katzenhaltern heimgezahlt! Egoistisch? Ja, Sie haben richtig gelesen. Katzenbesitzer definierten sich sozial und psychologisch meist wie ihre Tiere, so einige renommierte Soziologen und Tierforscher. Oder wie es der originelle, gewitzte Kolumnist Jörg Albrecht auf FAZ Online formuliert: „Katzen und ihre Halter sind ein neoliberaler Ausbund an Egoismus, Rücksichtslosigkeit und asozialem Verhalten.“ Und genau deshalb müssen wir die Katzen besteuern! Endlich müssen sich bald alle Tierbesitzer vom Staat berauben lassen! 

Anstatt über die monetäre Belastung an sich zu klagen, fordert man aus reinem Zynismus eine Belastung für andere oder zumindest für diejenigen, die man als Feinde ansieht. Das ist genauso wie bei den sozialistischen Arbeitnehmern und der Reichensteuer. Die Jobs der Arbeiter hängen allein von Investitionen der Reichen ab, weil man sich aber „von den bösen Kapitalisten“ unterdrückt fühlt, fordert man nicht die steuerliche Entlastung von sich selbst in Form von beispielsweise Lohnsteuerkürzungen, sondern die steuerliche Mehrbelastung der ökonomischen Feinde.

Dieses Muster erkennt man in opulentem Maße bei der Internetdebatte um die Katzensteuer. Anstatt sich mit den Katzenbesitzern zu verbünden und gegen jede Form von Haustiersteuer vorzugehen, sagt sich der Hundebesitzer: „Ich zahle ja die Hundesteuer, deshalb ist es ‚fair‘, wenn diese dreckigen Flohbälle auch besteuert werden!“

Letztendlich sind weder Hunde- noch Katzenbesitzer Gewinner einer solchen Reform. Zwar würde sich der zynische Hundebesitzer für ein paar Tage besänftigt fühlen, aber gewonnen hätte er nichts. Die Belastung bleibt. Der Staat würde wie immer auf Kosten anderer Menschen, in diesem Falle sogar auf Kosten der Tiere, mehr und mehr Raubgut ansammeln, der einzige Gewinner bleibt also er selbst. Die einst „neoliberal“ eingestellten Katzenliebhaber würden so zum sozialistischen Zynismus abwandern und genau den gleichen etatistischen Nonsens von sich geben, wie die meisten Hundehalter es heute tun. Und dann sind unsere geliebten Karnickel, Meerschweinchen und Wüstenfüchse auch dran. Die Liste ist lang.

Kommentare:

  1. Deutschland - Das Deutsche Reich (1871 - 1918) ist seit dem 11.11.1918 unter Besatzungsrecht besetzt. Es gilt auch für Besteuerung der Besatzungsmächte, nichts anderes haben wir, gilt die Haager Landkriegsordnung und dort ist in Art. 47, 48, 49 die Rede von den zulässigen Steuern und Abgaben. Es heißt dort, dass die Abgaben in dem Maße zu fordern sind, die die vorherige Regierung, also das Deutsche Reich, gefordert hat. Die Steuer lag ab 100.000 Mark bei 4 %. Hundesteuer und viele andere Steuern gab es gar nicht. Außerdem haben wir eine Steuererhöhung von 1.200 % in der Spitze der heutigen Steuersätze einer BRD, die kein Staat ist.

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  2. Um es noch einmal klar zu stellen:

    Die BRD hat gar kein Recht immer weitere neue Steuern einzuführen, denn darf nur ein Staat. Die BRD ist 1949 von den Besatzern gegründet worden, denn um es kurz anzumerken :-), wir waren auch damals schon besetzt und sind es immer noch.

    Verweigert die Steuern.

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  3. Was für ein unsäglicher Quatsch. So lange die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander geht, zahlen die höheren Einkommen eben nicht genug Steuern. Außerdem gibt es immer noch viel zu viele Lücken, die der Steuervermeidung dienen.

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  4. Zum Glück gibt es noch keine Steuer für Silberfischchen...
    In meinem Badezimmer sind so viele! Und dann die Fliegen, und die Spinnen, und..., und...!
    Und wer zahlt die Steuer für die Tiere im Wald? Dieser unglaubliche Öko-Fuss-Abdruck, wie kann man sowas verantworten!

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    1. Hallo!

      Ich bin ganz klar gegen noch mehr Steuern.

      Wenn jemand in einem Saustall zwischen Silberfischen und anderen Geradflüglen, Spinnen, Milben und anderem Ungeziefer lebt habe ich nichts dagegen.
      Doch habe ich erlebt was Katzen sind!
      An meinem letzten Wohnort hatte nur einer der "Katzenliebhaber" ca 30 augewilderte Katzen durchgefüttert. Natürlich in Freilandhaltung und nicht entwurmt. Die niedlichen Tierchen haben bei mir im Garten überall hingekackt. Vornehmlich natürlich dort wo freie Erde war und natürlich inc Darmparasiten. Zwischen den Erdbeeren dem Feldsalat usw. echt lecker. Die Mäuschen waren schnell gefressen. Dann kamen die Vögel dran. Vor 15 Jahren eine Freude, oft bis zu 100 am Futterkasten, waren schnell alle Piepmätze weg. Die ach so süßen Kätzchen vermehrten sich derweil munter weiter. Das Schlafzimmer offen zu lassen war unmöglich geworden. Sobald die Türe zum Garten offen Stand hatten Mikesch, Kater Carlo und co. Zugang zu meinem Bett.
      In diesem versuchten diese netten Miezen ihre Untermieter wie Floh und Zecken loszuwerden.
      Als Tierfreund fällt es mir sehr schwer das folgende zu sagen:
      keult diese Brut so schnell es geht sobald sich dieses Katzengeziefer auf der Straße zeigt.
      Jetzt wohne ich in Norddeutschland. Nur eine Katze in der Nachbarschaft. In jedem 2. Haus ein netter Hund und viele Spatzen, Amseln u. A. Vögel im Garten. Richtig schon!

      MfG

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    2. ich glaub es piept. ich zahl bestimmt keine katzensteuer.

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  5. Der FAZ-Artikel ist klare Hassrede gegen Katzenhalter!

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  6. Bei Katzen hört der Spaß auf!

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  7. Wenn Katzenliebhaber "neoliberaler Ausbund an Egoismus, Rücksichtslosigkeit und asozialem Verhalten" sind, welche Bezeichnung ist dann für die Besitzer der Tiere treffend, die auf der Rampe in Auschwitz treudoof, eifrig und autoritätshörig mitgeholfen haben? Sich gerade von diesem Menschenschlag zivilen Ungehorsam zu erhoffen ist reichlich naiv.

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  8. No comment:
    http://www.ksta.de/ratgeber/gesundheit/neue-studie-katzenhalter-sind-schlauer-als-hundebesitzer-848862

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