Donnerstag, 19. Januar 2017

Björn Höcke: Wenn zwei das Gleiche sagen, ist es für die Medien noch lange nicht das Gleiche

Björn Höcke. Bild: Olaf Kosinsky (Own work)
[CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
von Prof. Dr. Jörg Meuthen
Am gestrigen Tag herrschte in der deutschen Medienlandschaft helle Aufregung über eine Rede meines Parteifreundes Björn Höcke in Dresden vom Vorabend.

Diese Aufgeregtheit erscheint mir überzogen. Sie passt allerdings perfekt zu einer veröffentlichten Meinung, bei der am Ende gar nicht mehr wichtig ist, was gesagt wurde, sondern allein wer es gesagt hat: Wer im politischen Spektrum links steht, kann genau das Gleiche sagen wie ein Vertreter einer konservativ-patriotischen Partei, man wird es Ersterem durchgehen lassen, während man Letzteren erbarmungslos und inhaltlich völlig undifferenziert als Inkarnation des politisch Bösen niederschreibt und -sendet.

Was war passiert? Höcke sagte in seiner Rede den folgenden Satz: "Wir Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Nun mag man den Duktus dieser Textpassage wie auch der Rede im Ganzen durchaus kritisch sehen. Das tue ich auch. Hier ist ein Unterton hineininterpretierbar, nach welchem das Gedenken an die Verbrechen der Nazibarbarei möglicherweise obsolet sei.

Das ist es natürlich mitnichten. Genausowenig wie es in anderen Nationen obsolet sein sollte, sich der dunklen Episoden der eigenen Vergangenheit zu erinnern. Allerdings muss es in einer freien Gesellschaft möglich sein, auch derart heikle Themen anzusprechen. Eine Meinungsfreiheit, die lediglich auf Schönwetterperioden beschränkt ist, ist keine.

Und eine Meinungsfreiheit, die nur für die eine Hälfte des politischen Spektrums gilt, spottet ihrer Bezeichnung. Genau an diesem Punkt sind wir nun in Deutschland, denn was Björn Höcke gesagt hat, entspricht einer Äußerung, die der ehemalige Herausgeber des "Spiegels", Rudolf Augstein, bereits im November 1998 getätigt hat. Ich zitiere:

"Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, daß dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist. Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität."(entnommen aus: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7085973.html)

Liebe Leser, entscheiden Sie selbst: Wie kann es sein, dass ein politisch weit links Stehender wie Augstein eine solche Aussage tätigen darf, während man als konservativer Patriot dafür wahlweise und fälschlich als Nazi oder Antisemit gegeißelt wird? Mit Verlaub, das ist nicht die Art von Meinungsfreiheit, wie ich sie mir für das Land der Dichter und Denker wünsche.
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Der Beitrag erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.

Kommentare:

  1. Die Römer hatten dafür doch das passende Sprichwort: "Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen noch lange nicht erlaubt".

    Ansonsten kann man es mit einem Wort beschreiben, Lügenmedien.

    Augstein = Lügenmedien = System = Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    1998 war die Verformung der BRD zur DDR 2.0 noch nicht so weit, wie es 2017 ist.

    Augstein ist keine Partei, also keine Gefahr für die Macht des Schweinesystems der Blockflötenparteien. Warum sich also mit ihm anlegen und dem ZerSpiegel, der damals noch viel mehr Macht hatte, als heute?

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  2. Da gibt sich der rechte Herr Meuthen aber viel Mühe seinen Parteikollegen mit ein paar billigen Floskeln und Vergleichen in Schutz zu nehmen. Seinen Professorentitel bemüht er auch. Der Duktus ist sichtbar. Nö! So nicht.

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    1. Mensch, wie würdet Ihr eigentlich ohne das Wort rechts argumentieren? Klar, mit rechtsextrem oder populistisch oder beidem.... M. H.

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