Dienstag, 13. Dezember 2016

Onlinejournalismus: Investigativ, oder so

Bild: Pixabay / Alexas_Photos / CC0 Public Domain
von Michael Auksutat
Was ich immer wieder faszinierend finde, ist, wenn mediennahe Leute von der strahlenden Kraft des investigativen Onlinejournalismus schwärmen.

Ich habe mir da mal einen Dialog zuspielen lassen, wie er sich so, oder etwas anders, in einer wichtigen Redaktion zugetragen haben könnte:

"Hallo? Spreche ich mit dem Bundesumweltamt? Ja? das ist fein! Hier spricht Meier von der TANZ. Die kennen Sie? Ja, genau! Tanz Dir Deine Meinung! Ich hätte da einmal einige Fragen zu den Spenden von Steuerzahlergeldern an die Clinton-Privatstiftung. Da gibt es immer wieder den Vorwurf, es hätte sich um politische Einflussnahme gehandelt. Nein? Brunnenbau? In Burkina Faso? Aha! Ja, das klingt plausibel. Natürlich. Ja, das wäre auch meine erste Idee gewesen. Man überweist also das Geld nach Amerika, weil wir ja so etwas wie eine Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit oder ähnliches nicht haben und dann geht das Geld direkt in Projekte nach Afrika, weil die Stiftung halt das entsprechende Know-how hat. Ja, das klingt logisch. Und das Projekt ist jetzt auch beendet und deswegen gibt es keine Zahlungen mehr? Hat also absolut überhaupt nichts mit der Wahl in den USA zu tun? Aha, ja klar! Bitte? Ah. Zweifel an dieser Praxis sind also vom Russen gestreut worden? Aha. Vertrauen in die Organe des Staates untergraben? Ja, das kann ich so übernehmen. Tatsache? Dem Trump Informationen zugespielt? Unglaublich. Ja, da machen wir eine Story draus. Ja genau. Verfluchter Ivan, sie sagen es. Na, dann bedanke ich mich für die Klärung und hoffe wir hören uns bald mal wieder. Ja, ihnen auch! Danke! Tschüss!"

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