Mittwoch, 9. November 2016

Trumps Triumph: Der letzte Tanz des Establishments

Bild: goodfreephotos.com / GDJ / CC0 Public Domain
von Thorben Schwarz
Ich gebe zu, dass ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Es waren die frühen Morgenstunden des 9. Novembers und ich wachte auf dem Sofa auf. Während die ARD-Redaktion im geselligen Plausch für Clinton frohlockte, musste ich wohl eingeschlafen sein. Da saß ich nun und blickte in die etwas entgeisterten Gesichter der Hauptstadtpresse, während das Unglaubliche über den Bildschirm flimmerte: The next President is Donald Trump. 

Ja, ich verspüre eine gewisse Genugtuung. Was mussten wir uns anhören! Der irre Kandidat Trump wird niemals eine Chance haben - ein völliger Aussenseiter, ein dümmlicher Hetzer: all die Sätze konnte man schon auswendig. 

In wöchentlichen Kommentaren stellte Spiegel Online Trump als "populistisch" dar und verunglimpfte seine vielen Wähler als ungebildete, frustrierte, weiße Männer. Hillary Clinton hingegen sei eine Heilsbringerin, die die Qualifikation zur Präsidentin habe, mit dem einzigen Auftrag Trump zu verhindern. 

Junge Studentinnen, Master of Gender Studies und vegane Bioladenbesitzer in Berlin-Friedrichshain wurden zu bento-online-Experten. Menschen, die sich für Trump aussprachen wurden als rückwärtsgerichtete, rassistische, homophobe Spinner bezeichnet. 

Wundern wir uns eigentlich noch über irgendetwas? Amerikanische Bürger, die nun monatelang als Idioten dargestellt wurden, nur weil sie ansatzweise mit den Ideen Trumps sympathisierten, fühlten sich verunsichert. Möglicherweise gaben sie im Zuge dessen bei Umfragen an, für Hillary Clinton zu stimmen. So, und durch gelenkte Umfragen kam eine vermeintliche Schwäche Trumps zustande. "Es lohnt sich nicht, ihn zu wählen", sollte suggeriert werden - wie neutral! 

Dabei sind die Ansätze Trumps aus liberaler Sicht nicht verkehrt. Die Wahrung des Rechts auf bewaffnete Selbstverteidigung, die Anerkennung Jerusalems als rein israelische und legitime Hauptstadt Israels, konsequente Friedenspolitik und militärische Zurückhaltung, Steuersenkungen, eine progressive Flüchtlingspolitik - im Vergleich zu Hillary Clinton war Trump der freiheitlichere Kandidat. 

Und überhaupt: Die Anmaßungen der deutschen Presse, Trump als undemokratisch zu bezeichnen! Viele Bürger, selbsternannte Intellektuelle und Anhänger eines breiten Linksspektrums erklären mittlerweile große Teile der amerikanischen Gesellschaft für politisch grenzdebil und nicht zurechnungsfähig. Das Prinzip der Freiheit des Einzelnen und der Meinungsfreiheit muss genau hier verteidigt werden - ein uramerikanischer Gedanke! 

Die Angst vor Trump ist unberechtigt - die Angst vor einem Demokratieverfall nachvollziehbar. Stimmen, Trump solle durch Wahlmänner verhindert werden, werden laut. Mordwünsche im Zuge der Fassungslosigkeit linker Clinton-Anhänger sind keine Seltenheit mehr. Wir müssen genau hier aufpassen, dass kein Werteverfall stattfindet. Angela Merkel mahnte bereits, Trump möge sich an westlichen Werten orientieren (Dieses Statement wäre gegenüber dem freundlichen Ziegenflüsterer aus Ankara angebrachter gewesen). Freuen wir uns auf die Gesichter der Presse in den nächsten Tagen. Freuen wir uns auf vierwöchige Wählerbeschimpfung, bis es Sachsen wieder an den Kragen geht. 

Clinton hat Geschichte geschrieben. Ihre Korruptheit, ihr schlechter Charakter, ihre blanke Boshaftigkeit hat uns etwas Großes ermöglicht: einen Präsidenten Donald Trump. Da ist man gerne wieder Transatlantiker. Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

1 Kommentar:

  1. Bester kommentar den ich bisher dazu las. Freitum ist spitze

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