Mittwoch, 9. November 2016

Privateigentum schützt Elefanten

Bild: Pixabay / DigitalDesigner / CC0 Public Domain
von Bill Wirtz
Einhundert führende Umweltschützer, Politiker und Promis haben in einem offenen Brief an die britische Regierung (der im Telegraph veröffentlicht wurde) ein komplettes Verbot von Elfenbein-Importen gefordert. Ziel sei es, aus Großbritannien einen globalen Vorreiter im Kampf gegen illegalen Elfenbeinhandel zu machen, um afrikanischen Wilderern die Stirn zu bieten. Da wir wissen, wie das Verbot eines gewissen Produktes sich auf den Erfolg von Schmugglerbanden ausübt, so müssten besonders letztere sich am meisten über diese Nachricht freuen. Die Alternative für die Lösung dieses Problems liegt im Privatsektor.

Würde man mich mit der Möglichkeit konfrontieren, der Al Capone des Elfenbeinhandels zu werden, so wäre die Versuchung nie größer als jetzt. In der Tat sind Staaten sehr talentiert darin, den Wert von Produkten durch ihr Verbot zu erhöhen. Milton Friedman sagte bereits über illegale Drogen:
"Wenn Sie sich die Drogen-Prohibition von einem rein ökonomischen Standpunkt anschauen, dann erkennen sie, dass es die Rolle des Staates ist, die Drogenkartelle zu beschützen."
Jedes Mal, wenn die Öffentlichkeit wieder nach einem Verbot von Elfenbeinimporten schreit, schießt der Preis in die Höhe, was schlussendlich Wilderern den Anreiz bietet, noch mehr Tiere zu töten. Dies führt zu einer Art Katz-und-Maus Spiel, bei dem Aktionen von NGOs mit der Preisvolatilität korrelieren. Als sich in China letztes Jahr der Preis von Elfenbein durch ein verstärktes Verlangen nach einem Verbot verdreifachte, hieß es von NGOs, dass der Markt außer Kontrolle sei und dass jetzt umgehende Maßnahmen getroffen werden müssten. An der Gesetzgebung wurde schlussendlich doch nicht geschraubt, und als fünf Monate später der Preis auf sein ursprüngliches Niveau zurückfiel, hieß es von den gleichen NGOs, dass ihre Arbeit in die richtige Richtung ginge.

Schutz durch Privateigentum

Wenn wir uns wirklich über den Schutz von vom Aussterben bedrohten Tierarten sorgen, dann lasst uns mit polemischen Schlagzeilen aufhören, die nur dazu dienen, mehr Zeitungen zu verkaufen und die Spenden verschiedener NGOs anzutreiben.

Nehmen wir das Beispiel des sogenannten trophy hunting, des Trophäenjagens.

Dieser Jagdsport wurde über die letzten Jahre immer populärer. Wie National Geographic berichtet, haben diese Jäger zwischen 2005 und 2014 über 1,26 Millionen Trophäen in die USA importiert, was einem Import von 126,000 Trophäen im Jahr oder 345 Trophäen am Tag gleichkommt.

Die Trophäenjagd ist jedoch nicht der Grund, weshalb diese Tiere vom Aussterben bedroht sind. Sie leiden besonders am Verlust ihres Lebensraums durch Wilderer. Oft fällt ihr Lebensraum auch der lokalen Landwirtschaft zum Opfer, oder der Förderung von Nutzholz und Öl.

Es ist möglich, der lokalen Bevölkerung Anreize zu geben, diese Tiere zu schützen. In Namibia ist das Einkommen durch Trophäenjagden die Haupteinkommensquelle für die Finanzierung von Naturreservaten. In Südafrika hat die Trophäenjagd bewiesenermaßen die Bevölkerung dazu angeregt, die Tiere zu schützen und ihnen Raum zum Leben zu geben (vgl Conservation Magazine, 2015). Diese Evolution hat dafür gesorgt, dass die Zahl von Nashörnern von einhundert auf über 18000 angestiegen ist (vgl. World Wildlife Fund, 2016). Dem südafrikanischen Ministerium für Umweltschutz zufolge betrug das Einkommen durch die Trophäenjagd 807 Millionen Rand (53,8 Millionen Euro) im Jahr 2012 und über eine Milliarde Rand (66,7 Millionen Euro) im Jahr 2013.

Elefanten sind Opfer der Tragödie des Allgemeinguts (zu Englisch: tragedy of the commons): Wer den eigenen Profit maximieren will, der muss so viele Tiere erschießen wie nur möglich. Die einzige wirkungsvolle Schutzmaßnahme wären Eigentumsrechte und ein funktionierender Staat. Solange Elefanten einen praktischen Nutzen haben, der im Falle des Elfenbeins besonders wertvoll ist, sollten wir vorschlagen sie zu privatisieren, da es dann im eigenen Interesse der Besitzer läge, sie zu schützen.

Kein internationales Handelsverbot könnte das je erreichen.
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Dieser Artikel ist eine Übersetzung meines Artikels "Save The Elephants! ... By Owning Them" der von der Foundation for Economic Education veröffentlicht wurde.

1 Kommentar:

  1. "Kein internationales Handelsverbot könnte das je erreichen."

    Und auch kein ?!funktionierender?! Staat.

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