Montag, 28. November 2016

Klare Kante: Der Wochenrückblick (KW 47/2016)

Michael Auksutats Statements zur Woche
Über Anteilnahme am Tod Castros:
Jetzt einen Cafe Latte aus dem Jura-Vollautomaten genießen, sich an den Ikea-Schreibtisch setzen, das MacBook aufschlagen, wohlig die Füßchen in den Tschibo-Kuschelsocken strecken und einen kleinen Blog-Artikel darüber verfassen, welch großartigen Revolutionär die Welt verloren hat, der als einer der Letzten dem Kapitalismus die Stirn bot.

Über von der EU behauptetes Zahlenmaterial bezüglich der Haltung zu Vergewaltigungen.
Ich bin ja jetzt seit gut 20 Jahren von Verl bis Vladivostok und rundum unterwegs und habe mit jeder Art von Mann zusammengearbeitet. Vom feinfingrigen Akademiker bis hin zu echten Typen, die einen Doppel-T-Träger über den Nacken biegen. Zechen wie die Kesselflicker konnten die, unabhängig vom Abschluss, übrigens alle. Aber nie in dieser ganzen Zeit, egal wie sehr dem Alkohol zugesprochen wurde, habe ich von einem dieser Männern gehört, dass er Vergewaltigung gut heißt. Nie. Auf welche Art und Weise die EU-Kommission an Zahlenmaterial kommt, das dies für jeden vierten Deutschen behauptet, das würde mich einmal wirklich interessieren.

Über den Plan, Gauland als Bundestagsalterspräsidenten durch Ströbele zu verhindern:
Es muss der Weisheit der politischen Klasse geschuldet sein, dass sie den Respekt, den sie ständig für ihre Arbeit einfordert und deren Mangel sie beklagt, dadurch erwirbt und bekräftigt, dass sie durchaus präventiv bereit ist, die Alterspräsidentschaft des Bundestages eines vollkommen unbescholtenen Mannes dadurch zu verhindern, indem ein verurteilter Terroristen- und offener Tyrannensympathisant entsprechend platziert und dies noch als genialer Schachzug propagiert wird. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Schritt viele noch einmal zur Einkehr und zum Überdenken ihrer Wahlentscheidung bewegt.

Über Nazi-Codes in der Edeka-Werbung:
In den Werbespots von Edeka sollen Nazi-Codes versteckt sein. Das wundert mich nicht. Was haben die Leute den geglaubt, wofür der letzte Buchstabe im Firmennamen steht?

Über Sozengagen:
Ich finde es nicht richtig, dass die SPD zukünftig bezahlte Auftritte unterbinden will. War doch für die meisten sozialdemokratischen Minister die Gage für die Rede bei der Eröffnung eines Supermarktes die einzige Gelegenheit überhaupt für die Erfahrung, einmal selbst Geld verdient zu haben.

Über den Genderbegriff:

Heißt das jetzt eigentlich "Gender", weil "Psychische Störung" auf Twitter zwölf Buchstaben mehr verbrauchen würde?

Über die Klimakonferenzbeschlüsse in Marrakesch:
Die Klimakonferenzbeschlüsse in Marrakesch werden bei Spiegel Online frenetisch gefeiert. Ich schließe mich an. Sagen sie doch nichts anderes als dass arme Länder fortan darauf verzichten, nennenswerte Industrie aufzubauen, da schlicht die Energie maximal für Licht in der Lehmhütte reicht und dafür lokale Potentaten mit ordentlich Geld bedacht werden. Mir wird warm ums Herz. Industrie ist ohnehin so was von Retro.

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