Samstag, 12. November 2016

Die Wahl von Trump ist bullish für Gold

Bild: Annika Laas (Own work) [CC BY-SA 4.0],
via Wikimedia Commons
Marktkommentar von Claus Vogt
Heftige Kursausschläge verwirren das Bild 

Der für viele Beobachter und das gesamte politische Establishment sehr überraschende Wahlsieg Donald Trumps hat sowohl an den Finanzmärkten als auch bei den Edelmetallen zu sehr heftigen Kursausschlägen geführt. Während die US-Märkte noch geschlossen waren, stürzten die Aktienmärkte um rund 5% ab und die Edelmetallpreise schossen nach oben.

Aber als der Handel in den USA begann, kam es zu einer dramatischen Wende. Jetzt ging es bei Gold und Silber bergab, während die Aktienmärkte ihre Anfangsverluste wieder aufholten und den Tag sogar mit deutlichen Kursgewinnen beendeten. An den folgenden beiden Tagen ging es dann weiter nach oben. 

„Politische Börsen haben kurze Beine“ 

„Politische Börsen haben kurze Beine“, besagt völlig zurecht ein bekanntes Börsenbonmot. Normalerweise beeinflusst ein Wahlausgang das Geschehen an der Börse nämlich nur sehr kurzfristig. Dafür gibt es einen guten Grund: Neue politische Weichenstellungen brauchen Zeit.

Das ist insbesondere auch dann der Fall, wenn die neu gewählte Partei radikale Veränderungen planen sollte, weil auch diese sich in einer Demokratie nicht von heute auf morgen umsetzen lassen – wenn überhaupt. Dafür sorgt schon die mächtige und träge Ministerialbürokratie, die den Staatsapparat sehr viel mehr beeinflusst oder prägt als gemeinhin angenommen wird. Weil das so ist, spielt Politik jenseits der Geld- und Fiskalpolitik in meinen Analysen fast keine Rolle.

Daran wird auch der Wahlsieg Donald Trumps nichts ändern. Schließlich wurde er ja nicht zum Alleinherrscher gekürt und wird die Beschränkungen und Zwänge, denen auch ein US-Präsident unterliegt, bald kennenlernen. 

Die Weichen stehen längst auf Geldentwertung – mit oder ohne Trump 

Viel interessanter ist es zu schauen, was sich abseits des aktuellen Politikspektakels abspielt. Denn alle Zeichen stehen längst auf Geldentwertung. Daran könnte auch ein US-Präsident nur noch wenig ändern, selbst wenn er es unbedingt wollte – was bei Trump ganz sicher nicht der Fall ist.

Alle großen Geldentwertungen bzw. Hyperinflationen hatten folgende drei Gemeinsamkeiten:

1. Ungedecktes, das heißt beliebig vermehrbares Geld,
2. eine drastisch steigende Staatsverschuldung, die
3. von der Zentralbank finanziert wird.

Alle drei Bedingungen sind nahezu weltweit bereits seit Jahren erfüllt. Dennoch scheint Geldentwertung derzeit kaum zu existieren. Diese Aussage gilt allerdings nur, wenn Sie den offiziellen Zahlen Glauben schenken. Warum Sie das nicht tun sollten, zeigen wir Ihnen in der am Dienstag, den 15. November erscheinenden Dezemberausgabemeines Börsenbriefes Krisensicher Investieren. Doch das soll hier nicht Thema sein, weshalb der Hinweis genügen muss, dass die offiziellen Inflationszahlen die tatsächliche Geldentwertung schon seit Jahren systematisch verschleiern.

Sehr viel wichtiger als diese vergangenheitsorientierte Tatsache ist natürlich die zukünftige Entwicklung. Und diese wird von einem deutlichen Anspringen der Inflation geprägt sein. Die dafür sprechenden Zeichen mehren sich jedenfalls – mit oder ohne Trump. 

Trumps angekündigte Politik ist inflationär 

Im Zentrum von Trumps wirtschaftspolitischen Absichtserklärungen steht ein gewaltiges Infrastrukturprogramm zur Belebung der US-Wirtschaft. Finanziert werden kann das natürlich nur durch eine erhebliche Ausweitung der längst völlig aus dem Ruder gelaufenen Staatsverschuldung – oder durch Helikoptergeld der Zentralbank. Da beide Varianten inflationär sind, werden sie die Geldentwertung befeuern. Machen Sie sich also keine Illusionen: Eine Rückkehr zu geld- und staatsschuldenpolitischer Vernunft und Solidität wird es auch unter Präsident Trump nicht geben. Die Ende 2015 begonnene Edelmetallhausse wird also weitergehen.

„Aber hat sich Trump denn nicht sehr positiv über die Wiedereinführung des Goldstandards geäußert?“, werden Sie an dieser Stelle vielleicht einwenden. Doch, das hat er tatsächlich getan. Wie das zusammenpasst, lesen Sie in der am kommenden Dienstag erscheinenden Ausgabe meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren.

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