Samstag, 3. September 2016

Überladene Lkw schädigen unsere Autobahnen auf Kosten der Steuerzahler

Bild: CC0 Public Domain / Pixabay / Clker-Free-Vector-Images
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,

unzulässig schwere Lkw verschleißen die Autobahnen in ganz besonderem Maße. Würden die verantwortlichen staatlichen Stellen mehr kontrollieren und diese Lkw aus dem Verkehr ziehen, könnte der Erhaltungsaufwand für die Autobahnen deutlich verringert werden. Millionen an Steuergeldern würden dadurch eingespart werden.

Je mehr Lkw die Autobahnen benutzt, umso kürzer ist die Lebensdauer der Fahrbahnen, denn Lkw beanspruchen die Straßen sehr viel stärker als Pkw. Eine Lkw-Achse mit zehn Tonnen Gewicht strapaziert die Straßen genauso wie 10.000 Pkw-Achsen mit je einer Tonne Gewicht. Noch schlimmer wirken sich überladene Lkw aus, weil durch sie ein überproportional steigender Erhaltungsaufwand für die Autobahnen entsteht. Lkw sind überladen, wenn sie die in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genannten Gesamtgewichte und Achslasten überschreiten (Höchstgewicht für Sattelzüge: 40 Tonnen).

Überladene Lkw werden instabil und sind schwerer zu steuern. Auch erhöhen sie wegen des längeren Bremswegs und der größeren Aufprallenergie das Unfallrisiko und die Schwere der Unfälle. Firmen, die ihre Lkw regelmäßig überladen, sparen Fahrzeug-, Personal- und Treibstoffkosten. Sie verschaffen sich auf diese Weise einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern, die sich an die Vorschriften halten.

Viel zu wenige Achslastmessstellen wurden eingerichtet 

Im Jahr 1997 erhielt eine Bundesbehörde vom Bundesverkehrsministerium den Auftrag, zu Forschungszwecken ein flächendeckendes Netz von Achslastmessstellen einzurichten. An den Messstellen werden jeweils Sensoren in die Fahrbahnen eingebaut, welche die Achslasten eines Lkw während seiner Überfahrt messen. Die Messstellen sollten auch für Überladungskontrollen genutzt werden. Ursprünglich waren an 40 Autobahnabschnitten in beiden Fahrtrichtungen insgesamt 80 Messstellen geplant. Tatsächlich wurden im Lauf der Jahre jedoch nur insgesamt 41 Messstellen eingerichtet.

Die Achslastmessstellen erwiesen sich als sehr störanfällig. Nur wenige lieferten zuverlässig Daten, die zur Vorauswahl von möglicherweise überladenen Fahrzeugen genutzt werden konnten. Die zu überprüfenden Lkw werden dann aus dem Verkehr herausgewinkt und auf einen Kontrollplatz umgeleitet. Durch eine Verwiegung wird schließlich festgestellt, ob tatsächlich eine Überschreitung des zulässigen Einzel- oder Gesamtgewichts vorliegt. 

Weniger Überladungen würden zu enormen Einsparungen führen 

Das Bundesverkehrsministerium ließ im Jahr 2003 gutachtlich untersuchen, welche Auswirkungen es auf die Erhaltung von Bundesfernstraßen hätte, wenn Überladungen vollständig vermieden würden. Als Ergebnis der Untersuchung teilten die Gutachter mit, dass die Erhaltungskosten von Bundesautobahnen aufgrund längerer Erhaltungszyklen je nach Bauweise (Asphalt oder Beton) um 36 % bis 45 % gesenkt werden könnten. 

Auch eine Teilreduzierung der Überladungen würde den Nutzungszeitraum und die Erhaltungsintervalle der Fahrbahnen deutlich verlängern und damit die Investitions- und Erhaltungskosten erheblich senken. Die Gutachter empfahlen dem Bundesverkehrsministerium effizientere Überladungskontrollen. Die Ausgaben zur Erhaltung der Fahrbahnen der Bundesfernstraßen beliefen sich in den letzten Jahren auf rund 1,5 Milliarden Euro mit stetig steigender Tendenz. Eine spürbare Senkung der Überladungen könnte somit zu Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich führen. 

Jahrelanges Nichtstun des Verkehrsministeriums 

Das Bundesverkehrsministerium hat es in den letzten Jahren versäumt, eine effektive Überladungskontrolle bei Lkw sicherzustellen. Es hat sein im Jahr 1997 selbst gestecktes Ziel verfehlt, zügig ein funktionierendes Netz von Achslastmessstellen aufzubauen. Spätestens als die gutachtliche Untersuchung im Jahr 2003 das enorme Einsparpotenzial bei den Erhaltungskosten aufzeigte, hätte das Ministerium den bestehenden Handlungsbedarf erkennen müssen. Durch wirksame Überladungskontrollen könnten nicht nur enorme Beträge gespart werden, der Verkehr würde auch sicherer und der Wettbewerb zwischen den Transportunternehmen fairer. 

Hier darf nicht länger gezögert werden, das Netz der Achslastmessstellen muss unverzüglich ausgebaut werden, denn die Anzahl und die Qualität der Kontrollen sind nach wie vor völlig unzureichend. Durch die wenigen funktionierenden Messstellen und die geringe Anzahl von nutzbaren Kontrollplätzen sind die zuständigen Behörden bei ihren Überladungskontrollen örtlich sehr eingeschränkt. Flächendeckende Kontrollen finden nicht statt, weshalb die Beanstandungsquote gering bleibt. 

Das Verkehrsministerium will endlich gegen Überladungen vorgehen 

Wie inzwischen bekannt wurde, zeigt sich das Bundesverkehrsministerium nunmehr einsichtig und will die Überladung von Lkw in Zukunft stärker bekämpfen. Den verzögerten Ausbau der Messstellen hat das Ministerium mit der anfänglich mangelhaften Zuverlässigkeit der Sensoren begründet. Ob die restlichen Messstellen eingerichtet werden, ist allerdings noch offen. Alternativ wird der Einsatz mobiler Achslastwaagen geprüft. 

Lange hat es gedauert, aber jetzt soll endlich mehr getan werden, um Überladungen zu vermindern. Es bleibt die Verärgerung darüber, dass das Ministerium trotz Kenntnis der Zusammenhänge jahrelang nichts unternommen hat, um das große Einsparpotential bei den Erhaltungskosten zu realisieren. Es sind unsere Steuergelder, welche hier durch jahrelanges Nichtstun verschwendet wurden, liebe Leserinnen und Leser, sagt erbost

Ihr
Gotthilf Steuerzahler

Kommentare:

  1. Ich finde diese Analyse protektionistisch. Hier werden Steuergelder als Argument angeführt, um den Warenverkehr zu reduzieren mit der Folge sinkenden Wohlstandes.

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  2. Ebenso könnte das staatliche Gesundheitssystem die Menschen zwingen, nach Plan einzukaufen, sich zu ernähren oder ihre Freizeit zu gestalten, weil das Gesundheitssystem mit Steuergeld finanziert wird und jeder Mensch der sich die Freiheit rausnimmt, zu leben wie er leben will, verursacht der Gesellschaft Kosten.

    Solche etatistischen Texte haben auf einer Seite die libertär sein will NICHTS verloren.

    Den LKW Verkehr zu regulieren, weil die Autobahnen mit Steuergeld betrieben werden ist zynisch. Wenn auf jedes staatlich verursachte Problem ein staatliches Verbot oder eine staatliche Regulierung oder Kontrolle als Lösung angesehen wird, dann bewegt man sich nicht mehr auf dem Pfad freisinniger Gedanken.

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  3. Dieser Gotthilf Steuerzahler bringt immer wieder Beiträge um vermeintliche Missstände bei der Verwendung von Steuern anzuprangern und auch vermeintliche Lösungen darzustellen. Hier haben die Kommentatoren recht: Gotthilf erkennt das Unwesen der Steurn nicht. Etatisten wie er kriegen es einfach nicht in die Gehirnwindungen gebogen das eine Gruppe von Menschen deren Sonderprivilegien auf initiierender Gewaltanwendung und damit Unrecht basieren nun mal an Gerechtigkeit speziell für ihre Opfer nicht interessiert sind. Sonst rissen sie sich nicht um die Macht an den Schalthebeln des Gewaltmonopols. Da kann man genauso vom Teufel eine Begrenzung der Hitze in der Hölle auf ein erträgliches Mass fordern. Dabei steckt schon im terminus "teuflisch" alles wesentliche und "politisch" kann da hervorragend mithalten.

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  4. Die beiden Anonym vor mir haben recht.

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  5. Der Transport von Bauteilen für Windkraftwerke ist zwar politisch korrekt, aber in jeder anderen Hinsicht überflüssig.

    www.NAEB.tv

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