Dienstag, 27. September 2016

Politischer Kampf im Sozialfaschismus: Wesensmerkmale und anderer Blödsinn

Divide et impera: Macchiavelli. Bild: Santi di
Tito [Public domain], via Wikimedia Commons
von Kurt Kowalsky
Ein Wesensmerkmal des Demokratismus ist, die Bewohner seines Herrschaftsgebietes in ideologische Lager zu spalten. Wohlgemerkt, es ist ein Merkmal des Wesens und nicht das Produkt einer Verschwörung - also kein ausgeklügelter Plan, welchen sich ein paar Böse oder die Amerikaner ausgedacht hätten.

Ein Fürst oder Diktator muss dagegen das divide et impera bewusst planen, wie Machiavelli dargelegt hat.

Die politischen Schwätzer differenzieren sich durch Geschwätz, welches als Versprechen wahrgenommen wird. Würden die verdummten Massen tatsächlich die Handlungsmaximen der Politik bestimmen, wie sich Fahrgäste ein Verkehrsmittel wählen, so wäre Herrschaft auf einem bestimmten, abgegrenzten, Identität stiftenden Territorium auf Dauer nicht möglich.

Die Wahl im politikwissenschaftlichen Sinne ist lediglich ein Verfahren die herrschaftsausübenden Organe zu legitimieren. Denn soll Herrschaft auf Dauer erhalten werden, bedarf sie einer Legitimation.

Ich weiß, liebe Leser, die diesbezüglichen Darlegungen von Max Weber wedelt die Systempresse nicht vor Ihrer Nase herum, weshalb Sie jetzt die abverlangte Meinungsbildung etwas überfordert. Aber hätte man in Webers diesbezüglichen Ausführungen einmal nachgeschlagen, würde man jetzt wissen, dass eine derartige Legitimation weder mit den Realitäten referieren muss, noch in irgendeiner Weise konkret, geschweige denn absolut oder auch nur relativ sein muss. Legitimation in diesem Sinne muss lediglich imponieren.

Sind die herrschaftsausübenden Organe erst einmal allgemein anerkannt, so sorgt das christlich-soziale, alternativ-deutsche oder das ökologisch-rote Politikgesindel für die schwatzende Begleitmusik.

Jede offenbar werdende noch so blödsinnige Meinung wird von irgendwelchen politischen Gaunern aufgenommen, abgewogen und widergespiegelt. Mit Hilfe einer nicht weniger blödsinnigen, arithmetischen Operation, können sich nun alle Meinungsträger zu irgendeiner Seite zugehörig fühlen. Selbstverständlich lässt sich die eigene Seite wiederum teilen, damit man sich dann auf die „bessere“ Seite dieser Seite schlagen kann und so weiter.

Immer dort, wo es die von Willen und irren Vorstellung verwirrten "Hasen" hintreibt, sitzt zwangsläufig ein Vertreter des Demokratismus und ruft „Ich bin schon da!“.

Da gewisse Teile der angeblich Libertären einen nicht minder blödsinnigen Kampf innerhalb des sozialfaschistischen Spektrums führen, also mit den anderen Hasen meinen, auf die politische Willensbildung Einfluss zu haben, ist die Angelegenheit nicht mehr lustig. Die hilflosen Versuche, nicht zum rechten politischen Lager zugerechnet zu werden, belegen bereits, dass man das Hase-und-Igel-Spiel wohl nicht verstanden hat, jedoch seine ethische Missbildung akzeptiert. Und so fällt es auch nicht auf, dass die Meinung keinen Staat zu wollen, im Widerspruch mit der Meinung steht, Massen überzeugen und gegebenenfalls überstimmen zu können.

Das ist einigermaßen verständlich, weil so mancher jetzige Freiheitskämpfer früher mal bei der CDU oder FDP engagiert war. Der heroische Kampf gegen die Schergen der SPD, welche den Arbeitern ihre Villen im Tessin wegnehmen wollten, bleibt unvergessen.

Überhaupt hat die Partei Ludwig Erhards keine Kosten und Mühen gescheut, den Linken im Lande zu verdeutlichen, wie stolz ein Deutscher sein kann, liefert man ihn samt Land, verbrauchergeschützt und zwangsversichert ausländischen Interessen aus.

Analysiert man manche Artikel und Kommentare gewisser "Freiheitskämpfer", wollen sie dann auch nicht mehr oder weniger als einen Polizeistaat. Wohl bekommt's!

Kommentare:

  1. Vielen Dank für den großartigen Beitrag!
    In welchem von Webers Werken kann ich "die diesbezüglichen Darlegungen" nachlesen?

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    1. http://www.textlog.de/7353.html

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