Montag, 5. September 2016

Identitäre Bewegung: Wer sind die ''neurechten'' Aktivisten?

Capo: Sellner.
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Martin Sellner
Um die Identitäre Bewegung wird es in letzter Zeit immer lauter. Den Höhepunkt der Aufmerksamkeit erreichten die Identitären letztens, als einige ihrer Aktivisten auf das Brandenburger Tor kletterten und von dort aus ein Transparent mit der Aufschrift ,,Sichere Grenzen - sichere Zukunft'' präsentierten. Die massenmediale Empörung über diesen wenig skandalösen Schriftzug war enorm. Seit längerem wird die Identitäre Bewegung als ''rechtsradikal'' gebrandmarkt und neuerdings sogar vom Verfassungsschutz beobachtet. Da solche Zuschreibungen von den Massenmedien und vom Verfassungsschutz immer mit Vorsicht zu genießen sind und die Relevanz und der Bekanntheitsgrad der Identitären Bewegung am wachsen sind, erschien es uns geboten, uns selbst ein Bild zu machen und mit dem Philosophie- und Jurastudenten Martin Sellner zu sprechen, dem führenden Vertreter der Identitären Bewegung im deutschsprachigen Raum. Tomasz M. Froelich sprach mit ihm über Ursprünge, Motivationen, Philosophie, Prinzipien und den Alltag der Identitären.

Übrigens: Ziemlich zeitgleich sprach André F. Lichtschlag, Chefredakteur des befreundeten libertären Monatsmagazins ,,eigentümlich frei'', ebenfalls mit Martin Sellner. Interessant: Lichtschlag und Sellner streiten darüber, wer hier eigentlich links und wer rechts ist, die Libertären oder die Identitären. Prädikat: lesenswert! Schon bald zu lesen in der kommenden ef-Ausgabe.

Froelich: Herr Sellner, die Identitäre Bewegung ist in aller Munde und wurde erst letztens mit einem Beitrag in der Tagesschau bedacht. Besonders öffentlichkeitswirksam war die Präsentation des Transparents mit dem einprägsamen Schriftzug ,,Sichere Grenzen - sichere Zukunft" auf dem Brandenburger Tor durch identitäre Aktivisten. Wann kam die Identitäre Bewegung auf und warum?

Sellner: In Frankreich ist der Begriff „identitär“ schon länger en vogue und ist teils bewusst gegen den alten „Nationalismus“ und seine Regions- und Europafeindlichkeit entstanden. In dem Begriff sammelte sich zudem alles, was die „Nouvelle Droite“ in den Jahrzehnten zuvor geistig erarbeitet hatte. Die "Generation Identitaire“ hat 2012 zu diesen Ideen einen neuen Stil, von der Farbgebung bis hin zu den Aktionsformen und der Nutzung der sozialen Medien geschaffen. 

Froelich: Die Identitäre Bewegung fällt vor allem durch ihren Aktionismus auf. Woher rekrutieren sich die Identitären? Aus Burschenschaftern, denen das linkslastige und stets aktionistische Studentenmilieu schon immer auf die Nerven ging und die einen Drang nach antilinkem Konteraktionismus verspürten, hierfür aber keine entsprechende Plattform fanden? Die Burschenschaften wirken ja teilweise etwas antiquiert und bedächtig.

Sellner: Wir rekrutieren uns im Grunde aus der gesamten europäischen Jugend. Von Arbeitern, Bauern, Lehrlingen, bis zu Studenten ist wirklich alles dabei. Dass wir es als erste aktive, patriotische Bewegung auch geschafft haben eine nennenswerte Anzahl an Studenten einzubinden, ist vielleicht der Grund für den medialen Fokus auf die „Studenten“, die allerdings eine wichtige Rolle in der Gründungsphase der Bewegung hatten.

Ich selbst studiere ja Philosophie und Rechtswissenschaften und für mich war die unhinterfragte linke Hegemonie auf unseren traditionsreichen Unis immer ein Missstand.

Während die meisten „rechten“ Studenten in Betriebswissenschaften und Technik flüchteten, entschied sich eine kleine Gruppe an Studenten in Österreich und Deutschland bewusst für ein geisteswissenschaftliches Studium und für ein Dasein als politische Aktivisten. Von diesem kleinen Kern ging in der Folge die Bewegung in Österreich und Deutschland aus.

Froelich: Wofür steht die Identitäre Bewegung eigentlich? Wofür kämpft sie?

Sellner: Unser Ziel ist eine Art „Grundkonsens“ von allem was „rechts“ der linken Hegemonie steht und daher sehr rasch erklärt. Wir stehen für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität und grenzen dieses Ziel klar von den linken Diffamierungen als „Rassismus“, „Nationalismus“ etc. ab. Es geht darum, den ethnischen und kulturellen Traditionsfaden der europäischen Völker nicht abreißen zu lassen, um unsere Demokratie, unsere Identität und unser geschichtliches Dasein zu erhalten. Das ist unserer Ansicht nach die Möglichkeitsbedingung für jede politische Frage, und daher jeder weiteren Entscheidung in religiöser, ökonomischer, gesellschafts- und geopolitischer Hinsicht vorgeordnet. Aus dieser klaren Haltung schöpft die Identitäre Bewegung ihre integrative Kraft.

An historischer Stelle: Sichere Grenzen, sichere Zukunft.
Froelich: Also eine Art Primat der ethnokulturellen Identität, wie und durch wen auch immer diese definiert sein mag. Was sind für die Identitären die drängendsten Probleme unserer Zeit?

Sellner: Der Große Austausch ist ganz klar das Hauptproblem, das uns heute in unserer nackten Existenz bedroht. Die Masseneinwanderung führt zu einer regelrechten ethnischen „Ersetzung“, ganze Stadtteile und Alterskohorten kippen Monat für Monat. Kulturell gesehen ist die Islamisierung das Hauptsymptom dieser gefährlichen Entwicklung, die unsere Demokratie ethnisch fragmentiert und damit irreversibel macht. 

Froelich: Und welche Lösungen haben die Identitären für die von ihnen diagnostizierten Probleme parat?

Sellner: Unsere Lösung für diese quälenden Fragen ist eine Politik der Remigration und Leitkultur, die mit einem breiten Maßnahmenpaket umgesetzt werden muss, um eine Tendenzwende einzuleiten. Ein sofortiger Stopp der Trans- und Arbeitsmigration nach Europa muss Hand in Hand gehen mit einem Verbot der Familienzusammenführung, Abschiebung aller Illegalen, dem Staatsbürgerschaftsverlust für Straftäter und einer konsequenten Bekämpfung des politischen Islam. Auf eine Formel gebracht müsste integriert werden, was integrierbar ist, assimiliert werden, was assimilierbar ist, und der Rest müsste remigrieren.

Unsere Aufgabe als Identitäre Bewegung ist es den politischen Willen für diese lebensnotwendigen Reformen zu sammeln und mit Aktionen und Demos auf die Straße zu tragen. Wir sind die letzte Generation, die zu dieser Wende in der Lage ist und wir sind uns dieser Verantwortung bewusst.

Froelich: Die Identitäre Bewegung gibt sich offen als rechts. Das ist in einer Zeit, in der das allseits als Böse anerkannte in der rechten Ecke vorzufinden ist, eine mutige Selbstzuschreibung. Aber ist diese Selbstzuschreibung nicht auch problematisch? Und in welchem Sinne ist die Identitäre Bewegung rechts?

Sellner: Mit dem Begriff ist es etwas komplexer. Ein Spruch, der am Anfang der Bewegung geprägt wurde, war „Nicht links, nicht rechts - identitär“. Und in der Tat gibt es in unserer Bewegung einen großen Meinungspluralismus in verschiedensten Fragen, der den gesamten Spannungsbogen des politischen Spektrums umfasst. Es kommt darauf an, was man unter „rechts“ versteht. Wenn alles, was sich gegen den linken Universalismus und seinen politischen Niederschlag, dem Selbstmord der europäischen Zivilisation stellt „rechts“ ist, wie das unsere Medien behaupten, trifft das zu. In vielen anderen Fragen, bezüglich Umwelt, Gesellschaftspolitik, Wirtschaft etc. ist unsere Meinungsvielfalt zu groß, um uns als klassisch rechts bezeichnen zu können. Uns geht es um unsere Identität, also die Möglichkeitsbedingung, um überhaupt eine „Links-Rechts-Debatte“ weiterführen zu können. Dass es die Linken waren, die diese Lebensgrundlage in Gefahr gebracht haben, bedeutet für mich nicht, dass sie damit ihre Daseinsberechtigung als Diskussionspartner in einer echt europäischen Zukunft vollkommen verspielt haben.

Froelich: Klingt tolerant! In den Medien wird die Identitäre Bewegung hingegen als rassistisch dargestellt. Was ist da dran?

Sellner: Nichts. Wir weigern uns den völlig entgrenzten Rassismusbegriff linker Uni-Erstsemester zu verwenden, nachdem etwa schon ein Indianerkostüm als „kultureller Rassismus“ gilt. 

Rassismus ist die Abwertung anderer Ethnien oder Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft. Unser Ethnopluralismus will genau das nicht, sondern ein Lebensrecht für alle Völker und Kulturen. Wir wollen auch keine „Rassenreinheit“ und „globale Apartheid“, was die Politiker immer wieder als Strohmann-Argument einbringen, wenn wir ihre aus dem Ruder gelaufene Völkerwanderung und den Großen Austausch kritisieren.

Froelich: Die Identitäre Bewegung äußert sich häufig globalisierungskritisch. Hat denn die Globalisierung, vor allem in der Wirtschaft, nicht sehr positive Effekte? Die Globalisierung hat doch unbestreitbar unser Wohlstandsniveau massiv verbessert. Und was wäre die Alternative zur Globalisierung? Nationaler Protektionismus? Wie steht die Identitäre Bewegung zur freien Marktwirtschaft?

Sellner: Hier muss ich leider einen kleinen Exkurs voranstellen: die Bewegung selbst will, wie gesagt, ausschließlich die Möglichkeitsbedingung für alle weiteren politischen Fragen - unsere ethnokulturelle Identität - erhalten. Aus diesem Grund geben wir als Bewegung ganz bewusst keine wirtschaftlichen Leitlinien vor. Diese Haltung zeugt aber auch von unserer Ansicht, dass die identitäre Frage „ursprünglicher“ ist und weder liberale noch sozialistische Positionen ein Monopol auf ihre Beantwortung haben.

Nachdem das gesagt und damit klar gestellt ist, dass ich in diesen Themen eher für mich als für die Identitäre Bewegung spreche, kann man, so denke ich, feststellen, dass das kolossale Scheitern des Kommunismus klar zeigte, dass Planwirtschaft und Kollektivismus einem Grundzug des menschlichen Daseins widersprechen: seiner Freiheit. Ebenso verfehlt aber, meiner Ansicht nach, auch ein radikaler liberaler Individualismus einen Aspekt des menschlichen Wesens.

Da die Gemeinschaft, jenseits und vor Kontrakten oder dynamischen Wirtschaftsbeziehungen ein Grundaspekt des menschlichen Daseins ausmacht, sehe ich persönliche Freiheit als Wert untrennbar mit Solidarität verbunden.

Froelich: Dem würde ein Radikalliberaler nicht zwingend widersprechen. Auch er schätzt die Gemeinschaft und die Solidarität, sofern sie ihm nicht aufgezwungen wird. Aufgezwungene Solidarität ist keine und ein Angriff auf's Privateigentum.

Sellner: Die Abschaffung des Privateigentums halte ich für ebenso absurd wie den Gedanken einer völlig losgelösten Willkür im Ausüben privater Interessen. Die Wirtschaft als Ökonomie ist immer auch eine politische Frage. „Oikos“ ist der Haushalt und Wirtschaft bedarf eines grundlegenden, reziproken Vertrauens, einer „rule of law“, letztlich also einer Art von Gemeinschaft, in der sich Wettbewerb entfaltet. 

Die Frage ist: wer legt die Grenzen und Regeln dieser Gemeinschaft fest? Das ist für mich immer eine (geo)politische Frage. Die Globalisierung ist zu einem gewissen Teil einfach ein Werkzeug der unipolaren Strategie der USA, der „american way of life“ Teil ihres Hegemoniekonzepts. Teilweise ist sie aber auch ein gewisser allgemeiner Kontrollverlust, ein Prozesses der Entwurzelung und Entfremdung, der die ganze Welt rationalisiert, denaturiert, deterritorialisiert, atomisiert und dann wieder in neue kontrollierbare Einheiten stratifiziert. Menschen werden zu Humanressourcen, Staaten zu Verwaltungszonen und alles berechenbar - Teil eines Managements. 

Froelich: Klingt dann doch düster.

Sellner: Ich persönlich bin in der Tradition der modernekritischen deutschen Philosophie dieser Entwicklung gegenüber skeptisch, glaube allerdings nicht, dass Kommunismus oder Nationalismus eine Alternative darstellen. Ich glaube allerdings, dass es eventuell auch eine „andere Globalisierung“ geben könnte, die sich nicht in Entwurzelung, erzwungener „Mobilität“ und Aushebelung der Staaten äußern würde. Die globale Integration was Handel, Finanzen und Informationen betrifft, bedeutet nicht automatisch den permanenten Fluß von Humankapital: eher das Gegenteil. 

Aber um zur Frage zurück zu kommen: Jede Freiheit braucht ihre Grenzen und auch jeder Markt hat seinen Raum und seine Regeln, die geschützt werden müssen. Vielleicht weniger nach Innen, als nach Außen gegen geschlossen an- und eingreifende Machtblöcke. Die Frage ist, wer diesen Raum definiert und seine Regeln festlegt. Das tun heute in Europa viele - aber nicht wir.

Froelich: Ja, das ist eben die große Gretchenfrage nach der raumdefinierenden und regelsetzenden Instanz. Vielen Libertären graut vor solchen Instanzen - sie setzen da lieber auf freiwillige menschliche Handlungen, deren Struktur sie ,,Markt'' nennen, der möglichst frei zu sein hat - gar bis hin zu einer Privatrechtsgesellschaft. Was hat es mit dem Ethnopluralismus auf sich, der der identitären Bewegung zugeschrieben wird?

Sellner: Das Konzept stammt von Alain de Benoist, einem wichtigen Vordenker der „Nouvelle Droite“, der französischen Neuen Rechten. Es besagt im Grunde, dass es keinen abstrakten und objektiven Maßstab gibt, um Kulturen zu bewerten, da jedes Kriterium selbst teilweise kulturell ist. Darin wirkt er sehr „kulturrelativistisch“ und trägt dem „cultural turn“ der modernen Philosophie Rechnung. Gleichzeitig tritt Benoist allerdings für ein Lebens- und damit Verteidigungsrecht dieser Kulturen, ein „Recht auf Verschiedenheit“ ein, was dem linken Missbrauch des „Vielfalts“-Begriffs entgegensteht.

Ethnopluralismus kritisiert den internationalen Universalismus relativistisch und betont gegen individualistischen Relativismus die Bedeutung der ethnokulturellen Gemeinschaft. Damit steht er, wie die Identitäre Bewegung, zwischen den Fronten der großen modernen Ideologien. Er behauptet, die konkreten geschichtlichen Gemeinschaften, die gewachsenen Völker und Kulturen, gegen die ideologischen Kollektive, als zentrale politische Akteure.

Froelich: Dieses Gedankengut und der zuvor von Ihnen beschriebene Aktionismus dürfte dem deutschen Verfassungsschutz nicht sonderlich gefallen – der beobachtet nämlich die Identitäre Bewegung neuerdings. Stört Sie das?

Sellner: Nein, eigentlich nicht. Diese „Überwachung“ ist mittlerweile ein politisches Instrument. Wenn man das Auftreten, die Ideologie und die Taten linker und islamistischer Gruppen, die zurecht beobachtet werden, mit den sogenannten „rechtsextremen“ Beobachtungsobjekten vergleicht, zeigt sich eine extreme Kluft. Wir werden weder für extremistische Bestrebungen, noch für extremistische Mittel beobachtet - weder lehnen wir den Rechtsstaat ab, noch wenden wir gezielt Gewalt an, wie Islamisten und Antifas. Was uns zur Last gelegt wird sind so „extreme“ Aussagen wie „Sichere Grenzen - sichere Zukunft.“ Diejenigen "Experten", die bestimmen, was als „extreme Meinung“ zu gelten hat, sind in der Regel selbst Linksextreme. Der AfD sei warnend gesagt, dass dieser politisch motivierte Extremismusbegriff auch vor ihr als Partei nicht Halt machen wird, weil die Definitionsmacht bei Leuten liegt, die keine echte Demokratie, sondern eine Gesinnungsdiktatur wollen.

Froelich: Und de facto haben! Apropos Extremismus: Wenn die Identitäre Bewegung auftritt, sind Antifanten meist nicht weit. Häufig kommt es dabei zu Handgreiflichkeiten. Welche Erfahrungen haben Sie mit der Antifa gemacht? 

Sellner: An solchen Erfahrungen kommt man natürlich nicht vorbei. In Österreich ist die Antifa etwas harmloser und „gemütlicher“ als in Deutschland. Ohne BRD-„Fachkräfte“ gäbe es bei uns vielleicht gar keine nennenswerte linke Szene mehr. Die Sprechchöre des schwarzen Blocks in Wien haben zumindest immer einen hörbaren norddeutschen Akzent.

Froelich: Das tut mir als Hamburger natürlich leid!

Sellner: Trifft man die Antifa auf der Straße, beschränken sich diese Begegnungen meistens auf deren panischen Rückzug, sofern sie zahlenmässig nicht eins zu zehn überlegen sind. Die typischen linksextremen Taktiken, wie nächtliche Einbrüche, Überfälle, Brandstiftungen, Steinwürfe hinter Polizeikordons etc. sind schwer zu verhindern, teilweise auch gefährlich, aber führen auf lange Sicht nur zu einer völligen Isolation dieser Gruppen. In meinem Viertel werden regelmäßig „Fahndungsplakate“ und Drohbotschaften angebracht, das Auto meiner Eltern wurde unlängst abgefackelt und bei unserer letzten Demo wäre ein Aktivist nach einem linken Steinwurf auf der Straße fast verblutet. 

Froelich: Sie scheinen ein gefährliches Leben zu führen, zumal es nicht selten vorkommt, dass die ,,antifaschistische’’ Krawallerie in Überzahl ist. Bewirken die Antifanten mit ihrem brutalen Vorgehen eigentlich nicht das Gegenteil ihrer mutmaßlichen Intention?

Sellner: Jedes mal haben die Attacken zu großer Solidarität mit uns in der Nachbarschaft und Gesellschaft geführt und oft sogar hartnäckige Gegner der Identitären Bewegung davon überzeugt, dass wir auf der richtigen Seite stehen. Die hasserfüllte und feige Gewalt der Antifa macht unseren friedlichen Aktivismus nur authentischer, stärker und überzeugender - über alle ideologischen Grenzen hinweg.

Froelich: Die Aggressionen der Antifa richten sich häufig auch gegen politische Parteien – in Deutschland vor allem gegen die AfD und in Österreich gegen die FPÖ. Die Vorwürfe der Antifa gegen die AfD und die FPÖ sind mit den Vorwürfen der Antifa gegen die Identitären praktisch ident. Steht die Identitäre Bewegung diesen Parteien nahe?

Sellner: Wir haben als metapolitische Bewegung das Privileg uns nur nach Prinzipien und Überzeugungen richten zu müssen. Wir stehen daher automatisch den Parteien nahe, die dieses unverhandelbare Prinzip für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität teilen. Das sind heute jene Parteien, die sich gegen Masseneinwanderung und Islamisierung einsetzen und ich glaube es ist kein Geheimnis, wer das in Österreich und Deutschland tut. Doch wenn die Grünen morgen erkennen, dass Masseneinwanderung für Europa eine ökologische und für die Auswanderungsländer eine ökonomische Bedrohung darstellt, wären auch sie auf unseren Demos herzlich willkommen.

Kommentare:

  1. Ich persönlich denke, dass dieses Interview einen Zusammenschluss von Identitären und Freitum symbolisieren soll. Rechtspopulismus ist gut - wir brauchen ihn und er spricht die Probleme an - aber wenn ich mir die Aussagen dieses Aktivisten einer de facto kollektivistischen Bewegung anschaue, dann erkenne ich keinen Populismus, sondern reine Ideologie.

    Man sollte sich außerdem die ausweichenden Antworten im Bezug auf Wirtschaftspolitik anschauen, um zu merken, dass es sich hier nicht um einen nationalliberalen oder -konservativen AfD-Sympathisanten, sondern einen nationalen Sozialisten handelt. "Ich glaube, es gibt einen dritten Weg" und Amerika-Bashing en masse zeigen die typische national-linke Einstellung. Und Tomasz, deine Distanzlosigkeit zu derartig antiliberalen Positionen hat mir hier ein bisschen Angst gemacht.

    Populismus, Polemik, Cholerik und anderes Getröte sind vollkommen in Ordnung, aber als Liberaler ein derartig unkritisches Interview mit einem ideologisierten Sozialisten zu führen, ist mehr als schädlich für die eigene Überzeugung und die der Leser.

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  2. Dass Tomasz Froelich kein Linkslibertärer ist, ist keine Neuigkeit. Er war schon immer eher einer der konservativ-libertären Sorte. Einen Zusammenschluss mit den Identitären kann ich in dem Interview, das meiner Meinung nach gut und vor allem fair geführt ist, nicht erkennen. Es geht hier ja, wie Froelich im Vorwort bereits erwähnt, darum, die identitäre Position kennen zu lernen, nicht darum, dem Martin Sellner das eigene Weltbild ins Hirn zu meisseln. Ich finde es gut, dass Froelich nicht wie so mancher libertäre Radikalinski die empörte Diva spielt und ,,NICHTAGGRESSIONSPRINZIP!!!einself!!1! skandiert, sobald ihm etwas nicht passt, sondern den Sellner sprechen lässt. Froelichs Sichtweise kennen seine Leser ja bereits und ich finde sogar, dass die in den Fragen subtil zum Ausdruck kommt. Und vor allem braucht man als Libertärer auch nicht alles Identitäre schlecht finden. Es gibt durchaus Gemeinsamkeiten zwischen beiden Positionen - die Rückbesinnung auf kleinere Einheiten, Dezentralismus und auch mit Remigration und/oder Grenzschutz werden Libertäre, sofern sie nicht zum Open-Borders-Lager gehören, durchaus etwas anfangen können. Die kulturelle Frage wiederum muss jeder für sich selbst beantworten. Das passt schon so.

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  3. „Die Frage ist: wer legt die Grenzen und Regeln dieser Gemeinschaft fest?“

    In Anlehnung an Murray Rothbard: Die Antwort ist nicht wer, sonder was: die menschliche Vernunft.

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  4. Tomasz M. Froelich6. September 2016 um 16:04

    Da von mehreren Seiten ein Zusammenschluss von Libertären und Identitären befürchtet und diesem Interview eine dem dienliche Funktion unterstellt wurde, möchte ich mich als derjenige, der dieses Interview geführt hat, kurz äußern:

    Mir ging es, wie im zweiten Kommentar hier schon richtig beschrieben wurde, darum, auch mal die Identitären sprechen zu lassen, da ich mich ansatzweise und rudimentär mit der Identitären Bewegung in Österreich auseinandergesetzt habe und einen recht großen Unterschied zwischen der massenmedialen Perzeption der Identitären Bewegung und meiner eigenen festgestellt habe. Daher hielt ich es für sinnvoll, dieses Interview durchzuführen.

    Ich habe mich gegenüber Sellner nicht affirmativ geäußert. Dass ich ihn nicht mit libertären Grundsätzen und etwa dem Nichtaggressionsprinzip konfrontiere, sei mir nachgesehen. Der aufmerksame libertäre Leser unseres Portals wird sicherlich feststellen können, an welchen Stellen identitäres Gedankengut mit libertärem Gedankengut vereinbar ist und an welchen nicht.

    Ich verstehe auch nicht, warum einige Sellners Aussagen auf mich projizieren. Es sind nicht meine Aussagen. Es waren lediglich meine Fragen.

    Jedenfalls ging es hier in keiner Weise um irgendwelche Schulterschlüsse, sondern lediglich um Information.

    Freiheitliche Grüße,

    Tomasz M. Froelich

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  5. @ HHH

    "Und vor allem braucht man als Libertärer auch nicht alles Identitäre schlecht finden. Es gibt durchaus Gemeinsamkeiten zwischen beiden Positionen - die Rückbesinnung auf kleinere Einheiten, Dezentralismus und auch mit Remigration und/oder Grenzschutz werden Libertäre, sofern sie nicht zum Open-Borders-Lager gehören, durchaus etwas anfangen können."

    Das ist falsch.
    Falls Sie nicht verstanden haben was libertär zu sein bedeutet:

    Rückbesinnung auf kleinere Einheiten ist nicht per se libertär. Libertär ist: Zulassen, wenn Menschen sich sowohl auf kleinere als auch auf größere Einheiten besinnen wollen.

    Dezentralismus ist nicht per se libertär. Libertär ist: Zulassen, wenn Menschen sich sowohl dezentralisieren als auch zentralisieren wollen.

    Remigration ist nicht per se libertär. Libertär ist: Zulassen, dass Menschen sich dort aufhalten und niederlassen wo sie wollen, so lange sie kein fremdes Grundstück betreten und fremdes Eigentum verletzen. Nur derjenige kann entscheiden, welcher Mensch einen Raum betritt, dem auch der Raum gehört.

    Grenzschutz ist nicht per se libertär. Libertär ist: Zulassen, dass Menschen ihre eigenen Grenzen ziehen und es keine einheitliche Grenze für unterschiedliche Menschen gibt. Menschen sind Individuen und keine Kollektiva.

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  6. @ Martin Sellner

    Martin Sellner meint, dass Planwirtschaft und Kollektivismus einem Grundzug des menschlichen Wesens widersprechen, nämlich der Freiheit. Daraufhin behauptet er aber, dass auch der radikale liberale Individualismus dem menschlichen Grundzug der Freiheit widersprechen würde.

    Martin Sellner versteht nicht, dass die Freiheit stets die Freiheit des Individuums meint. Die individuelle Freiheit lässt sich nicht von der Tatsache, dass der Mensch ein individuelles Wesen ist, abkoppeln. An diesem Punkt verweigert Martin Sellner die abendländische Aufklärung und flüchtet lieber in eine irrationale Vorstellung darüber was der Mensch ist. Er versteckt sich hinter einer Ideologie die sich weigert, die Moderne anzuerkennen. Zudem leugnet er damit das Grundfundament der österreichischen Schule der Nationalökonomie und es Liberalismus. De facto kann Martin Sellner eigentlich nicht erklären, wie Preise entstehen, da er dem Individualismus feindlich gesonnen ist. Was ihm nicht gefällt, ist seiner Behauptung nach der linke Kollektivismus. Dass er einem rechten Kollektivismus fröhnt, passt ihm jedoch gut in´s Bild. Er erkennt nämlich die Dichotomie nicht.

    Martin Sellner propagiert einen 3. Weg wie er typisch ist für Sozialisten. Auf kultureller Ebene ist Martin Sellner der ideologische Sektierer eines neurechten Kulturmarxismus, der den linken Marxismus darum ablehnt, weil dieser nicht erfolgreich genug darin war, jemanden wie ihn zu ernähren, ohne in Aktionismus verfallen zu müssen.

    Was sich ähnelt, beharkt sich gern, gesellt sich aber auch stets zueinander.

    Der Begriff der ethnokulturellen Identität ist versucht ein kollektivistisches Menschenbild zu etablieren, in dem das Individuum der ethnokulturellen Identität untergeordnet ist. Der Mensch und sein Gehirn werden zu einem unbeschriebenen Blatt degradiert, dass es zu bearbeiten gilt, um ethnokulturelle Identitätssoldaten aus ihnen zu rekrutieren.


    Martin Sellner ist ein ideologischer Sektenguru der als neurechtes Pendant zum einstigen Rudi Dutschke anzusehen ist. Der Unterschied ist jedoch: Dutschke hat das System besser zu analysieren verstanden als Sellner, bzw. Dutschke hat es überhaupt erst versucht, Sellner macht sich diese Mühe nicht. Als neurechter Kulturmarxist flüchtet dieser lieber in ideologische Worthülsen.

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  7. @ Martin Sellner

    Martin Sellner meint, dass Planwirtschaft und Kollektivismus einem Grundzug des menschlichen Wesens widersprechen, nämlich der Freiheit. Daraufhin behauptet er aber, dass auch der radikale liberale Individualismus dem menschlichen Grundzug der Freiheit widersprechen würde.

    Martin Sellner versteht nicht, dass die Freiheit stets die Freiheit des Individuums meint. Die individuelle Freiheit lässt sich nicht von der Tatsache, dass der Mensch ein individuelles Wesen ist, abkoppeln. An diesem Punkt verweigert Martin Sellner die abendländische Aufklärung und flüchtet lieber in eine irrationale Vorstellung darüber was der Mensch ist oder nach Sellners schlechtdünken besser gesagt sein soll. Er versteckt sich hinter einer Ideologie die sich weigert, die Moderne anzuerkennen. Zudem leugnet er damit das Grundfundament der österreichischen Schule der Nationalökonomie und es Liberalismus. De facto kann Martin Sellner eigentlich nicht erklären, wie Preise entstehen, da er dem Individualismus feindlich gesonnen ist. Was ihm nicht gefällt, ist seiner Behauptung nach der linke Kollektivismus. Dass er einem rechten Kollektivismus fröhnt, passt ihm jedoch gut in´s Bild. Er erkennt nämlich die Dichotomie nicht.

    Martin Sellner propagiert einen 3. Weg wie er typisch ist für Sozialisten. Auf kultureller Ebene ist Martin Sellner der ideologische Sektierer eines neurechten Kulturmarxismus, der den linken Marxismus darum ablehnt, weil dieser nicht erfolgreich genug darin war, jemanden wie ihn zu ernähren, ohne in Aktionismus verfallen zu müssen.

    Was sich ähnelt, beharkt sich gern, gesellt sich aber auch stets zueinander.

    Der Begriff der ethnokulturellen Identität ist versucht ein kollektivistisches Menschenbild zu etablieren, in dem das Individuum der ethnokulturellen Identität untergeordnet ist. Der Mensch und sein Gehirn werden zu einem unbeschriebenen Blatt degradiert, dass es zu bearbeiten gilt, um ethnokulturelle Identitätssoldaten aus ihnen zu rekrutieren.


    Martin Sellner ist ein ideologischer Sektenguru der als neurechtes Pendant zum einstigen Rudi Dutschke anzusehen ist. Der Unterschied ist jedoch: Dutschke hat das System besser zu analysieren verstanden als Sellner, bzw. Dutschke hat es überhaupt erst versucht, Sellner macht sich diese Mühe nicht. Als neurechter Kulturmarxist flüchtet dieser lieber in ideologische Worthülsen.


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  8. Hallo Freitum,


    Sellner gebraucht die Begriffe "Freiheit", "Individualismus" und "Wesen", doch sind diese (wie alle) Begriffe nur in ihrem jeweils verwendeten Kontext verständlich.
    Man fragt sich schon, warum der Sellner nichts produktiveres studiert als letztlich sich die Option offen zu halten, ein staatsalimentierter Schwätzer werden zu können. Hätte er es seinen "rechten" Kollegen gleich getan, die in die handwerklichen und unternehmerischen Tätigkeiten "geflüchtet" seien, wie er es unterstellt, würde er den Menschen mehr Wohl bringen als durch sinnentleerte Worthülsen. Das ist im übrigen ein klassisches Zeichen für einen Sozialisten.

    Sobald jemand Ludwig von Mises liest, wird er feststellen, dass die von Sellner ejakulierten Unsinnigkeiten teilweise seiner Jugend (und damit verbunden seiner ungestümen, aktionistischen und hyperaktiven Unreife) und andererseits seiner Unbelesenheit zu verdanken sind, wobei ich darauf hinweisen will, dass auch nicht jeder, nur weil er Mises gelesen hat, behaupten kann, alles verstanden zu haben. Mises Werke brauchen Gehirnleistung.

    Der Weg der von Sellner verfolgt wird, lässt sich vergleichen mit dem Programm, der einstmals das Heil darin gesehen hat, alles zu rejudisieren. Im Nationalsozialismus waren die Juden die "Kulturunreinen". Die Propaganda beschoss jeglichen Ansatz von Individualismus und schwor darauf, dass das deutsche Volk in seiner Kultur wachsen würde, wenn es sich der Juden entledigte. Hier gibt es den Vergleich zu den Identitären. Der Ansatz, man müsse gewisse Menschengruppen wie Menschen zweiter Klasse behandeln, damit die Menschen erster Klasse zur vollen Entfaltung ihres genetisch angelegten Kulturbestrebens kommen ist in der Tat kulturrassistisch und ethnokollektivistisch. Wie aber selbst Genetiker wissen, sind die genetischen Unterschiede die sich im Verhalten ausdrücken, unter den Individuen innerhalb einer Ethnie GRÖßER als wenn man unterschiedliche Ethnien miteinander vergleicht. Der nicht anarchiefreundliche Wissenschaftler Steven Pinker hat dies erforscht bzw. diese Erforschung in seinem Buch "Das unbeschriebene Blatt. Die moderne Leugnung von der menschlichen Natur." wiedergegeben. Die moderne Leugnung einer menschlichen Natur beinhaltet NICHT, dass ein kollektivistisches Menschenbild eine Legitimierung erfährt, sondern stützt die liberale Theorie hinsichtlich des Individualismus auf genetischer Grundlage.
    Rechte wie linke lehnen alles Liberale ab und suchen stets nach gewaltkollektivistischen Ideologien um Menschen abseits ihrer individuellen Bedürfnisse, die nicht anerkannt werden, in Aggregate zu fassen um "höhere" Ziele zu erreichen - im Bewusstsein der Verschwiegenheit, dass es stets nur die Ziele jener sind, die diese Ziele mit Gewalt anderen aufzwingen wollen. Und damit handelt es sich im Sinne der Rechtsphilosophie die außerhalb des Staates ihre Geburtsquelle hat, um Unrecht.


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  9. @Anonym Bullshit, was Sie da schreiben. Da kann man als normaler Mensch nur den Kopf schütteln darüber - vor allem angesichts dessen, was derzeit in Deutschland und Österreich an Rechtsbruch, Ausplünderung und Diskriminierung (ich nenne es Rassismus) an der einheimischen Bevölkerung geschieht. ��

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