Montag, 19. September 2016

Das Kapitalismus-Märchen TTIP: Linksgrüne Irrtümer

Bild: Mehr Demokratie (Großdemo gegen TTIP und CETA)
[CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
von Philipp Rosipal
Viele linke „AktivistInnen“ gehen stets auf Anti-TTIP-Demos. Ein völlig nachvollziehbarer Schritt, nur von Seite jener linker Tofu-Fanatiker nervtötend falsch - weil links - argumentiert. Wie so häufig bei „gesellschaftskritischen Aktivisten“, basieren alle deren „Argumente“ auf einer völlig umgekehrten Wahrnehmung der Realität. Anstatt mit Fakten gegen dieses diktatorische EU-Projekt zu argumentieren, plappern sich die Soziologie-Professoren und Ken Jebsens dieser Welt mit den altgewohnten Feindbildern und Parolen kaputt. 

Ja, wie immer ist der neoliberale Raubtierkapitalismus an der ganzen Sache schuld. Und bei TTIP kommt schon wieder einmal ein typischer Grundirrtum der linken BAföG-Schmarotzer zum Vorschein: Der Irrtum, dass staatliche Intervention, in dem Falle die Angleichung an US-amerikanische Regulationen, Kapitalismus sei. Ein typischer Fehler. Um Kapitalismus bzw. Freihandel zu schaffen, müsste man einfach jegliche Regulierung und Staatsintervention beenden, den Zoll abschaffen und die Kartellbehörden schließen. Dieses Abkommen ist ein Vertrag zwischen Staaten, keiner zwischen Käufern, Zulieferern oder Konsumenten. Es hat also so viel mit Markt zu tun, wie Gina Lisas Brüste echt sind.

Ein weiteres „Argument“ gegen TTIP ist, dass die Qualität von bspw. Lebensmitteln deutlich absinken würde. Natürlich wird das Schreckgespenst „Chlorhühnchen“ an die Wand gemalt. Mal wieder merkt man, welch gute Arbeit die ProfessorInnen dieser Gender-oder-anderes-Strohfach-Studenten geleistet haben. Wenn TTIP beschlossen würde, dann gäbe es bestimmt nur noch Chlorhühnchen und keine Bio-Hühner mehr. Ist ja nicht so, dass wir in einer halbwegs freien Marktwirtschaft leben und jeder selbst entscheiden kann, was er isst. Allein die Lobbyorganisation Greenpeace hat in Deutschland 560.000 Mitglieder. Das ist ein Markt von 560.000 Ökos, die viel lieber Bio- als Chlorhühnchen essen. Als wenn der Staat einen Windmühlen anbetenden Spinner dazu zwingen würde, Dosenhühnchen zu essen. Ach, und ich glaube nicht, dass die deutschen Antibiotika-Hühner weitaus gesünder sind.

Das wahre Problem dieses Abkommens liegt auf der Hand: Der Korporatismus, mit welchem man den europäischen Binnenmarkt zerstören wird. Freihandel ist gut, aber TTIP ist ein Abkommen, das gegen die Interessen der Unternehmen spielt, die keinen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro und mehr machen. TTIP würde nur einen roten Teppich für weitere Leckspielchen zwischen Konzerngiganten und der Bürokratenklasse der Europäischen Union ausrollen. Und es gibt an sich schon zu viele solcher roten Teppiche! Man nehme sich nur die tausenden von Regulierungen, die auf unseren mittelständischen Unternehmen lasten. Das Bürokratenbordell namens „Europäisches Parlament“ wird sich - wie immer - der demokratischen Mehrheit widersetzen und TTIP durchboxen. Wahrscheinlich in der Weihnachtszeit, denn dann ist dort ja nicht viel los, weil die ganzen Bürokraten im wohlverdienten Urlaub sind. Ich freue mich schon mal auf Dosengans.

(Zuerst erschienen in der ,,Kapitalistischen Konterrevolution'')

1 Kommentar:

  1. Kapitalismus ist immer besser als Korporatismus, aber dieser Kapitalismus wird in absehbarer Zeit nicht kommen, zumindest nicht politisch - eher verhindert man ihn. Was also tun?
    Freihandelsabkommen sind ein Bürokratiemonster, aber die Großen tangiert das wenig, denn die sind Groß genug um überall hingehen zu können, nur Kleine bleiben aufgrund fehlender Marktvoraussetzungen auf der Strecke. Denen helfen solche Abkommen.
    Man kann also alles verteufeln oder man nutzt den Korporatismus als Kapitalist, um ihn selbst abzuschaffen. So ähnlich wie Antidemokraten eine Demokratie nutzen, um diese los zu werden.

    Je mehr Freihandel, desto stärker kann man wirtschaftspolitisch Regularien als bremsend und wirtschaftshemmend angreifen. Dem echten Freihandel (Freie Marktwirtschaft - ergo Kapitalismus) stehen ja die Staaten im Wege. Die Staaten wird man nicht so schnell los, also muss man ihre Regularien angreifen und das tut man idealerweise mit solchen korporatistischen Freihandelsabkommen.
    Wie gesagt, eine Demokratie wird man auch nur von innen langfristig los. Revolutionen halten leider nie lange und machen zuviel Schaden. Dann lieber den wirtschaftlichen Weg gehen, um mehr Wirtschaftsfreiheiten zu erreichen. Wenn man den Staat schon nicht abschaffen kann, dann sollte man ihn so gut es geht schwächen, um soviel Freiheiten zu erreichen wie nur möglich.

    Attack the rulers with Rulebreaking. ;)

    AntwortenLöschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *