Dienstag, 6. September 2016

Das deutsche Schulsystem: Eine persönliche Abrechnung

Bild: publicdomainpictures.net /
Olivia Jester / Free Public Doman
von Philipp Rosipal
Vor nicht allzu geraumer Zeit hatte ich meine Abschlussfeier auf der staatlichen Realschule. Viele meiner Klassenkameraden und ich waren froh, dass dieses Kapitel nun zu Ende ging. Andere Mitschüler fanden es traurig, dass sie ihr soziales Umfeld verlieren würden. 

So mussten wir also ein letztes Mal die größtenteils im Tuttifrutti-Look gekleideten Öko-Lehrer ertragen. Also versammelten sich die Abschlussschüler am letzten Tag um halb elf vor der Turnhalle, in der die Abschlussfeier stattfinden sollte. (Eine Aula oder Ähnliches gab es nicht, weil die Schule zu wenige staatliche Zuschüsse erhielt.) Nachdem wir Schüler in die Halle eintraten, in der bereits die Eltern anwesend waren, hallte ein lauter Applaus. Wir setzten uns auf die uns am Vortag zugewiesenen Plätze und warteten gespannt auf den Schulleiter, Herrn D., welcher die Ergebnisse des Abschlussjahres präsentieren sollte.

Als Herr D. vortrat, begann er sich zu Beginn erst einmal schön verbal auszukotzen. Floskel hier, Vergleich da, Metapher dort. Während er die Schüler und Eltern mit seinem Geplapper nervte, schauten die meisten auf ihre vom Sozialamt gesponserten iPhones oder Luxusuhren. Nach der einschläfernden und rhetorisch undurchdachten Gehirnwäsche kam der Mann auf das Thema Statistik und Zahlen zu sprechen. „25 Prozent unserer Schüler haben eine Ausbildungsstelle, das ist ein neuer Rekord!“, so der Wortlaut. Wow! Hier versuchte gerade ein verzweifelter Schulleiter schönzureden, dass 75 Prozent seiner Schüler keine Lehre haben. Sicher, bestimmt haben viele Schüler auch einen Gymnasialplatz, aber bei den heutigen Leistungen ist das nichts Besonderes mehr. Sprich: Wenn diese Idioten ihren Abischnitt von 4,0 sehen und dann nur Sozialwissenschaften studieren können, werden sie anschließend trotzdem arbeitslos oder arbeiten als Minijobber bei Campact für fünfzig Cent die Stunde. 

Die Grundfrage, die man sich stellt, lautet: Wieso schafft es nur ein Viertel der Schüler eine Ausbildungsstelle zu finden? Darauf gibt es zwei Antworten: Zum einen sind durch jahrelange rotgrüne Multikulti-„Wir-haben-uns-alle-lieb-und-alle-sind-gleich“-Bildungspolitik und butterweiche Bewertungen die Leistungsgrenzen extrem abgesenkt worden, damit der Ali auch mal Abi kann. In einem derartig fluffigen Wattebällchen von Schulsystem schafft die Hälfte eines Jahrgangs dann auch mal den erweiterten Realschulabschluss, womit sich der spießige Schulleiter übrigens ebenfalls gepriesen hat. Zum anderen ist es der, vor allem den Deutschen anerzogene, Alt-68er-Wahnideologie-Schwachsinn namens „höher, schneller, weiter“: Wenn Dein Kind kein Abi macht, sondern eine normale Handwerkslehre, dann ist es kontraintellektueller, durchschnittlicher, brauner Abschaum, so die Devise. Oder: „Drill Dein Kind aufs Gymmi, sonst wird‘s Bäcker wie der Timmi!“. Am geilsten wird es dann, wenn der Gymnasiast in der Oberstufe merkt, dass er kein Richter werden kann. Dann klaut er nämlich dem ehrlichen Haupt- oder Realschulabgänger den Ausbildungsplatz. Zum Beispiel als agehender Bankkaufmann. Heute sind fünf Prozent aller Bankkaufleute nur noch ehemalige Realschüler, der Rest kommt von Gymnasien und Fachoberschulen. 

Nun zurück zur Feier. Nach einer weitaus interessanteren Rede einer meiner Klassenkameradinnen, mussten die Leute noch orientalische Dudelmusik mit einem abgrundtief schrecklichen Sänger ertragen, so ohrenbetäubend, man dachte fast, er würde gleich seine Kollegen von der Al-Qaida rufen und einen Bombenanschlag verüben. Diese Musik war offenbar der Beitrag zum multikulturellen Dialog und der bunten Vielfalt unserer Schule. So etwas darf niemals fehlen!

Danach wurden alle auf die Tribüne gebeten und die Zeugnisse ausgeteilt. Etwa die Hälfte der Klasse hatte den erweiterten Realschulabschluss, was Bände über die Leistungsabsenkung spricht. Einige meiner Mitschüler, denen man nicht mal zutrauen kann, die Bruchrechnung oder einfachen Dreisatz zu beherrschen, gehen jetzt aufs Gymnasium. Die Hälfte derer, die in die gymnasiale Oberstufe aufrückte, würde sich viel besser mit einem handwerklichen oder kaufmännischen Ausbildungsberuf schlagen und hätte mit dem Abschluss auch die Möglichkeit dazu. Aber lieber wollen solche Leute ja Ärzte, Anwälte oder Architekten werden, im arroganten Glauben, das Gymnasium wäre von der leistungsmäßigen Anforderung genauso Kinderkacke, wie unsere Schule. 

Ganz im Gegenteil: Durch die Absenkung der Standards wurde die Schwierigkeit und geistige Herausforderung des Lehrstoffs auf das Gymnasium „aufgeschoben“. Die Haupt- und Realschulen sind kinderleicht, aber auf dem Gymnasium wird es der selbstverliebte Halbaffe aus der Realschule garantiert nicht schaffen, einen Durchschnitt besser als 3,0 zu erhalten. So wird er entweder ein freiberuflicher BWL-Abgänger oder Antifa-Steinewerfer, wenn er Soziologie studieren sollte. Sprich: Die meisten Leute, die auf das Gymnasium gehen, werden keine glänzende, großartige Karriere als Arzt oder Ähnliches hinlegen. Sie werden bestenfalls zu gesellschaftlichem Abschaum, den man nicht weiter braucht (beispielsweise Sozialwissenschaftler), schlimmstenfalls zur nächsten Generation Hartz 4 und begehen somit den Weg ihrer häufig bereits abkassierenden Eltern - von denen können sie dann ja viel lernen. 

Was erkennen wir also? Dank der linksgrünversifften Bildungspolitik haben wir ein Schulsystem, das gegen die Prinzipien der Schulbildung operiert. Diese staatliche Schulsystem-Diktatur muss sofort beendet werden! Eine Privatisierung in Verbindung mit Bildungsgutscheinen wäre ein guter Anfang dafür, denn so würden auch die rotgrünen Bildungsplaner ihren Job verlieren, was meine Schadenfreude gänzlich stimulieren würde. 

Kommentare:

  1. Grundsätzlich hast du Recht. Ich sehe die Hauptschuld aber eher an den Eltern liegen, die fälschlicherweise glauben, ein hoher Schulabschluss sei nach wie vor ein Qualitätsmerkmal und sichere beruflichen Erfolg. Dadurch vernachlässigen Eltern es, auf das Erlernen von Skills wert zu legen und fragen dementsprechend eine möglichst lasche Vergabe von "hohen" Schulabschlüssen nach. Die "linksgrünversifften" geben den Eltern letztlich genau das, was sie sich wünschen.
    Die Leidtragenden sind die vernünftigen Eltern, denen es verwehrt bleibt, ihre Kinder "skill"orientiert unterrichten zu lassen, sodass sie echte Werkzeuge zur Problemlösung erlernen könnten.

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  2. Man muß diese Schule überleben. Und frei nachdem so etwas über die DDR geschrieben wurde. Es war nicht alles schlecht. Schule steht und fällt mit den Lehrern und dort gibt es solche und solche. Das heute dort ÜberwiegendS antikapitalistische und anitliberale Tendenzen herrschen ist klar. Was gilt für Lehrer, das Geld kommt vom Staat und ohne Schüler könnte Schule geradezu herrlich sein. Es gibt aber auch dort engagierte und manche bekommen auch die Prioritäten auf dir Reihe. Nur die ganze Tendenz vergiftet jedes Klima speziell das Klima für "selber leisten". Schule züchtet Untertanen heran, das ist das derzeit größte Problem mit Schulen....

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  3. Ich sprach ja auch nicht davon, dass alle Lehrer einen schlechten Job machen, ich habe mich bloß über die Mehrheit ergötzt. Dass öffentliche Schulen eine neue Klasse der Untertanen heranzüchten, erklärt sich wohl selbst.

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