Freitag, 5. August 2016

''Identitär'' - Freitum in der rechten Ecke?

Stuttgart wäre schön, ohne seine Medien. Bild:  Julian Herzog [GFDL or
CC BY 4.0], via Wikimedia Commons
von Tomasz M. Froelich
Als Aktivisten der kleinen, aber stetig wachsenden libertären Bewegung freuen wir uns natürlich über gute Publicity. So freuten wir uns etwa, als Christoph Schwiesselmann in der konservativen ''Jungen Freiheit'' im November 2011 einen wohlwollenden Beitrag über unser libertäres Internetprojekt schrieb, André F. Lichtschlag und Henning Lindhoff uns in Beiträgen des libertären Monatsmagazins ''eigentümlich frei'' unter anderem als ''Leuchttürme der jungen wie neuen, bunten und weltweit zu beobachtenden 'libertären Szene' im Internet'' lobend erwähnten und Karen Horn ob der freiheitlichen Initiativen, zu denen sie auch uns zählte, optimistisch gestimmt war, was sie ihre Leser in einem Beitrag des Wirtschaftsmagazins ''Capital'' wissen ließ.

Da Libertäre jedoch häufig auch systemkritisch und unbequem sind, werden sie von ihren Feinden gerne in Ecken gedrängt, in die sie eigentlich gar nicht gehören. So versuchten etwa einige Wissenschaftler und Journalisten unsere freiheitlichen Freunde von ''eigentümlich frei'' als neurechts zu brandmarken. Das hat Methode: Anhänger bestimmter Überzeugungen, die den vorherrschenden, veröffentlichten oder gelehrten Meinungen widersprechen, werden deshalb als „rechts“ gebrandmarkt, da heutzutage – zumindest im „aufgeklärten Deutschland“ – das politisch allseits als Böse Anerkannte in der rechten Ecke vorzufinden ist. So werden Patrioten zu Nazis, Anhänger der freien Marktwirtschaft zu sozialdarwinistischen Raubtierkapitalisten, Traditionalisten zu reaktionären Frauenfeinden, Gegner der EU und anderer Formen des Zentralismus zu Rechtspopulisten und eben Libertäre und klassisch Liberale zu Neurechten - für die Antifa gefundenes Fressen, hat sie dadurch doch noch mehr Feindbilder. Noch mehr Feindbilder bedeuten für die Krawallerie von der Antifa noch mehr Gewalt. Und noch mehr Gewalt - das gefällt der antifaschistischen Schlägertruppe. Leider zum Leidwesen vieler vernünftiger Bürger.


Diese Woche wurden auch wir von Freitum in die rechte Ecke gedrängt. Die zweifelhafte Ehre gaben uns die linksdralligen ''Stuttgarter Nachrichten''. In einem Beitrag über den Staatsanwalt und AfD-Landtagskandidaten Thomas Seitz, dem wegen ''rechtslastiger'' Kommentare ein Disziplinarverfahren droht, beschrieb das verwirrt-verwirrende Blatt das Social-Media-Verhalten des besagten Herren wie folgt:

Er verbreitet Stellungnahmen der „Patriotischen Plattform“ der AfD um Björn Höcke, teilt völkische und nationale Botschaften eines der „Brothers Legion Germany“ angehörenden Rockers oder der „libertären“ Plattform „Freitum“.
So weit, so gut: Freitum eine libertäre Plattform - einverstanden!



Doch anschließend wurde der Beitrag editiert. Nun heißt es in den lesertäuschenden ''Stuttgarter Nachrichten'' wie folgt:

Er verbreitet Stellungnahmen der „Patriotischen Plattform“ der AfD um Björn Höcke, teilt völkische und nationale Botschaften eines der „Brothers Legion Germany“ angehörenden Rockers oder der „identitären“ Plattform „Freitum“.
So weit, so schlecht: Freitum eine identitäre Plattform - das geht zu weit, gilt doch die identitäre Bewegung, zu der wir in unseren bisher über tausend Artikeln kein einziges Mal Stellung bezogen haben, als ''rechts'', was von ihr auch gar nicht abgestritten wird. Uns im Nachhinein als ''identitär'' zu bezeichnen, war wohl in erster Linie ein Mittel, um Herrn Seitz öffentlich noch stärker zu diskreditieren.

Wir schrieben daher den linksoffenen Machern des Stuttgarter Mediums auf deren Facebook-Seite unter die Verlinkung des besagten Beitrags folgende Nachricht:
Liebe Damen und Herren von der Stuttgarter Zeitung, 
wir, die scheinbar ''Identitären'' von Freitum, die heute morgen noch, bevor der Artikel editiert worden ist, in ihm richtigerweise als ''libertär'' bezeichnet worden sind, hätten eine Frage: Wie kommt der Autor, nachdem er uns zunächst richtigerweise als ''libertär'' bezeichnet hat, darauf, dass wir ''identitär'' sind? Das ist uns schleierhaft. Wenn Sie die Suchfunktion auf www.freitum.de betätigen und das Wort ''identitär'' eingeben, finden Sie auf unserer Seite, auf der mittlerweile immerhin weit über tausend Artikel veröffentlicht worden sind, keinen einzigen Artikel, in dem das Wort ''identitär'' auftauchen würde. Kurzum: Freitum hat mit den Identitären nichts zu tun. Wir bitten daher um Klarstellung vonseiten des Autors und um Korrektur.
Liebe Grüße, 
die Libertären von Freitum
Die Lesertäuscher aus Stuttgart scheinen sich unser Schreiben leider nicht allzu sehr zu Herzen genommen zu haben: Während sie unseren Kommentar auf ihrer Facebook-Seite gelöscht haben, blieb der Beitrag, in dem wir als ''identitär'' beschrieben werden, unkorrigiert. Oh Zeiten, oh Medien!

Kommentare:

  1. Najaaaaa, eigentlich sind die Libertären ja die Rechten, während Hitler ein linker sozialistischer Nazi war. Hitler war gegen die rechten Kapitalisten.

    „Wir sind Sozialisten, wir sind Feinde der heutigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung für die Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen, mit ihren unlauteren Gehältern, mit ihrer Auswertung eines Menschen nach Reichtum und Besitz, anstatt Verantwortung und Leistung, und wir alle sind entschlossen, dieses System unter allen Bedingungen zu zerstören.”
    Adolf Hitler, Rede zum 1 Mai 1927. Zitiert von Toland, 1976, p. 306


    „Der Hammer wird wieder zum Symbol des deutschen Arbeiters und die Sichel zum Zeichen des deutschen Bauern werden.” – Adolf Hitler, Rede zum 1. Mai 1934

    „Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke (…) Nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende, nationale Besitzbürgerblock.” – Joseph Goebbels, 1931 („Der Angriff“, eine Gauzeitung der Berliner NSDAP)

    „Sozialist sein: Das heißt, das Ich dem Du unterordnen, die Persönlichkeit der Gesamtheit zum Opfer bringen. Sozialismus ist im tiefsten Sinne Dienst. Verzicht für den Einzelnen und Forderung für das Ganze.” – Joseph Goebbels

    Dank an: http://linksfaschisten.blogspot.de/2015/05/linke-apokalypse-und-ihre-anzeichen.html

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  2. Hitler war rechts und nicht links. Warum sonst bekämpfte Hitler dann die Linken ? Und wer war dann damals rechts ? Die Liberalen/Libertären sind nicht rechts. Hitler war Nationalist. Das ist ein Indikator für rechte Gesinnung. Ebenso wie es rechts ist, Rassist zu sein und völkisch zu denken.

    Natürlich hat die NSDAP damals versucht sich als die neue Linke zu etablieren, weil schon damals die Linken besser dastanden als die Rechten. Es war taktisches Kalkül.

    Unterm Strich ist es aber irrelevant darüber zu diskutieren wer links oder rechts ist, weil es keinen relevanten Unterschied der beiden Gruppen gibt. Beide sind etatistisch und freiheitsfeindlich. Somit ist es egal, wofür sie stehen.

    Die Rechten sind auch Feinde der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, weil der Kapitalismus eine kosmopolitisch, multikulturelle Gesellschaft fördert aufgrund freier Arbeitsmärkte. Der Kapitalismus hat die völkisch-nationalistischen Blöcke vergangener Jahrhunderte gesprengt und die Rechten von Heute wollen den Kapitalismus, ähnlich ihrer linken Geschwister zerstören, um diese völkisch-nationalistischen Blöcke wieder aufzubauen. Mit allem was dazu gehört: Feudalismus, Sklaverei, Kolonialpolitik, Arbeitszwang, Krieg.

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  3. Im übrigen wurde Hitler gerade vom rechten Besitzbürgerblock gewählt.

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