Dienstag, 9. August 2016

Die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin in sprachpsychologischer Analyse

Angie. Bild: Armin Linnartz [CC BY-SA 3.0 de],
via Wikimedia Commons
von Leo Sucharewicz
Eine neue, umfassende Studie untersucht das Sprachdesign der Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik. Fünf Interviews in führenden Medien wurden statistisch und inhaltlich im Detail ausgewertet. Sie geben Aufschluss über das Sprachdesign und die rhetorischen Taktiken der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingskrise. Die statistischen Daten erlauben ein fundiertes Profiling der Kanzlerin und machen ihre Reaktionsmuster im Wording sichtbar – mit teilweise überraschenden Ergebnissen. 

Fünf Interviews der Kanzlerin in führenden Medien, darunter FAZ und BILD bildeten die Basis der empirischen Studie. Untersucht wurden u.a. Formulierungen der Kanzlerin zur Flüchtlingskrise, Begriffewahl, rhetorische Taktiken bei kritischen Fragen und Muster der Selbstpräsentation in der Öffentlichkeit. Sie macht Phänomene im typischen Sprachdesign der Kanzlerin sichtbar wie sprachliche Defizite und wahrnehmungspsychologische Erfolgsfaktoren in der Massenperzeption. Die Daten erlaubten ein konkretes Profiling der Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik. 

Emotionale Relativierung

Statistisch zeigen sich eindeutige Favoriten in der Begriffswahl, wie „Mensch,“ „Herausforderung“ und „Asyl“. „Einwanderer“ wird überhaupt nicht, „Migrant“ nur ein Mal verwendet. Emotionalisierende Beschreibungen wie „Menschen in Not“ tauchen hingegen überproportional häufig auf. Die vielfach empfundene Bedrohung durch Flüchtlinge wird dadurch größtenteils unbewusst relativiert. 

Auffällig häufig auch – 111 Mal - verweist die Kanzlerin auf Erfolge ihrer Flüchtlingspolitik. Jedoch ergab eine semantische Auswertung, dass lediglich in 27 der aufgeführten Fälle von einem tatsächlich erreichten Erfolg gesprochen werden kann. Die anderen Erfolgsnennungen bestehen aus Absichten, erwünschten oder nur teilweise erreichten Erfolgen. 

Masseninterpretation

Die Kritik an Angela Merkels Flüchtlingspolitik machte sich in Inhalt und Form einzelner Interview-Fragen bemerkbar. Bei den Antworten der Kanzlerin auf kritische Fragen konnte die Studie eindeutige Reaktionsmuster der Kanzlerin identifizieren, die im Detail beschrieben werden. 

Ein eigenes Kapitel widmet die Studie den Formulierungen von Angela Merkel – und ihrer Fertigkeit, bestimmte Masseninterpretationen zu erreichen. Erst die Abstrahierung der Formulierungen macht deutlich, wie konsequent vage die Formulierungen gehalten sind. In der Folge bietet die Kanzlerin bei ihren Statements kaum Angriffsfläche. 

Erstellt wurde die Studie vom Münchner Politologen Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz. Der Versand erfolgt im pdf Format (677 KB)., Umfang: 41 Seiten mit 10 statistischen Grafiken. Schutzgebühr und Handlingcharge: € 25,-. Bestellung unter LS@comlab.de.

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