Samstag, 13. August 2016

Befehle der Soziopathen: Hinsiechen gegen den Willen des Patienten

Bild: CC0 Public Domain / Pixabay/ agenius1st
von Kurt Kowalsky
Vor über einem Jahr machte mich ein Facebook-Freund darauf aufmerksam, dass es für den Fall der Fälle wichtig wäre, eine Patientenverfügung zu verfassen. Es gäbe da von juristisch geschulten "Wichtigtuern" (dieses Wort ist von mir) rechtssichere Verfügungen.

Ich antwortete darauf, dass aus der Perspektive eines Notars sich die Sache auf jeden Fall lohne, als Patient man jedoch im Falle eines Falles nicht nur krank und hilflos wäre, sondern zusätzlich noch rechtsstaatlich angeschissen.

Natürlich hat man mir nicht geglaubt. Tief im Herzen meiner anarchistischen Freunde schlummert der freie Liberalala und hofft, dass man in der staatlichen Zwangsherrschaft doch noch sein "Recht" bekäme, hält man sich an die Regeln.

Am 06.07.2016 hat mich nun der Bundesgerichtshof bestätigt. Die besagte Patientin ist in Folge eines Gehirnschlages zu keiner verbalen Kommunikation mehr fähig und wird nun bereits seit 2012 gegen ihren vorab ausdrücklich erklärten Willen über eine Magensonde zwangsernährt. Denn die Richter am Bundesgerichtshof meinen, dass die von der Patientin verfassten Schriftstücke, in denen sie unter anderem festlegt, dass wenn aufgrund von Krankheit oder Unfall ein schwerer Dauerschaden des Gehirns zurückbleibe, "lebensverlängernde Maßnahmen unterbleiben" sollten, nicht anerkannt werden müssen.

Die Äußerung, "keine lebenserhaltenden Maßnahmen" zu wünschen, enthalte, so der Bundesgerichtshof, für sich genommen keine hinreichend konkrete Behandlungsentscheidung,

Ganz abgesehen davon, dass es nun bereits vier Jahre gedauert hatte, in der man die Patientenverfügung ignorierte, kann man das Leben der Patientin nun fleißig weiter am Leben erhalten.

Der zweite Akt des Dramas kann also beginnen. Millionen Menschen eilen zu einem juristisch gebildeten Wichtigtuer und präzisieren ihre allesamt ungültigen Patientenverfügungen. Überall wird nun der Abschnitt eingefügt "keine künstliche Ernährung" usw.

Und ich prognostiziere bereits jetzt, in Kenntnis der Mechanismen dieses sozialfaschistischen Staates, dass dann irgendwann ein paar Richter befinden, dass ja die Ernährung über eine Magensonde nicht "künstlich" wäre.

Cui bono? Das wäre die falsche Frage. Soziopathen, und diese haben mit großer Wahrscheinlichkeit die Führungspositionen in einem Staat inne, fragen nicht nach dem Nutzen, sondern danach, welche Befriedigung sie sich persönlich auf Kosten anderer Menschen verschaffen können. Wehrlose Menschen gegen ihren Willen das Siechtum zu befehlen ist nämlich aus der Sicht eines Soziopathen noch geiler als sie zu töten. Wie dem auch sei. Erklärte Anarchisten sollten diesen Herrschaften keine Wichsvorlagen bieten.

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