Mittwoch, 17. August 2016

Alles Nazi außer bunt!

Gutmenschengutgläubigkeit.
von Philipp A. Mende
Hatte eben während des Mittagessens ein nettes Gespräch mit meinem indischen Kollegen und Klassenraum-Nachbarn. Er ist der Nächste, der mich auf die besorgniserregende Entwicklung Deutschlands ansprach und wissen wollte, was um Himmels willen denn „da los“ sei.

Er konnte es nicht fassen, dass es neben stündlichen „Einzelfällen“ mittlerweile sogar ein Bombenattentat in meiner Geburtsstadt gab. Noch perplexer schüttelte er den Kopf, als ich ihm mitteilte, dass die unmittelbare Reaktion darauf nicht etwa „Es reicht endgültig, es müssen effektive Gegenmaßnahmen her!“ lautete, sondern das exakte Gegenteil, sprich: „Meinen Hass bekommt ihr nicht“, „Aber seine Kindheit“, „Aber sein Trauma“, als ob Traumata und schwere Kindheiten Neuheiten innerhalb der Menschheitsgeschichte darstellten und irgendwelche Gemetzel rechtfertigten; und auf die laut Buntheit-befiehl-wir-folgen-Gutmenschendenke seltsamerweise irgendwie auch nur Muslime ein Monopol zu haben scheinen, nie irgendwelche in Deutschland lebenden Fernostasiaten, Amis, Nord-, Süd-, Ost- oder Westeuropäer etc.

Die Devise lautet: Noch mehr Liebe für den Abschaum der Menschheit und noch mehr Toleranz gegenüber einer infernalischen Steinzeitunkultur (die in einer säkularen, hochtechnisierten Industrienation in Wahrheit nicht das Geringste zu suchen hat). Im Klartext: Noch mehr Selbsterniedrigung und Rückgratlosigkeit im Sog der tsunamiartigen Hirnwäsche unter Lemming-Deutschen.

Dann folgte seine persönliche Einschätzung, die ich in dieser Form bereits mehrfach hörte. Dabei fiel mir auf, dass er (richtigerweise) kein einziges Mal die Bezeichnung „Flüchtling“ verwendete (selbst in Indien weiß man, dass es keine sind), sondern stets von Migranten sprach. Auch er war in seinem Leben immer wieder Migrant, jedoch war ihm zu jeder Zeit vollkommen klar, dass er sich (im Großen und Ganzen) sowohl an Kultur und Sitten des Gastgeberlandes anpassen als auch Wissen und Fähigkeiten dem jeweiligen Land als Input bzw. Gegenleistung angedeihen lassen müsse, nachdem zunächst einmal er derjenige gewesen sei, dem durch die Aufnahme ein Gefallen getan wurde, nicht umgekehrt. Völlig abstrus ist für ihn der Umstand, ohne irgendeine nützliche Gegenleistung in ein anderes Land zu ziehen und dort auf fremde Kosten die Füße hochzulegen.

Wie oben bereits erwähnt, war er nicht der Erste, dessen vollkommen logische und vernünftige Einschätzung ich diesbezüglich höre. Dieselbe vernahm ich nunmehr von Freunden, Bekannten oder Fremden aus zig Ländern, egal ob (Fern)Ost oder West. Interessanterweise nur nicht von Deutschen – jedenfalls nicht von solchen, die ich als Freunde oder (gute) Bekannte bezeichnen würde. Lauschst du Gesprächen des gemeinen deutschen Kunstbuntfans auf der Straße, im Zug, der Straßenbahn etc., musst du kotzen.

Glücklicherweise weiß ich jedoch, dass dies beim Großteil der Deutschen keinesfalls das Ergebnis von über Dekaden staatlich geschmiedeter und antrainierter Dauerpropaganda bzw. Hirnwäsche ist, sondern dass ich überall auf der Welt permanent nur an unbunte Nazis gerate, die ihre realitätsferne, menschenverachtende Gesinnung offen zur Schau stellen, seien es nun indische Nazis, chinesische Nazis, südkoreanische Nazis, japanische Nazis,us-amerikanische Nazis, kanadische Nazis, karibische Nazis, australische Nazis, neuseeländische Nazis, Schweizer Nazis, polnische Nazis, holländische Nazis usw. Schlimm. Und es kommt noch dicker! Im Selbstverständnis des „Alles Nazi außer bunt“-Zeitalters wird ersichtlich, dass selbst die im 16. und 17. Jahrhundert stattgefundene, zweifache Abwehr bunter Horden vor den Toren Wiens nur ein ewiggestriger Akt widerwärtiger Nazi-Unkultur gewesen sein muss. Was wird da nur noch alles zutage treten?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *