Samstag, 23. Juli 2016

Nach Würzburg und jetzt München: Nein, ich schäme mich nicht! Aber andere hätten viel Grund dazu.

Gruselkabinett. Bild: Tobias Koch (OTRS) [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
von Tomasz M. Froelich
Nein, ich schäme mich nicht für all das, was in diesem Land, begünstigt durch die Politik der herrschenden Kräfte, so alles schief läuft. Denn Scham macht nur dann Sinn, wenn man als Individuum selbst Fehler gemacht oder die eigenen Erwartungen nicht erfüllt hat. Wenn etwa die herrschenden Kräfte oder andere Kollektive unfähig sind, politisch richtig zu handeln, Gefahren nicht erkennen oder nicht erkennen wollen und Harmlosigkeiten, die keine wirklichen Gefahren darstellen, zu Großgefahren erklären, dann brauche ich mich nicht dafür zu schämen, da ich mich nicht auf ein Herdenwesen reduziere, das die Fehler und Unfähigkeiten der herrschenden Herde als seine eigenen versteht.

Schämen sollten sich andere.

Etwa eine Angela Merkel, der es durch ihre verantwortungslose Flüchtlingspolitik der offenen Tür und dem damit einhergehenden Zuzug von Menschenmassen in Millionenhöhe gelungen ist, die Komplexität der Gesellschaft derart zu erhöhen, dass diese völlig destabilisiert worden ist.

Etwa ein Heiko Maas, der im Duett mit Stasitante Anetta Kahane sukzessive der Meinungsfreiheit den Kampf ansagt, indem er polizeiliche Kapazitäten dafür verschwendet, das trollende Internetprekariat hinter Schloss und Riegel zu verbannen, sodass der Polizei die Mittel für eigentlich wichtigere Aufgaben fehlen.

Etwa ein Ralf Stegner, und mit ihm viele Politikerkollegen und Politkommentatoren, die nach islamistischen Terroranschlägen im Grunde nur ganz wenige Sorge haben: Dass Anschläge von den Schmuddelkindern von der politischen Rechten instrumentalisiert werden, die AfD in Umfragen um weitere zwei Prozentpünktchen nach oben klettern und sich nach den bevorstehenden Wahlen die Sitzverteilung in den Parlamenten ein wenig zuungunsten der etablierten Parteien verändern könnte. Um die Sicherheit der Bevölkerung schert man sich nicht so sehr. Dem Kampf gegen rechts wird alles untergeordnet. Auch der Kampf gegen den Terror.

Etwa ein Jakob Augstein, der für jeden Akt islamistischer Barbarei gebetsmühlenartig den neoliberalen Turbokasinoraubtierkapitalismus verantwortlich zeichnet. Was für eine erbärmliche Analyse eines salonbolschewistischen Turbokasinoraubtierkapitalistensöhnchens.

Etwa eine Renate Künast, die tollwütigen Axtmördern mehr Tränen nachtrauert als unschuldigen Opfern, und die in ihrer geistigen Verwirrung dann auch noch der Polizei ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die Gewährleistung der Sicherheit der Bürger, absprechen möchte.

Etwa die an den Bahnhöfen klatschenden Terroristenwillkommensheißer, Niewiederdeutschlandspruchbandträger (Claudia Roth und Konsorten), die steinewerfende Krawallerie von der Antifa und die Indoktrinateure all der hier aufgezählten Leute, denen es gelungen ist, dass breite und immer breiter werdende Teile der Bevölkerung nicht (mehr) das Eigene schützen und verteidigen, sondern vielmehr in einem übertriebenen, fast schon neurotischen Humanitarismus und Selbsthass das von ihnen völlig überbewertete Fremde über das von ihnen notorisch abgewertete Eigene stellen. Und das selbst dann, wenn das Fremde ganz böse und das Eigene ganz gut ist, was das ganze umso fataler macht.

Die Liste derer, die sich schämen sollten, ließe sich fast endlos fortsetzen. Eine Liste, für die man sich, falls man sich nicht zu den Herdenwesen zählt, nicht schämen sollte, die einem aber Sorgen machen muss, wenn man bedenkt, dass die aufgezählten Personen großen Einfluss auf das Geschehen dieses Landes ausüben.

Ja, ich mache mir Sorgen. Nicht erst seit dieser Woche. Nicht erst nach Würzburg und München heute Nacht. Sorgen mache ich mir schon seit längerer Zeit. Lange wurde mein Besorgtsein belächelt. Nun dürfte langsam auch jenen, die die Besorgten immer belächelten, das Lachen vergehen. Schade, dass es dafür so weit kommen musste.

(Zuerst erschienen bei eigentümlich frei.)

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