Montag, 4. Juli 2016

Brexit: Flucht vor Merkel, Draghi und der Propaganda

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von Michael Hörl
Wenn Brüssels Nomenklatura nicht schleunigst die Grenzen sichert, die Geldpressen abdreht, demokratischer wird und die Propaganda einstellt, dann fährt der Laden an die Wand.

Maastricht? Nie gehört!
Die ordnungsliebenden Briten (Stichwort „queuing“) erlebten die permanente Missachtung von EU-Verträgen. 1992 versprach man in Maastricht, „Konvergenzkriterien“ eisern einzuhalten - maximal 3% Neuverschuldung und 60% Schulden am BIP. Daran gehalten hatte sich niemand. Konsequenzen? Keine. Und die Schuldenkrise von 2007 nahm ihren Anfang.

Sündenfall Schengen
Die Autobusse der Europa-feindlichen UKIP waren mit Bildern muslimischer Menschenmassen beklebt. Dabei hatte man 1990 noch großspurig versprochen, Europas Grenzen gegen illegale Einwanderung abzusichern. Kanzlerin Merkel selber war es, die Schengen aufkündete und Millionen Muslime nach Europa einlud. Schon vorher waren Hunderttausende Bootsflüchtlinge unkontrolliert über Italien und Griechenland nach Europa eingewandert.

Knackpunkt Sozialtourismus
England hatte auf die siebenjährige Sperre seines Arbeitsmarktes verzichtet. So leben heute drei Millionen Polen auf der Insel - derweilen in deren Heimat Ärzte, Ingenieure und Facharbeiter fehlen.

Kann man in Rumänien mit 30 Euro Sozialhilfe im Monat rechnen, ist es in England das 35fache. Gleichzeitig drücken die Einwanderer das Lohnniveau und treiben die Mieten für die Unterschicht nach oben. So entschieden sich die britischen Arbeiter gegen Labour – und für den Brexit.

Planwirtschaft
Die Briten hatten nie mehr als einen gemeinsamen Markt gewollt. Heute pflügen tausende Bürokraten Europa nach ihrem Gutdünken um – ohne Bürgerinteressen zu beachten. Stichwort CETA. Die Wirtschaft wird mit noch mehr Bürokratie, Vorschriften und Abgaben belastet. Hunderte Milliarden Euro verschwinden in abertausenden EU-Projekten, die nicht selten scheitern, weil sie am Markt vorbei produzieren oder von Schlendrian und Korruption befallen sind.

Und während die Real-Industrie immer schlechtere Bedingungen vorfindet, erblüht eine Subventions-Industrie, die zehntausende Bürokraten nährt – aber keinen Mehrwert bringt.

Euro-Flop
Die Engländer haben die Fehlkonstruktion des Euros durchschaut: Wenn Länder mit schwachen (oder gar keinen) Produkten durch eine gemeinsame Währung plötzlich in direkte Konkurrenz zu starken Produkten treten, dann scheitern sie. So importierte Griechenland 2005 schon Güter für 51 Milliarden Euro, exportierte aber nur mehr welche für 17 Milliarden - ein Drittel.

Draghis Finanzkrise 2.0
Londons Banker wissen um die Sinnlosigkeit, wenn der Staat Unsummen von Geld druckt und Privatbanken zwingt, es an schlechte Schuldner, inkonsequente Politiker und wankende Staaten zu verleihen. Das ist jener Stoff, aus dem seit jeher Finanzkrisen gemacht werden.

Ein Europa - eine Meinung
Und was nicht nur die Briten nervt, das ist die Propaganda. Geht es um Europa, scheint es nur mehr eine Meinung zu geben. Da sind (gefühlte) 97% der Flüchtlinge Akademiker, 104% glühende Agnostiker und täglich finden sie Gold und Geld – was sie brav im Fundbüro abliefern.

Laut offizieller Meinung haben Mietenexplosion und Reallohnverlust nichts mit Zuwanderung zu tun. Und nun, da sich die Briten dem Dauer-Brainwash entziehen wollen, prophezeit man ihnen kollabierende Unternehmen, stillstehende Kraftwerke und die Verarmung ganzer Landschaften.

Es liegt an Europas Eliten. „Junckert“ man weiter wie bisher, wird der Staat zerfallen. Schaffen die Brüsseler den Turnaround, indem sie sich zurücknehmen, wo es die Menschen nervt – aber dort mehr Flagge zeigen, wo man sie sehr gerne hätte -, dann wird Europa stärker werden als bisher.

Aber dafür braucht es neue Politiker. Solche, die Merkel, Draghi und Juncker nachfolgen.
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Michael Hörl ist Wirtschaftspublizist. Sein soeben erschienenes Buch, „Deutschland lügt sich lins“ befasst sich mit den Vor- und Fehlurteilen des linken Mainstreams. Es ist bei Lichtschlag erschienen und hat 452 Seiten.
Rückfragen (für Vorträge, Gastkommentar oder Diskussionen) unter:
0043 650 82 59 45 1

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