Donnerstag, 16. Juni 2016

Habermanns Richtigstellung: Margaret Thatcher

Photo: Chris Collins of the Margaret
Thatcher Foundation [CC BY-SA 3.0],
via Wikimedia Commons
von Prof. Dr. Gerd Habermann
Diesmal: Margaret Thatcher
Diese britische Premierministerin (1979-1990) setzte mit unbeirrbarer Härte eine Reform des durch Gewerkschaftsmacht und Wohlfahrtsstaat zerrütteten Landes (Inflation, Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung) durch. Sie tat dies mit einer an bürgerlich-viktorianischen Werten orientierten strikt-neoliberalen Ordnungspolitik. Sie bestand die Nervenprobe namentlich mit dem gewaltsamen Widerstand der Bergarbeitergewerkschaft, dies im Unterschied zum ''weichen'' Edward Heath. 

So wurde die Inflation mit Erfolg bekämpft, der Arbeitsmarkt liberalisiert (heute hat Großbritannien praktisch Vollbeschäftigung), die umfangreiche Staatswirtschaft im Geiste eines Erhardschen ''Volkskapitalismus'' radikal privatisiert. Margaret Thatchers Erfolgsrezept war das einer ''Eigentumsbürgergesellschaft''. Freilich rührte sie kaum an dem unbegreiflicherweise immer noch populären staatlichen Gesundheitsdienst. 

Die ''Eiserne Lady'' ist ein Beweis dafür, dass man auch mit unpopulärer harter Reformpolitik Wahlen gewinnen kann. Zweimal sogar! Sie wurde nicht von der Wählerschaft, sondern von ihren Parteikollegen gestürzt. Ihre Europapolitik erfreute durch eine wohlbegründete Kritik am Brüsseler Zentralismus, wie sie sich namentlich in der Rede von Brügge (1988) aussprach.

Literaturtipp: Margaret Thatcher: Die Erinnerungen (1925-1979), Düsseldorf 1995, Downingstreet No. 10.

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