Dienstag, 10. Mai 2016

US-Wahlen: Gary Johnson oder Enthaltung!

Gute Wahl: Gary Johnson. Foto: NSON purchased the
photo and the copyright from Ron Hill Imagery  [CC BY-SA 3.0],
via Wikimedia Commons
von Jorge Arprin, ohne Rücksicht
Nun ist es also doch passiert: Donald Trump ist als Sieger bei den Vorwahlen der Republikaner hervorgegangen. Dieser Vorgang ist der Beweis dafür, dass auch in unserer Zeit völlig unerwartete Dinge geschehen können. Da denkt man, es gibt keine Überraschungen mehr und alles sei vorgegeben, und dann gewinnt auf einmal Leicester City die englische Meisterschaft und ein Tag darauf wird Donald Trump de facto zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gekürt. Das zeigt eindeutig: Es gibt sie noch, die großen Überraschungen. Leider ist nicht jede Überraschung auch eine schöne. Wenn man sich die ersten Reaktionen ansieht, macht es den Eindruck, als könnte Trump es schaffen, die Republikanische Partei so zu spalten wie nie zuvor.

Das Gute an der Sache ist: Da sowohl Trump als auch Hillary Clinton bei der Mehrheit der Amerikaner höchst unbeliebt sind, denken viele darüber nach, eine dritte Alternative zu wählen. In den großen Medienhäusern taucht neben Clinton und Trump vermehrt auch Gary Johnson auf, der Favorit der Libertarian Party (LP). Zum ersten Mal wurde eine Fernsehdebatte mit den drei Bewerbern der LP abgehalten. Sie wurde bei Fox News übertragen und vom libertären Moderator John Stossel moderiert. Neben Johnson traten mit dem millionenschweren IT-Unternehmer und ehemals wegen Mordes gesuchten John McAfee und dem 35-jährigen Blogger Austin Petersen zwei Kandidaten mit Kultcharakter auf. Alle drei räumten ein, schon mal Cannabis geraucht zu haben.

Realistisch betrachtet hat nur Gary Johnson eine Chance, gegen Trump und Clinton ein paar Stimmen zu holen. Und es sieht gar nicht so schlecht aus: In einer Umfrage der Monmouth University lag er bei 11% (Trump holte 34%, Clinton 42%). Fast 20% der Amerikaner können sich vorstellen, den Kandidaten einer dritten Partei zu wählen, und die Google-Suchanfragen für Gary Johnson und die Libertarian Party explodierten nach Ted Cruz‘ Rückzug bei den Republikanern. Damit hätte sich Johnsons Prophezeiung erfüllt, wonach Trump und Clinton zwar schlecht für Amerika, aber gut für seine Prozentpunkte seien. Schade ist, dass das eine das andere bedingen musste.

Ich bin ein Gegner der Politik des kleineren Übels. Man sollte immer eine dritte Alternative wählen, wenn die Chance dazu da ist. In dem aktuellen Fall wäre meine Wahlempfehlung daher klar: Gary Johnson. Er steht für niedrige Steuern, Deregulierung, eine liberale Drogen- und Waffenpolitik, ist für die Homo-Ehe und die Legalisierung von Abtreibungen, gegen Überwachung und gegen eine interventionistische Außenpolitik. Wer trotzdem nicht Johnson wählen will (aber er sollte es tun!), sollte sich enthalten, denn weder Trump noch Clinton sind auch nur im Ansatz wählbar. Leider wird trotzdem einer der beiden der nächste Präsident. Ohne einen von beiden unterstützen zu wollen, muss man diesen Sachverhalt nun mal akzeptieren. Und wenn man ihn kommentieren will, führt dies zu der Frage: Wer wäre das kleinere Übel? Trump oder Clinton?

Einige sehen in Trump das kleinere Übel, weil er im Gegensatz zur Establishment-Kandidatin Clinton unberechenbar und gegen Kriegseinsätze im Ausland ist. Aber ich sehe es anders. Das Argument der Unberechenbarkeit spricht gegen Trump. Wenn man nicht weiß, was jemand tun wird, könnte er theoretisch auch jede denkbare Katastrophe anrichten. In der Politik ist der Status Quo, so schlimm er ist, besser als eine völlig unbekannte Alternative, für die es keine Testphase gibt. Außerdem hat er eine Art „Programm“, das für sich spricht: Er will Millionen von Menschen deportieren, selbst wenn sie seit Jahrzehnten in den USA leben und arbeiten, die große Trumpsche Mauer errichten, einen Handelskrieg mit China starten und Unternehmen Strafsteuern aufbürden, falls sie ins Ausland gehen.

Auch das Thema Außenpolitik ist kein Grund, ihn zu bevorzugen. Die gescheiterte Intervention im Irak und der Schuldenstand der USA sprechen eindeutig gegen ein großes Engagement im Nahen Osten – auch wenn es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass ein Rückzug Amerikas den Nahen Osten sicherer machen wird (und als amerikanischer Wähler würde ich es auch unverständlich finden, warum die USA für die Verteidigung Europas zuständig sein sollten, wenn es im eigenen Land genug Probleme gibt). Aber Trump hat gar keine Intervention abgelehnt, sondern sie, genauso wie Clinton, nach ihrem Scheitern als falsch bezeichnet, und heute verspricht er, den IS auszulöschen, „die Familien der Terroristen zu töten“ und die Folter zurückzubringen.

Es ist zwar bitter, aber Clinton wäre wohl die weniger schlimme Alternative. Das heißt nicht, dass man Clinton nicht kritisieren oder nicht versuchen sollte, für eine dritte Alternative zu stimmen. Wie gesagt: Meine Empfehlung ist Gary Johnson oder Enthaltung. Doch Trump wäre eine größere Katastrophe als Clinton. Er könnte Dinge möglich machen, die wir uns kaum vorstellen können. Eine von „YouGov“ durchgeführte Umfrage vom September 2015 ergab, dass sich 29% der Amerikaner einen Militärputsch gegen die eigene Regierung vorstellen können. Das erscheint uns aberwitzig. Aber vor einigen Monaten erschien uns auch ein Präsident Trump aberwitzig.

Kommentare:

  1. Wer soll denn gegen Trump putschen? Die Bernie Sanders-Anhänger etwa? :P Das glaube ich nun wirklich nicht. Jene 29% sind eher die Menschen, die unsere freiheitlichen Werte teilen, der Zentralregierung in Washington nicht trauen und bereit sind sich zu währen, sollten deren Politiker es wagen ihnen die Waffen nehmen zu wollen.

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  2. Die Alternative ist, auf Wahlen zu verzichten und die Menschen mit der Regierung zu beauftragen, die qualifiziert sind, all die Schäden zu ordnen und schließlich zu beseitigen, die durch "Demokratie" und "Sozialismus" herbeigeführt wurden.

    3. Januar 2016 | Das Unsagbare
    Die Demokratie, dieses uralte Modell, ist tot. Sie war ohnehin zur Filzokratie verkommen. Die sogenannten Demokraten wissen das schon lange, doch es gibt niemanden der den Mut, den Willen und die Fähigkeit hat, ein alternatives System auf den Weg zu bringen.

    Marionettentheater
    Nach dem ersten Weltkrieg war das Geschrei groß wegen der vielen Toten und wegen der Zerstörungen. Als „Schuldiger“ wurde Kaiser Wilhelm II. ausgemacht. Doch der hat nur seinen Kopf für die eigentlichen Kriegstreiber hingehalten. Gleiches Spiel mit Adolf Hitler.

    Heute werden als „Schuldige“ die Vertreter von Demokratie und Sozialismus, als „böse Buben“ die Muslime medial aufbereitet, während die eigentlichen Kriegstreiber erneut im Hintergrund bleiben.

    Weil das gegenwärtige Ausbeutungssystem zu fragil und zu schwer steuerbar ist, wird auf wertgedeckte Systeme ohne Überschuldung umgestellt. Das bedeutet Monarchien ohne Parlamente, in Amerika wahrscheinlich Diktaturen.

    Die Marionettenspieler tauschen in 2016 die Puppen aus, weil die Reparatur nicht lohnt und die bisherige Flickschusterei wegen der Unfinanzierbarkeit der Ausbeutungssysteme den Spielerbalkon einstürzen lässt. In anderen Worten: Die "Revolution" hat bereits einige Kinder gefressen. Da hilft aus massenpsychologischen Gründen nur noch ein orchestrierter Abbruch der ahnungslosen Funktionseliten.

    Die einen wollen Deutschland zerstören, die anderen wollen Deutschland als Führungsmacht. Das ist der Konflikt. Alle Entwicklungen deuten auf die Neue Seidenstraße hin: City of London, Berlin, Moskau, Peking.

    www.Deutsche-Monarchie.de

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