Freitag, 13. Mai 2016

Sozialfaschismus: Kapazitäten kommen, Kapazitäten gehen

Kapazität macht erstmal Pause. Foto: CC0 Public Domain /
Pixabay / fsHH.
von Kurt Kowalsky
Ich wollte eigentlich einen Einzelfall über flüchtende Wanderer schreiben, doch dann entartete die Geschichte in Richtung staatliche Willkür, Dummheit, Arroganz und dem üblichen Scheißdreck.

Doch der Reihe nach: Der Mythos, dass vor meinem Büro kein Parkplatz frei wäre, wurde heute glänzend widerlegt, als der Abschleppdienst meinen Mercedes auf seine Ladefläche hievte.

Am anderen Ende von Berlin quetschte man dann die Karre auf den letzten freien Stellplatz der Autowerkstatt. Und so verkniff ich mir die Frage, wann ich eventuell zumindest mit einer Diagnose rechnen könne. Stattdessen frotzelte ich in Richtung des Meisters, er soll mal seine Fremdenfeindlichkeit ablegen und ein paar der Millionen zugewanderten Fachkräfte einstellen.

Der Meister verzog sein Gesicht zu einer Grimasse und dann erzählte er mir folgendes:

Bei ihm wären insgesamt sechs Facharbeiter beschäftigt, und zwar: ein Pole, drei Deutsche und zwei Kosovaren. Zwei der Deutschen wären seit Wochen krank geschrieben. Und da man dies auf absehbare Zeit nicht ändern könne, bat er die Agentur für Arbeit um die Vermittlung einer Fachkraft.

Nach dem Ausfüllen diverser Papiere kündigte man ihm einen iranischen Automechaniker an. Der Mann hätte im Iran bei Daimler-Benz gearbeitet und wäre auch sonst eine Kapazität.

Zur Arbeitsaufnahme vor einer Woche erschien die Kapazität dann ohne Arbeitskleidung, jedoch mit einem Sozialarbeiter. Letzterer hatte der Fachkraft gezeigt, wie man in Berlin mit dem Bus fährt. Als sich der Sozialarbeiter verabschiedet hatte, fing die vermittelte Fachkraft an, ihre zivilen Klamotten einzusauen. Sagte, Dreck verschmiert nach zwei Stunden, er wolle sich mal kurz etwas zu essen kaufen und ward nicht mehr gesehen. Dafür rief vorgestern das Arbeitsamt an und entschuldigte sich für das Missgeschick, der Herr wolle lieber nur Sozialhilfe beziehen.

Und heute morgen kamen nun die beiden Kosovaren und zeigten den Abschiebebefehl der Ausländerbehörde, welche die "sofortige Ausreise" angeordnet hatte.

Das regierende Sozialfaschistenpack verfolgt wohl die perfide Strategie, die arbeitenden Mitmenschen durch Kapazitäten ihres Schlages zu ersetzen. Man darf sich eben nicht wundern, dass genau dort in die Hose geschissen wird, wo der Arsch seine Öffnung hat.

1 Kommentar:

  1. Zitat des Tages: "Man darf sich eben nicht wundern, dass genau dort in die Hose geschissen wird, wo der Arsch seine Öffnung hat."

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