Freitag, 6. Mai 2016

Rezension: Filme freiheitlich betrachtet

Das Buch kann hier bestellt werden
Hubert Milz rezensiert
Michael von Prollius (Hrsg.): The Standards II: Filme aus der Freiheitsperspektive betrachtet, 124 Seiten, BoD, 8,99 Euro.
Kommerzielle Unterhaltungsfilme sollen beim Publikum ankommen, einfach Geld einspielen - dafür sind sie gemacht worden. Gerade für Filme der sogenannten 'Traumfabrik Hollywood' gilt dies sicherlich uneingeschränkt: ein Film soll ökonomisch erfolgreich sein.

Trotz dieses Prinzips können Filme auch Botschaften enthalten. Hier in diesem Buch analysieren verschiedene Autoren bekannte und berühmte Filme, um zu zeigen, dass auch reine Unterhaltungsfilme 'Botschafter der Ideen der Freiheit' sein können.

Die Filme, die in diesem Band untersucht werden, sind in ganz unterschiedlichen Genres beheimatet. Ob Western, Alpen-Western, Historiendrama, Comic-Verfilmung oder Science Fiction Film: Die Analysen der Autoren verdeutlichen, dass in jedem Genre die Botschaft herausgearbeitet werden kann.

Dabei zeigt sich, dass im Unterhaltungsfilm vielschichtig und differenziert solche Botschaften eingewoben sein können. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass das Medium 'Film' seine 'Botschaft' in eindrucksvollen Bildern transportieren kann, so dass die in Bilder und Sprache gegossenen Aktionen der handelnden Protagonisten weit mehr an 'Botschaft' vermitteln können, als dies jemals das 'theoretische Wort' überhaupt könnte - egal ob gesprochen oder geschrieben. 

Gerade dadurch wird deutlich, dass die Filme dem Zuschauer zum Beispiel vermitteln, dass die Menschen sich zu allen Zeiten zwischen Freiheit und Unterdrückung zu entscheiden haben; dass es in einem Gemeinwesen, wie auch immer dieses gestaltet sein mag, stets den Zielkonflikt zwischen der individuellen/persönlichen Freiheit und den Interessen der Gemeinschaft gibt; dass die persönliche Freiheit durch allgemeine Regeln eingehegt wird, um die allgemeine Freiheit und die Spontanität des Gemeinwesens, mit Blick auf eine gute menschliche Gesellschaft, zu erhalten; dass diese allgemeinen Regeln durch den Missbrauch der politischen Macht, also der politisch Mächtigen, die persönliche Freiheit ersticken können; dass staatliche Politik, die z. B. nicht neutral ist, indem sie die Eigentumsrechte der einen Gruppe vorsätzlich gegen die Rechte und berechtigten Interessen anderer Gruppen ausspielt und/oder bevorzugt zu behandeln sucht, ganz allgemein und selbstverständlich zu allen Zeiten, ob Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft, eine Gefahr für die Freiheit darstellt; dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder von den Menschen eingefordert und erkämpft werden muss; dass die Rechte auf privates Eigentum und persönliche Freiheit ineinander verwoben sind, sich gegenseitig bedingen; dass es oftmals die Außenseiter und/oder die Ausgestoßenen einer Gesellschaft sind, welche die entscheidenden Kristalle sind, um die persönliche Freiheit zu erhalten oder wiederzubeleben; dass es regelmäßig eine große Masse von Menschen geben wird, welche die persönliche Freiheit freiwillig aufgeben, um scheinbar bequem, gut versorgt und sicher unter dem Zelt der politisch Mächtigen zu leben, also eine komfortable Stallfütterung einem Leben in Freiheit und Eigenverantwortung vorziehen - 'Freiheit heißt Verantwortung, und Verantwortung wollen viele Menschen nicht übernehmen'.

Diese und andere Punkte werden von den Autoren des Buches innerhalb der Analysen zu den einzelnen Filmen gut herausgearbeitet. Natürlich mit jeweils anderen Schwerpunkten - etwas, was mit Blick auf die unterschiedlichen Genres der Filme auch nicht anders sein kann.

Dem Buch gebe ich eine eindeutige Leseempfehlung. Besprechungen berühmter Filme unter den Gesichtspunkten der 'Ideen der Freiheit' zu lesen, das ist ein regelrechtes Vergnügen gewesen. Ein sehr gut gelungenes Buch - bitte mehr davon!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *