Dienstag, 17. Mai 2016

''Nettostaatsprofiteur''

von Tommy Casagrande
''Nettostaatsprofiteur'' ist ein ideologischer Begriff, der davon ablenkt, dass man auch als Steuerzahler trotz zu zahlender Steuern - oder besser gesagt wegen zu zahlender Steuern - vom Staat profitiert, nämlich genau dann, wenn andere, die auch Steuern zahlen, dadurch im Wettbewerb zu schwächeren Konkurrenten werden oder überhaupt aus dem Wettbewerb gedrängt werden. Von staatlicher Regulierung wiederum profitieren auch Unternehmen, sobald es andere Unternehmen gibt, die von ihr mehr geschädigt werden.

Das sichere aber beständige Einkommen durch die Hilfe des Staates wird den Schwankungen und den Risiken eines freien Marktes vorgezogen.

Staatliche Eingriffe werden von Unternehmern und Berufstätigen befürwortet, um eigene Vorteile, die man zu haben meint, gut zu heißen.

Die ideologische Begrifflichkeit, wonach der, der nur netto Steuergeld kassiert, auch der einzig mögliche Profiteur sei, ist damit unterkomplex, analytisch und soziologisch falsch und hat die Angewohnheit, den Mechanismus, auf dem in unserem spätetatistischen System profitiert wird und werden kann, zu verschleiern.

In diesem Sinne muss man sagen, dass Frederic Bastiat weiter war als viele sogenannte "Libertäre". Aber wie Rothbard schon aufgezeigt hat, war auch die Ökonomie "before Adam Smith" weiter, als die Gedanken, die dieser formuliert hat.

Die Reduktion auf Steuerzahlungen wäre in einem Staat des Mittelalters vielleicht noch argumentativ zu erwähnen. Mittlerweile gilt das aber nicht. Jedes staatliche Gesetz verursacht Gewinner und Verlierer. Das Wort Gewinner würde ich nicht wählen, wenn ich von gesellschaftlichen Gruppen spreche, die am schlechtesten dastehen und deren Sicherung des Lebensniveaus im Zweifel dramatisch abgesenkt werden könnte, ohne ihnen ein Plus an Freiheit zu erlauben, sich selbst durch Arbeit eines besseren Lebens zu bedienen.

Genau solche Haltungen sind extrem zynisch.

Kommentare:

  1. So what?

    Sollen die Ausgebeuteten über die Befindlichkeiten der Parasiten und Schmarotzer diskutieren?

    Geht es noch absurder?

    Für den Anfang wäre eine staatenlose Menschheit schon einmal ein positiver Schritt. Die Gemeinden können sich gerne selbst verwalten und wer mag, gründet halt für jeglichen Firlefanz private Gesellschaften mit weltumspannender Kommunikation. Wir haben schließlich das Netz.

    Und wem das nicht gefällt, der stirbt halt aus! Ja und?

    Sterne werden geboren und kollabieren und es interessiert keine Sau!

    www.DZiG.de

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

    AntwortenLöschen
  2. Darum geht's nicht. Was gemeint ist ist, dass auch Leute die Transferleistungen beziehen nicht unbedingt zu den Gewinnern zählen - der Staat tut nämlich mehr als nur umverteilen. Er behindert die Leute auch und zerstört ihre Erwerbsmöglichkeiten. Wer zu den Gewinnern gehört, kann man erst feststellen, nachdem man den Staat oder wenigstens einen Großteil seiner Gesetze losgeworden ist. Obwohl ein sehr großer Anteil der Bevölkerung vom Staat lebt, glaube ich, dass es den meisten von ihnen - vor allem den Arbeitsfähigen - nach ein paar Jahren mit mehr Freiheit deutlich besser ginge als jetzt.

    AntwortenLöschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *