Dienstag, 12. April 2016

Böhmermann und Erdoğan: Meinungsfreiheit statt Mimosenschutz!

By Franz Richter (User:FRZ) (Own work,
(taken with Nikon D60 SLR-Digitalkamera))
[CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
von Tomasz M. Froelich
Nein, das Bedürfnis mich mit Jan Böhmermann zu solidarisieren, habe ich zu keiner Sekunde verspürt. Und das trotz meines uneingeschränkten Bekenntnisses zur Meinungsfreiheit. Ich solidarisiere mich eben nur mit Menschen, die ich halbwegs mag. Böhmermann mag ich nicht. Der Mann wird durch Zwangsgebühren finanziert, ohne dass ich ihn auch nur annähernd unterhaltsam oder witzig finden würde. Der Humor des Zeitgeistes, für den Böhmermann und der ganze öffentlich finanzierte Komödiantenstadl steht, ist nun mal nicht der meinige. 

Dass Böhmermann nun zu einem Helden stilisiert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Mit Heldentum assoziiere ich Mut. Den kann ich bei Böhmermann bei bestem Willen nicht erkennen, nimmt er doch zumeist eh nur jene aufs Korn, die man problemlos aufs Korn nehmen darf, wenn man nicht allzu sehr anecken möchte: AfD - blöd, Pegida - noch blöder, Putin und Erdoğan - am blödesten. Klingt alles ein wenig wie in Oliver Welkes primitiver Heute-Show, über die ich einfach nicht lachen kann. Aber vielleicht bin ich ja auch nur eine humorlose Spaßbremse.

Nichtsdestotrotz gilt, dass in einer freien Gesellschaft alles geäußert werden dürfen sollte. Alles! Schlechte Witze, derber Humor, bekloppte Meinungen, ja selbst wüste Beleidigungen. Wenn Böhmermann den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in einem Schmähgedicht als ''Ziegenficker'' beleidigt, dann ist das zwar schlechter Stil, sollte aber dennoch sein gutes Recht sein.

Denn Gesetze, die das Recht auf freie Meinungsäußerung dahingehend beschränken, dass Beleidigungen verboten werden, weil sie die Reputation des Beleidigten zu zerstören drohen, sind problematisch, da sie irrtümlicherweise von einem Eigentumsrecht auf Reputation ausgehen. Warum es ein Eigentumsrecht auf Reputation nicht geben kann, erklärte der libertäre Vordenker Murray Rothbard: ,,Niemandem kann seine Reputation gehören, weil diese einfach nur eine Funktion von Gefühlen und von Einstellungen anderer Leute ist. Da aber niemand wirklich das Bewusstsein und die Einstellungen anderer 'besitzen' kann, kann auch niemand ein 'Eigentum an seiner Reputation' haben.'' Auch nicht Erdoğan, der gerade zur Mimose mutiert. Respekt anderen gegenüber ist zwar wünschenswert, aber nun mal kein konstituierendes Merkmal der Meinungsfreiheit. Diese sieht keinen Mimosenschutz vor.

Kommentare:

  1. Du dreckiger Hurensohn.

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  2. Ich zitiere: "Nichtsdestotrotz gilt, dass in einer freien Gesellschaft alles geäußert werden dürfen sollte. Alles! Schlechte Witze, derber Humor, bekloppte Meinungen, ja selbst wüste Beleidigungen." Demnach nehme ich mir das Recht heraus alle Mitwirkenden von Freitum heraus Hurensöhne zu nennen.

    Wieso löscht ihr meine Kommentare? Das ist mein Eigentum ihr Hurensöhne.

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  3. Ich zitiere: "Nichtsdestotrotz gilt, dass in einer freien Gesellschaft alles geäußert werden dürfen sollte. Alles! Schlechte Witze, derber Humor, bekloppte Meinungen, ja selbst wüste Beleidigungen." Demnach nehme ich mir das Recht heraus alle Mitwirkenden von Freitum heraus Huansöhne zu nennen.

    Wieso löscht ihr meine Kommentare? Das ist mein Eigentum ihr Huansöhne.

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  4. Lieber Megahuansohn,

    diese Website ist unser Eigentum. Das heißt, dass wir hier das machen können, was wir wollen, also auch Kommentare löschen, die uns stören. Tun wir aber de facto nie. Dennoch wäre es hilfreich, wenn Du Dir einige Gedanken über den Eigentumsbegriff machen würdest.

    Liebe Grüße,

    die Zuhälter Deiner ... ach, lassen wir das.

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  5. Diese grotten beknackte Einstellung von Murray Rothbard und -wie herauszulesen ist- von dem Author Herrn Tomasz Missgeburt Froelich fördert Mobbing Opfer. Macht Euch bitte über Eure "ach so tollen" idealistischen Ideen etwas mehr Gedanken. Richtige Hurensöhne.

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  6. @Anonym
    Und Ihre beschissenen Ideen fördern Totalitarismus. Hat selbst hier schon eine etwas größere Dimension als die Kinderkacke, wegen der Sie hier rumheulen. Letztes Jahrhundert mit weltweit über 100 Millionen Toten.

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  7. Ich habe an keiner Stelle geschrieben, dass ich Beschimpfungen gutheißen würde, sondern lediglich, dass man sie im Namen der Meinungsfreiheit nicht bestrafen sollte, da ein Verbot von Beschimpfungen und ein Recht auf Reputation meiner Meinung nach eigentumsrechtlich nicht begründbar ist. Wenn sich die anonyme Dame bzw. der anonyme Herr so sehr über meine Meinung empört, dass sie/er mich wüst beschimpft, dann begeht sie/er nur einen performativen Widerspruch. Ich kann damit leben. :)

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  8. Also vielleicht so:
    Wenn ich hier herumpöbeln würde, würde es vielleicht nicht die Reputation treffen, aber bei einigen vielleicht psychische Schäden verursachen, die eben auch physiologische Folgen haben. In diesem Sinne ist Mobbing eine Form der Körperverletzung und Angriff auf das Selbsteigentum des Körpers...

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  9. Ich fürchte ja nur, dass falls jemand tatsächlich ''physiologische Schäden'' infolge einer Beschimpfung im Internet davontragen sollte, der Schaden schon vorher da war.

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  10. Eine Frau soll im vergangenen Herbst die Merkel eine "Fotze" genannt haben. Daraufhin sei sie angezeigt worden. Weiß jemand, was daraus wurde?

    Jürg Rückert

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