Montag, 14. März 2016

„Studiere auf Englisch, lebe in Prag!”: Ein neuer Master in Austrian Economics im Herzen Europas

Austrian in Prag: Prof. Josef Šíma. Foto: denik.cz
Dominik Ešegović im Gespräch mit Professor Josef Šíma 
Das CEVRO-Institut, eine voll akkreditierte Privatuniversität in Prag, hat ein neues Studienprogramm im Angebot. Ab Herbst 2016 kann dort ein Master in Philosophy, Politics and Economics – kurz: PPE – absolviert werden. Das PPE-Programm wurde in den 1920ern zunächst in Oxford unterrichtet. Heute gibt es eine Menge an Hochschulen, die den Studiengang anbieten. Jedoch gibt es weltweit nur ganz wenige Einrichtungen, die die Austrian Economics zum Schwerpunkt machen. Das CEVRO-Institut in Prag ist eine solche. Dominik Ešegović hat sich für Freitum mit dem Leiter des Instituts und dem Begründer des Studiengangs unterhalten, Professor Josef Šíma.

Freitum: Professor Šíma, der Leiter des PPE-Programms an der Duke University, Michael Munger hat Ihr Masterprogramm bereits in einem Video beworben. Was soll das PPE-Studium für junge Akademiker denn so interessant machen?

Professor Šíma: Wir bieten ein Masterstudium an, das Bachelorabsolventen aus allen Disziplinen offen steht. Die heutige Hyperspezialisierung gestattet es Menschen häufig nicht mehr reale Probleme zu erkennen. Wir bieten einen einzigartigen Mix unterschiedlicher Disziplinen an und betonen die Bedeutung von Freiheit und Eigentum. Dabei unterrichten wir Politische Philosophie, um sicherzustellen, dass Studenten ein Verständnis für die großen historischen Schlachten auf dem Feld der politischen Ideen bekommen (Freiheit vs. Unterdrückung); dazu vermitteln wir Politik, damit Studenten einen ganzheitlichen Bezug zur Funktionsweise politischer Systeme erhalten; und letztlich geht es uns um die Ökonomie, damit die Analyse der Konsequenzen politischer Entscheidungen leichter fällt – dazu zählt auch der Einfluss von Besteuerung, Inflation und modernen Regulierungen. 
All das bieten wir im historischen Zentrum Prags in unserer schönen Einrichtung. Unser Programm richtet sich auch gezielt an diejenigen, die sich für die Österreichische Schule der Nationalökonomie interessieren oder ihren Fokus auf das Studium von Reformen und/oder politischen Übergängen richten. Dabei ist unser Programm sehr international ausgerichtet. Wir verfügen über eine internationale Fakultät und Studentenschaft: 50% unserer Studenten werden aus den USA und Kanada und der Rest aus der Tschechischen Republik, Deutschland und aus der ganzen Welt kommen. 

Freitum: Wie schaut es mit den Zulassungsbestimmungen aus? 

Professor Šíma: Wir heißen jeden, der mindestens einen Bachelorabschluss vorzuweisen hat, willkommen. Dabei ist ein ernsthaftes Interesse für unser Studium ausschlaggebend. Auf unserer Webseite findet sich ein einfaches Bewerbungsformular. Der Bewerber soll ein kurzes Motivationsschreiben anhängen, worin er seine Motivation für das Studium darstellen soll. Da das Programm in englischer Sprache angeboten wird, werden solide Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Freitum: Wann beginnt das Master-Programm und wie lange dauert das Studium? 

Professor Šíma: Unser akademisches Jahr ist in 3 Trimester eingeteilt. Studenten können das Studium somit bereits nach einem Jahr abschließen. Das Studium beginnt in diesem Jahr ab Herbst und dauert von Anfang Oktober bis Mitte Februar. Der Frühlingsblock dauert etwa von Mitte Februar bis Mitte Juni. Jeder Block teilt sich wiederum in eine zwölfwöchige Vorlesungs- und eine sechswöchige Prüfungsphase auf. Der dritte und letzte Block beginnt im Juni nächsten Jahres und endet Anfang September.

Freitum: Welche Dozenten konnten Sie für Ihr Programm gewinnen? 

Professor Šíma: Wir haben es geschafft eine hochkarätige Mannschaft an herausragenden Wissenschaftlern zusammenzustellen. Dazu zählen die besten Ökonomen der Österreichischen Schule wie z.B. Peter Boettke (Direktor des F.A.-Hayek-PPE-Programms an der George Mason University), der genannte Michael Munger (PPE-Chef an der Duke), David Schmidtz (Leiter des Center for Philosophy of Freedom an der Uni Arizona), der frühere Dekan der Rechtsfakultät an der Uni Gent, Boudewijn Bouckaert, sowie der frühere Dekan der Wirtschaftsfakultät an der Uni Prag, Jiří Schwarz, den Vize-Gouverneur der tschechischen Nationalbank, Mojmír Hampl, Jörg Guido Hulsmann, Aviezer Tucker von der Uni Harvard, Stefan Kolev, Philipp Bagus, Detmar Doering und viele weitere. 

Freitum: Die Liste klingt ziemlich beeindruckend. Wie viel zahlt man für Ihr Masterprogramm?

Professor Šíma: Wir berechnen 8400 Euro für das gesamte Programm. Im internationalen Vergleich ist das ein sehr vernünftiger Betrag. Wir sind daher mehr als wettbewerbsfähig. Jedoch bieten wir auch talentierten Studenten Stipendien für den Fall an, dass die Gebühr ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigt. 

Freitum: Was macht Prag für Studenten der Österreichischen Schule so attraktiv?

Professor Šíma: Wir bieten private und exklusive Bildung für junge und gescheite Akademiker aus der ganzen Welt, dazu Unterricht durch die besten Akademiker. Prag braucht wirklich keine sonderliche Werbung. Marktwirtschaftlich orientierte Studenten, Wissenschaftler und Geschichtsbegeisterte kennen die Events, Konferenzen und Programme, die in Prag stattfinden. Ebenso ist bekannt, dass der Prager Stadtkern zu den schönsten der Welt gehört. Unsere Universität befindet sich in einem der besten Viertel der Stadt und bietet als, was Studenten brauchen. 

Freitum: Glauben Sie, dass Prag in den nächsten Jahren ein neues Zentrum der Österreichischen Schule werden könnte? 

Professor Šíma: Prag ist bereits ein respektabler Ort für marktwirschaftlich orientierte Wissenschaftler. Kein anderes Plätzchen in Mitteleuropa durfte sich in den letzen Jahren über so regen Besuch von führenden Vertretern der Österreichischen Schule freuen. Jetzt ist es so weit, dass wir mit dem PPE-Programm ein neues Level erreichen und eine einzigartige Gelegenheit bieten, die Klassiker der Austrian School wie auch ihre neuen Variationen zu studieren. 
Durch den Start unseres Programms bieten wir allen Studenten, die sich für Freiheit begeistern einen Ort, der einen heilsamen Gegenpol zur etatistischen Bildung so vieler öffentlicher Unis darstellt. Wir ermuntern alle, die sich für die Ideen Hayeks, Mises oder Rothbards interessieren und sich um Freiheit kümmern und freiheitliche Wissenschaft unterstützen, sich zu bewerben. Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung als Student, wie frustrierend es ist, nur Etatisten in unterschiedlichen Schattierungen um sich zu haben und es keinen gibt, der einen unterstützt, Bücher und Autoren zu studieren, die man wirklich mag. 
Wir sind davon überzeugt, dass einige Studenten, die sich dieses Jahr einschreiben, in Versuchung geraten werden, in Prag zu bleiben. Wir gehen auch davon aus, dass unsere künftigen PPE-Studenten ihren Master in den USA beenden oder einen Doktor anschließen. Wir glauben, dass unsere Studenten herausragende Aussichten haben andernorts weiterzustudieren, zu lehren oder anderweitig zu arbeiten. Falls Sie irgendwelche Fragen haben oder sich für unser Curriculum interessieren, besuchen Sie unsere Webseite! Wir würden uns freuen, ein paar junge Talente, die sich für die Österreichische Schule interessieren, im wunderschönen Prag zu sehen.

Freitum: Professor Šíma, danke für das Interview!

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