Dienstag, 8. März 2016

Schuldenmacherei hat ein Ablaufdatum

von Tommy Casagrande
Es ist fatal, wenn ein Politiker meint, man solle noch mehr Schulden machen. Irgendwann wird das Wirtschaftssystem kollabieren und was dann passiert, weiß ich nicht und will ich mir auch nicht vorstellen. Es kann keine wirtschaftliche (Un-)Ordnung dauerhaft bestehen, die nur von Schulden lebt. Die Schuldenmacherei ist dem niedrigen Leitzins der Zentralbank, der EZB, zu verdanken. Aber genau dieser niedrige Leitzins verursacht die Schwemme billigen Geldes und ist der Urheber von Wirtschaftskrisen, wie sie dem Kapitalismus seit eh und je angedichtet werden.

Es wird einen Tag X geben - ich weiß nicht wann, ich weiß nur, dass er eines Tages kommen wird -, an dem die Zinsen steigen müssen und die Marktkräfte, die permanent unterdrückt werden und wie unter einem Deckel gehalten werden, unter dem es brodelt und dampft, durchbrechen. Wenn das passiert, besteht die Möglichkeit, dass ein Staatsbankrott den nächsten jagt. Es könnte dann das Zeitalter der USA als Weltmacht zu Ende sein, der Dollar in seiner Leitwährungsfunktion Geschichte und wie es politisch und gesellschaftlich ausschauen wird, das stelle ich mir jetzt lieber nicht vor. 

Eines ist aber sicher: Jedes System, das seine Schulden durch neue Schulden bedient, das vom Schuldenmachen lebt, geht einmal Game Over. Dann ist es möglich, dass Gold als das echte Geld wieder auf die Weltbühne zurückkehrt. Es wartet ja nur darauf. Wenn man hinter die Kulissen schaut, wartet Gold nur darauf, dass es wieder das Geld wird, das es immer war. Und dazu tragen natürlich Zentralbanken bei, die fortwährend nichts anderes tun als den Zins willkürlich zu setzen. Das würde es in einem freien Markt nicht geben! Da gäbe es Angebot und Nachfrage und Wettbewerb. Da gäbe es Geldhäuser, die das Anliegen verfolgen würden, das Eigentum zu schützen, und es gäbe keine Zentralbank, die dem Staat dient sich zu verschulden, damit man den Bürgern Brot und Spiele präsentieren kann. Das alte Rom lässt grüßen. Hat auch nicht überdauert - wegen der gleichen Probleme! Inflation, Zerstörung des Geldwertes, Zerstörung seiner wirtschaftlichen Potenz durch Zerstörung des Geldwertes, Kriege, die mit billigem Geld finanziert werden konnten und eine Mentalität, die dadurch entstand, die ohnehin den kulturellen Niedergang einleitete. Und heute? Ein Spiegelbild. 

Und weil sich der Westen mit diesem falschen Geldsystem und diesem staatlich durchherrschten Wirtschaftssystem selbst ruiniert, braucht man sich nicht wundern, wenn dann vielleicht China oder Indien seinen Platz einnehmen. Wobei China ja auch die selben Probleme hat, ebenso Indien. Aber man merkt natürlich, dass es eine Machtverschiebung nach Osten gibt, weil die Grundlagen von Wohlstand nicht verstanden werden. Die Grundlage von Wohlstand ist die individuelle Freiheit. Das menschliche Handeln, wenn es frei ist, neigt genau zu den Dingen, aufgrund derer kapitalistisches Wirtschaften den Aufbau einer Zivilisation ermöglicht. Alles, was das torpediert, torpediert die Zukunft der Menschen. 

Es ist ein Indikator, wenn die Menschen Begriffen wie ''Liberalismus'' oder ''liberal'' feindselig gegenüberstehen und sich lächerlich darüber machen. Es ist ein Indikator dafür, dass durch staatliches Wachstum aufgrund der Schuldenmacherei eine Werteumkehrung stattgefunden hat, die aber nicht von Dauer sein kann. Ich muss an dieser Stelle aber hinzufügen, dass in einem solchen System leider auch jene, die sich selbst die Worte ''Liberalismus'' oder ''liberal'' an die Fahne schreiben, oft keine würdigen und glaubhaften Vertreter des Liberalismus sind und man deshalb auch Verständnis dafür haben kann, dass die Menschen gar nicht besser wissen können, wogegen sie agitieren, wenn sie gegen die Freiheit sind, weil sie ihre Feindschaft auf fragwürdige Vertreter projizieren, die selber nie begriffen haben was Liberalismus wirklich bedeutet. 

Schulden machen kann man nur, so lange Schuldenmachen finanzierbar bleibt. Wenn es nicht mehr finanzierbar ist, hat man ein Problem. Das eine Problem ist, wie man die Schulden wieder loswerden soll. Das andere Problem ist, ob man bereit ist, das System umzubauen, und wenn ja, in welche Richtung, wenn Schuldenmachen nicht mehr möglich ist. Was sind die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen eines solchen Zustandes? Sich blauäugig in der Noch-Gegenwart verkrümeln und sich festkrallen an einen Zustand, der am Horizont nicht mehr der gleiche sein wird, ist naiv und kurzsichtig.

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