Montag, 14. März 2016

Klare Kante: Der Wochenrückblick (KW 11/2016)

Michael Auksutats' Statements zur Woche
Über abgehobene Lamettaträger:
Bei all dem erschrockenen Gehabe möge sich einmal der ein oder andere Lamettaträger die schlichte Frage stellen, wie sehr man eigentlich den Leuten in die Fresse treten muss, damit ein Viertel von ihnen eine Partei ohne jede Parlamentserfahrung zur zweitstärksten Kraft in einem Bundesland macht?
Ich gratuliere recht herzlich.

Über Lehren, die man aus den Wahlen ziehen kann:
Wenn man sich erst mal von der Schadenfreude erholt hat, dann kann einem auch bei wohlwollender Betrachtung angesichts des Wahlerfolgs der ja letztendlich 'unbekannten' AfD der besorgte Gedanke einschleichen, dass wenn die Umstände passen, in Deutschland Parteien und Personen Zugriff auf ein Staatswesen bekommen könnten, dass schon jetzt Durchgriff bis in die privatesten Lebensbereiche beansprucht.
Wenn man als nicht der AfD zugetaner Zeitgenosse wirklich eine Lehre aus diesen Wahlen ziehen möchte , dann jene, dass der Staat nur exakt so mächtig sein darf, dass er auch unter widrigen Umständen keine fatale Wirkung auf seine Bürger ausüben kann.
Dann wäre man aber zum Libertären geworden.
Und das wäre dann ja auch was Gutes.

Über Panzer, die sich wegen des AfD-Wahlergebnisses nach Sachsen-Anhalt begeben könnten:
Rollen schon Panzer nach Sachsen-Anhalt?

Über den staatsfernen deutschen Staatsfunk:
Deutschland ist ein erstaunliches Land in der Mitte Europas, in dem man der überraschenden Ansicht ist, sein Staatsfunk sei staatsfern, weil er ein eigenes Finanzamt besitzt. Das aber eng mit dem Original zusammen arbeitet.

Über die Naturkatastrophe in Fukushima:
Dieser Morgen, an dem Du liest, dass Dir jemand auf Deinen Einwand, dass unter Umständen nicht die Kernkraft, sondern ein Tsunami für die 18.000 Toten in Japan verantwortlich sein könnten und Du zu diesem Thema auch ein entsprechendes Video verlinkst, antwortet, dass Du ja offensichtlich ein Verschwörungstheoretiker seist.
Ich glaube, die destruktive Kraft von grün durchwirkter Schule und öffentlich-rechtlichem Rundfunknachschliff ist noch nicht in seiner Gänze erfasst.

Über deutsche (?) Katastrophenhilfe:
Wo wir schon einmal beim Thema Tsunami sind: Mehrere Nationen haben Rettungs- und Helferteams geschickt, um den Japanern nach der Katastrophe beizustehen. Darunter so Länder wie Südkorea, Singapur, die USA, Russland, Mongolei, Türkei, Südafrika, Israel, Sri Lanka oder Jordanien. Ein anderes Land hat seine Katastrophenhelfer am Flughafen Tokio auf dem Absatz kehrt machen lassen, wegen der Angst vor dem Atom. Wer errät welches das war, der gewinnt einen Bolzenschneider für den Fall, dass er in ein paar Jahren daraus flüchten möchte. Na?

Über ein System, in dem ein ''Compact''-lesender Polizist versetzt wird:
Wie nennt man eigentlich ein System, in dem Beamte wegen des Lesens einer frei erhältlichen Zeitung auf eine andere Position versetzt werden? Ich komm nicht drauf.

Über Rückgrat in schweren Stunden:
Ich zweifele nicht am weisen Beschluss der Genossen des Presserats. Journalismus hat nicht primär die Aufgabe zu informieren, was insbesondere den Falschen als argumentative Hilfe dienen könnte, sondern die Bevölkerung im Sinne der Partei zu läutern und zu vollwertigen Subjekten innerhalb der demokratischen Ordnung zu erziehen. Es ist daher mitnichten so, als wenn die heutige Meldung Anlass zur Häme böte, sondern ist konsequente Anwendung der Maxime unserer Gesellschaftsordnung im Thälmannschen Geist und Stärkung des Bollwerks gegen Hetzer und Nörgler. Ich fordere hiermit die Bundesregierung unter unserer geliebten Kanzlerin von Herzen auf, auch endlich die Agitation aus dem Ausland zu unterbinden und eine schlagkräftige Pressefilterung durchzusetzen. 
Wir dürfen auf unserem Weg keinen Schritt zurückweichen, sondern ganz im Gegenteil, müssen jede Etappe nur als kleine Verschnaufpause sehen auf dem Weg zur vollendeten Demokratie.
Ich danke also den Beteiligten für das Rückgrat, das wahrlich nicht jeder in dieser schweren Stunde gehabt hätte.

Über den Dank der Kulturschaffenden an Angela Merkel:
Auch heute wieder reihten sich die Kulturschaffenden unseres Arbeiter- und Bauernparadieses endlos ein, um gemeinsam jener Führerin zu danken, die uns die Vorsehung geschickt hat, um ihr für die Rettung Europas zu danken. Huldvoll nahm sie in der Reichskanzlei die mannigfaltigen Glückwünsche entgegen, an deren Herzlichkeit ob der vielen Tränen sich keinerlei Zweifel zu erheben wagte. Auch wir aus dem Redaktionskollektiv können uns der Erhabenheit dieses Moments nicht verschließen und möchten uns erlauben, von dieser Warte aus unserer Kanzlerin Merkel alles erdenklich gute zu wünschen. Möge sie uns noch lange mit jener Weisheit, mit jenem Mut und mit jener Weitsicht regieren, ob derer wir sie alle zu lieben und zu schätzen gelernt haben!

Über den Frauentag, und ob man den Damen gratulieren sollten:
Ich gratuliere keiner Frau. Ihr habt euer Wahlrecht - und man sieht ja, was ihr daraus gemacht habt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *