Sonntag, 6. März 2016

Klare Kante: Der Wochenrückblick (KW 10/2016)

Michael Auksutats' Statements zur Woche
Über die Anmaßung der Deutschen:
Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Journalisten eines Volkes, das Angela Merkel für eine große Führerin, Til Schweiger für einen Schauspieler und Berlin für eine Metropole hält, sich anmaßen sollten die Wähler in den USA für Idioten zu halten.

Über die Gesetze der Tränenmechanik:
Der erste Hauptsatz der Rothschen Tränenmechanik:
Die Strahlkraft toter Flüchtlinge auf die ökosoziale Volksseele, sinkt linear zum Quadrat der Entfernung zur deutschen Staatsgrenze.

Über den Service des Gesundheitsamts:
Der Moment, in dem sich Hunderttausende unidentifiziert auf dem Staatsgebiet aufhalten, Du aber vom Gesundheitsamt angerufen und gefragt wirst, warum der Rückmeldebogen U9 für Deine erste Tochter noch nicht dort eingetroffen ist. (Ein Service, bevor das Jugendamt informiert wird.)

Über das Vertrauen des Staates:
Ist es nicht erstaunlich, dass sich der Staat zehn Jahre lang vorbehält Deine Unterlagen zu prüfen, ob Du nicht vielleicht doch ein paar Euro eingenommen hast, von denen er nichts weiß und daran nichts ehrenrühriges findet, während gleichzeitig seine Vertreter voller Aufregung das Vertrauen in die Demokratie erschüttert sehen, weil eine neue Partei sich anmaßt, bei der Auszählung der Wahlzettel ein Auge auf den Vorgang werfen zu wollen?

Über Volker Becks' Rücktritt:
Volker Beck war bis zur Gürtellinie in Pädophilie-Skandale und deren Vertuschung verstrickt - who cares.
Aber der Gebrauch von Drogen nötigt ihn plötzlich zum Rücktritt?
Ich muss hier weg.

Über die Talkshow-Ausladung Henryk Broders', initiiert von Claudia Roth:
Welchen Respekt erwartet eigentlich eine Einrichtung vom gemeinen Bürger, die eine Frau zu ihrer Vizepräsidentin macht, die anerkannte Publizisten mit einer konträren Meinung von Diskussionen ausladen lässt?

Über die geplante Solidaritätszuschlagsabschaffung:
Was ist eigentlich aus dem Projekt geworden, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, der ja eigentlich bereits 1992 auslaufen sollte?

Über den wunderbaren Markt:
Wenn Leute aus einem elenden Land aus ihrem Boot steigen, ihr Smartphone zücken und ein Selfie machen, könnte man dem Gedanken verfallen, dass es ja ein geiles Prinzip sein muss, dieser Markt. Dieses unsichtbare Wesen. Schafft es selbst jene Menschen mit einer Technik zu versorgen, die vor 20 Jahren selbst für best betuchte Menschen noch fast Science-Fiction darstellte. Mit einer Technik, von der die Verantwortlichen vergangener Raumfahrtprojekte nicht einmal zu träumen wagten. Dieser Markt schafft es echt, dass selbst jene Volkswirtschaften Zugang zu Technologie erhalten, die kaum etwas eigenes produzieren. Das wenige, das diese Gesellschaften zu erzeugen vermögen, das verwandelt dieser Markt wie von Zauberhand in Dinge, die mit der Welt eintauschbar sind. Wie hervorragend und wie beeindruckend. 
Vielleicht ist ja eine ungestörte und gepflegte Wirtschaft mit großer Stabilität und Rechtssicherheit der Weg ins Glück für die ganze Erde.
Man kann aber natürlich auch denken:
Sieh an, den Neger. 
Gut genährt ist er. Und ein Handy hat er auch noch.

Über das AfD-Wählen:
Die AfD zu wählen, nur weil man mit der bisherigen Politik nicht zufrieden ist, das ist wie aus der Toilette zu saufen, nur weil einem die Duftsteine aus der Pissrinne nicht schmecken.

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